Internet insanity

Jippieh!!!Es geht doch noch ab in den Urlaub mit unserem wahrlich in die Jahre gekommenen Ford Transit Pirat, only 12 Jahre älter als myself, aber doch reichlich sensibler in seinen spezifischen Bereichen, als uns lieb ist. Da fällt einfach ein Kabel aus seinem Schuh- Meinereins benötigt dafür ’ne ganze Menge mehr- auf jeden Fall öfter, als dass die Uhr mir eine Schnapszahl anzeigen kann. Egal, der Schuh passte unserer Piratenbraut einfach nicht und deswegen wurden unsere Urlaubsfreuden eben verschoben; kommt vor- besonders bei mimosigen Hauptdarstellern…muss man durch und das haben wir ja alles mitgemacht (graue Haare? Übernachtalterserscheinungen? Kommen woanders her, ist doch klar!) , wissentlich, was uns erwartet, wenn wir on the road sind, Roadtripping halt. Kommen nur drei Nächte später am Platz unserer Wahl an und sind erstmals erstaunt: Das Ferienparadies am Werbellinsee ist nicht direkt am See… rückwirkend kann man keinen Vorwurf erheben, stand in der Beschreibung in Strandnähe, was auch stimmt; denn kurz über die Straße gelaufen, ist man schwupps am Badestrand. Das freut uns sehr, denn ein aufgeblasenes Kajak ist nicht flugs über die Schulter geschmissen, was die Nähe zum Wasserzugang Unsereseins also höchst positiv stimmt und davon ablässt, den direkten Zugang schmerzlich zu vermissen. Ausgestattet mit modernster High- Tec, die alleinigst der meist abendlichen Bespaßung dient, bin ich erstmals nach Ankunft irritiert, dass ich (was ich ansonsten gerne ad hoc tue) meinen Standort nicht der Allgemeinheit kund tun kann; aber schwamm drüber, gibt ja Wichtigeres! Sind ja schließlich hier, um zu Entspannen, Abzuschalten und runter zu fahren, den ganzen Alltagsstress, usw…

Offenbar ist es aber doch wichtig genug- zumindest muss man hier realistisch genug sein, bzw. sich dies eingestehen, dass man übermäßig abhängig vom permanenten Austausch mit der Welt oder auch nur ausgewählten Personen ist, offenbar vergesslich der alten Werte, die einen immerhin bis hier hin gebracht haben und die man vermeintlich aber außerhalb seines Sichtfelds geschoben hat, weil die Macht der Gewohnheit es eingeschlichen hat- als dass ich es als störend empfinde und es schade finde. Schlimm genug, oder? Auf dem See dann, mit geschützter Handyhülle ausgerüstet, mache ich dann aber auch soviele Fotos unseres Trips, wie nur irgends möglich- nicht, dass unsere Erinnerung an diesen Tag nicht genügen würde, aber man möchte es ja schon auch fest halten und ich ertappe mich dabei, dass ich schon gerne einen Überblick dem gemeinen Social Media presenten möchte…der unberechenbare Empfang später macht dies allerdings nicht möglich. Finde es wahrlich schlimm, dass mich das tatsächlich stört. Bin ich echt ein so abgestumpfter Öffentlichkeitstäter geworden? Ich beruhige mich selbst, weil ich mir sage, dass es ja nicht verwerflich sein kann schöne Momente zu teilen, schließlich bereichern die einen heutzutage zuweilen ja auch; wenn man selbst zum Beispiel nicht in der Lage ist zu verreisen, ist es fast so, als wäre man unterwegs, wenn man denn Reisefotos anderer sieht und quasi „rum“ kommt. Muss zwangsläufig an Konzerte denken, wo man als einzige Lichtquelle maximal Feuerzeuge seitens der Darsteller ins Publikum von den Bühnen der Welt gesehen hat- nowerdays oftmals wahrscheinlich 1000 Fragezeichen über den Köpfen der Darsteller, ob überhaupt noch jemand WIRKLICH der Show folgt oder doch nur noch alles durch die 12K- Linse gefilmt wird für spätere gesellige Abende konservierte Stimmung, fest gehalten in einem Video, welches ein Live- Konzert dokumentiert.

Heute allerdings, nach unendlichem Fußmarsch durch das größte zusammenhängende Waldgebiet der Republik auf der Suche nach nur einem pisseligen Jagdschloss, welches ab Startpunkt unseres „ausgeschriebenen“ Wanderwegs (auch hier hat sich später herausgestellt, dass dies gar nicht mehr so heißt- wobei selbst der „neue“ Zweck, Hotel nämlich, ebenso wenig schilderhaft aufgezeigt wurde), ich tatsächlich von Kindheit an einen inneren Kompass verpasst bekommen habe und ansonsten Großmeisterin des Schilderlesens und – deutens bin, vorbei an allen richtungsweisenden Hinweisen, verblüfft darüber, dass der Ort, den wir wirklich nicht zu Fuß erkunden wollten, der ist, der plötzlich nur noch 1,1 km entfernt ist, sind wir nun nach über 4 Stunden in einem Ort namens Eichhorst angelangt und nach erforderlicher Nahrungsaufnahme überglücklich, dass wir über unsere “ Mobilen Daten“ Kontakt und viel wichtiger, Informationen verfügen, die uns irgendwie das Gefühl geben, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Ich poste in Form von mehreren Fotos begleitet, trotzdem unsere Tageserfahrung und freue mich diebisch darüber, dass ich endlich in der Lage bin auf Messages zu antworten, was mir vorher nicht möglich war, ich aber innerlich schon befürchtet habe, dass durch erfolgte “ Lesebestätigung“ mein Gegenüber dachte, dass es mir nicht wichtig genug war, bislang zu antworten. Und jetzt kommt der Punkt, an dem ich bemerkt habe, dass etwas echt nicht in Ordnung ist- mit mir, der Zeit, in der wir gerade leben- und dem ganzen vermeintlich normalen Zwang, dem man (sicherlich immernoch selbst bestimmend, doch irgendwo auch fremd gesteuert) unterliegt…und folgt. Schlimm. Ich finde es echt schlimm, dass ich so ferngesteuert bin- glücklicherweise nicht immer, aber oft genug, wie mir scheint- als dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, so ich nicht zeitnah auf diverse Dinge reagiere. Firmenmäßig hab ich- Dank meiner Therapie bzgl. Burnout- einen echt gesunden Weg gefunden: man muss nicht immer sofort ans Telefon gehen oder umgehend auf E-Mails antworten, warum auch? Im persönlichen Umfeld sollte es doch auch so sein, oder? Wenn nicht da, wo dann eigentlich, sollte einem Verständnis entgegen geschleudert werden- also warum verfahre ich dort nicht genau so?

Wir sind zurück nach unserem schier unendlich scheinenden Dauerspaziergang, back home quasi. Unsere Nachbarn befragend, ob sie denn Empfang haben, die Antwort darauf semi- befriedigend ist, denn sie lautet: nur partiell, auch nur zwischen diesen (sie zeigt drauf) zwei Bäumen, die genau in ihrem Wohnwagenterrassenbereich liegen: ich könne ja, wenn es dringend ist, an diesen Ort kommen. Ich sage nur, dass sie sich nicht erschrecken sollen, wenn ich plötzlich- ohne Vorwarnung- an ihrem Teppich stehe, um Nachrichten zu empfangen oder welche zu senden und denke unweigerlich an “ Die Kinder des Zorns“, nur eben ohne Maisfeld. Klar, denke ich, mache ich sowieso nicht, bin ja/ will ja kein Eindringling sein; finde es aber doch echt amüsant, dass ich einfach so, ohne Ankündigung bei denen am Platz stehe, um Internet insanity zu zelebrieren. WTF???

Eigentlich bin ich schon stolz wie Bolle (Oskar wurde mir wortfindungskreativ vorgeschlagen…hahaha! War einer von euch schonmal stolz wie Oskar?), dass ich mein Diensthandy nicht bei habe, denn dann schaut man ja doch schnell mal, was Kunde XY oder Kollege XY von einem will… Abhängigkeit kennt keine Grenzen, nur die mobile offenbar. Good night, good fight. Schorfheide….off.

Urlaubsfreuden

Schon komisch, dass ich die Nacht vor Reiseantritt- und es ist offenbar vollkommen egal, ob es nach Übersee geht oder an die Müritz- nicht gut, bzw. unruhig schlafe, weil ich allerlei Situationen vorab durchlebe und warum auch immer im Kopf 1000 Male alle Eventualitäten durch spiele. Eigentlich kein erholsamer Start für den anstehenden Urlaub. Letzte Nacht zum Beispiel habe ich panisch den Erstaufbau unseres Vorzelts, der wegen WoMo- Dilemma letztes Jahr kurz vor der Eifel abgesagten Campingurlaubs nicht statt finden konnte, durch gespielt; gehofft, dass es tatsächlich passt- wobei wir auch dies bestimmt 100 Mal abgemessen haben und erst dann gekauft haben, also absolut safe… eigentlich. Letzte Nacht hat dieser Gedanke mich dann doch auf Trab gehalten und mir ein unerholtes Aufwachen beschert. Glücklicherweise hat die Gewohnheit des Alltags mich schon um 5:30 Uhr aus dem Bett getrieben, sodass zumindest am Morgen noch ein kleines Nachholschläfchen drin war; eilig haben wir es heute nämlich nicht, vor 15 Uhr können wir unseren Stellplatz nicht nutzen. Abgesehen davon ist so ein müder Reiseantritt spätestens bei Antritt der Fahrt (wir freuen uns wirklich wie blöde nach einem Jahr endlich mal wieder mit Walther auf Tour gehen zu können!) wie weggeblasen, denn schließlich lohnt bei Ankunft nicht nur ein glasklarer See, sondern allein der Weg dorthin ist bekanntlich schon ein Erlebnis. Also haben nach gemütlichem Rumschlumpen die restlichen Dinge verstaut und es geht zum Einkauf. Man, obwohl ich schon zwei Mal in dieser Woche schon Dinge hingebracht und verstaut habe, sind wir jedesmal echt überrascht, was man für ne Woche so alles (vermeintlich) braucht! Aber hey, dafür heisst es wahrscheinlich auch Wohnmobil, man fährt schließlich mit seiner Wohnung durch die Gegend; dementsprechend sind wir ausgestattet. Egal, nach einer Stunde des Einrichten und Verstauens sind wir startklar und bereit für den lang ersehnten Trip. Schwupp, der Motor springt sofort an (wahrscheinlich liegt das an unserem eigens hierfür erworbenen und gesegneten Buddha- Anhänger aus Thailand) und wir gehen auf die Piste- Bestlaune trifft unsere Stimmung ganz gut. Ganze drei Kilometer weiter (gerade mal so raus aus Falkensee) bei 70km/h will Walther plötzlich nicht mehr beschleunigen und wird langsamer, bis er dann komplett aus geht. Jegliche Euphorie ist verflogen, ersetzt wird diese spontan durch rasende Wut und Fassungslosigkeit, die aktuell noch gar nicht in Worte zu fassen ist. Leider springt er auch nicht wieder an und so rufen wir bei unserem Service- Center an und dieser verspricht sofort zu kommen, um uns ab zu schleppen. Na toll, ist ja nicht so, dass Walther gerade ein Komplettupgrade bekommen hat und wir eigentlich davon ausgegangen sind, endlich ein Sorglospaket unterm Hinter zu haben, um den Grund der Anschaffung endlich nutzen zu können. Ich bin mittlerweile sprachlos vor Wut und Verzweiflung, bin froh, dass ich nicht komplett die Fassung verliere, als klar wird, dass erneut nur der ADAC weiter helfen kann und bekomme gerade noch die GPS- Daten am Telefon für mein Gegenüber durch, welches mir dann schnell mitteilt, dass alle Daten von uns im System sind- selbstredend, denn genau vor einem Jahr wurden wir das letzte Mal abgeschleppt! Den Campingplatz cancel ich sogar auch noch, Superpower! Glücklicherweise dauert das Eintreffen des gelben Engels nur 30 Minuten und er freut sich umso mehr, als er erfährt, dass unsere Werkstatt quasi gleich um die Ecke ist- irgendwie freut uns das auch, denn viel schlimmer wäre es in der Pampa gewesen, ohne die Möglichkeit an unseren PKW zu kommen, denn die Werkstatt hat bekanntlich am Wochenende zu- obwohl, dafür bekommt man ja sogar einen Leihwagen…ich will nicht genauer drüber nachdenken…und das alles nur 25 Minuten von unserem Zuhause entfernt! Jut, Papierkram erledigt und akribisch alle vor 2 Stunden erst eingeräumten Dinge wieder verpackt und ins Auto geräumt- läuft! Ich stelle fröhlich fest, dass wir glücklicherweise uns ja noch haben, während der Meine unseren Urlaub jetzt schon schwinden sieht- erneut. Unser Schrauber stellt beim Umpacken fest, dass sich ein Kabel gelöst hat und er auch wieder anspringt, der „neue“ Motor. Mir mittlerweile egal. Ich möchte, dass am Montag jemand rein guckt und ausserdem: wie kann es sein, dass sich nach 3 km ein Kabel löst??? Ich bin im Kopf schon am Planen, wo wir bis unser Österreich- Trip losgeht, so hin fahren können und fühle mich spontan so unglaublich müde und erschlagen, dass ich umgehend ins Bett gehen werde, wenn wir wieder zuhause sind.

Home, sweet home! Alles wieder verstaut und ein wenig beruhigter, beschließen wir, dass wir Walther doch nicht verkaufen, sind uns aber einig, dass kein Cent mehr reingesteckt wird und hoffen, dass es nur dieses Kabel war- denn von Mittwoch an wären wir auf dem zweiten Campingplatz…und das wollen wir wirklich erleben!

So ist dies nun ein fast normaler Samstag geworden; Urlaub ist jetzt erst ab Montag, denn wir müssen nicht arbeiten gehen…anstelle des Zubettgehes öffne ich mein erstes Bier- verdient hab ich es mir. Prost!

Verrückt?!?…wirste gemacht!

Komm mir gerade vor wie Karla Kolumna: schön regelmäßig zum Freitag die Story raus gehauen; mit dem einzigen Hintergrund, der nicht auf KK schliesst,dass kein Elefant die Titelfigur der Geschichte ist und auch im folgenden die Namen der Protagonisten nicht dem Gleichklang folgen, so wie es der wortreiche Erguss es ebenso nicht tut, so hoffe ich. War heute auf einer Hochzeitsfeier- ja, bin auch noch ausser mir vor Freude, dass dies heuer tatsächlich schon wieder statt finden kann/ darf und auch als solche durchgeführt wird/ wurde/ statt fand- mittlerweile wurde, denn es begab sich an einem Freitag des Wochenendes, also schon einen ganzen Tag alt und genauso lange her.Ein Wirrwarr aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten tummelt sich zu dem einzig zusammen kommenden Grund und Anlass, nämlich die Liebe zweier Menschen in allen denkbaren Variationen der Kunst zu zelebrieren, ohne den Fokus auf sich selbst zu richten, sondern selbstlos im Gleichklang des nur positiver Gedanken gleichen Stroms der Liebe zu versinken und dieses auch auszustrahlen. Ich liebe das: man lernt komplett neue Menschen kennen, genauso wie man ewig aus dem aktiven Leben fern gebliebene Leute plötzlich wieder trifft; es ist ein Füllhorn der Überraschungen, jedes Mal auf’s neue…und es wird niemals uninteressanter, schließlich bereichern einen ja genau diese Begegnungen und machen das Leben ja irgendwie auch aus. Man findet zueinander, früher oder später im Verlauf des Abends und stellt vorher ungeahnte Zusammenhänge im hier und jetzt zusammen laufenden Dasein fest, prinzipiell könnte man jetzt sagen: ja klar! Das ist doch der Grund dafür, dass People- XYZ zusammen geladen wurden, gerade weil es eben diese Gemeinsamkeit gibt, nämlich das freundschaftliche Kennen des einen oder des anderen- aber dies allein reicht ja nicht aus, um dass man am Ende auch zueinander findet, finde ich. Ist es nicht ein Glücksspiel bezüglich der Freunde, guten Bekannten, dass man hofft, dass diese- weil es das Paar verbindet- auch diese Verbundenheit auch untereinander schafft?

Diesmal hat es hin gehauen- Ausnahmen gibt es – natürlich- auch hier. Aber ich muss ja schließlich keine Freunde für’s Leben finden, so dass eine illustre Menge an Menschen, denen man seine Aufmerksamkeit schenkt, übrig bleibt und man dadurch einen wirklich gelungenen Abend verbringt und Gedankenaustausche/ Anregungen für jeweilige Situationen, sowie Lebenserfahrungen- egal wie unterschiedlich geartet- austauscht und mit einem echt gutem Gefühl die Location verlässt, mit dem Wissen, dass man vielen der eben kennen gelernten, tollen Personen ohne diese Feierlichkeit niemals begegnet wäre und allein dies den Abend sehr besonders macht, bzw. gemacht hat. Irgendwie hat es mir ja geschmeichelt, zu hören, dass man verrückt sei- offenbar in allem, einfach durch sein Dasein. Es ergab sich sogar ein Aufzählen einiger Gäste mit dem Zusatz: und Stefka. Naja, irgendwie auch nicht uncharmant, denke ich…positiv erscheint mir die Erwähnung meines Namens bezüglich der restlichen Teilnehmerzahl und bin kurzzeitig diesbezüglich auch nicht irritiert, warum auch, will ich ja nicht so sein wie die Allgemeinheit oder die breite Masse, also alles gut, oder? Allerdings schwirrt mir seit Ankunft in unseren heimischen Gefilden (später als gedacht- aber ist es nicht immer so?) beim allerletzten Bier, ein nicht weg denkbarer Gedanke durch den Kopf: warum verrückt? Ich? Was an mir kann vermeintlich anderen gegenüber verrückt wirken, was offenbar (tatsächlich) nicht negativ behaftet zu sein scheint oder aber anders ausgedrückt, unterscheidet mich von anderen?

Mein Ansatz hier ist ein ganz einfacher und ebenso trauriger, falls dem so ist – nämlich dem nach der Grundsätzlichkeit im anscheinend Auffälligen, welches als solches bei mir einfach nicht durch geht und niemals akzeptiert werden wird. Bin ich so anders, gar verrückt, wenn ich einfach so bin, wie es mir beliebt oder ist es schon „sich die Freiheit nehmen“, ohne Gedanken einfach so zu agieren, wie selbstverständlich, dass es anderen als aufdringlich anders, im Mundgebrauch andersartig, seltsam vorkommt? Oder aber- und das wäre noch schlimmer- ist es sogar mein Verhalten als Frau, welches anderen als ungewöhnlich vorkommt? Ist ja nicht so, dass ich wirres Zeug von mir gebe oder gar abnormes Verhalten an den Tag lege; halte mich durchaus für gesellschaftsfähig- alles andere hat ’ne tatkräftige Begründung, so es entgleisen  sollte (aber selbst diese Momente sind passé, ja… doch, sind sie). Ich fände- egal wie- alles gleichermaßen schlimm, denn wie kann es heutzutage sein, dass man mit Verhalten auffällt, welches vermeintlich Usus ist? Ein Mann, dessen Frau einfach nur sie selbst ist, fällt durch ihr Verhalten negativ auf und im schlimmsten Fall flippt dieser sogar genau deswegen aus oder weiß nicht wohin damit oder umzugehen? Super Sache! Genau mein Ding! Vielleicht war ich schon immer emanzipiert ohne jemals öffentlich von Emanzipation zu sprechen- weil es mir niemals in den Sinn gekommen ist, oder wäre, davon bewusst (nach Definition betrachtet) Gebrauch zu machen- da es eh “ gottgegeben“ ist, dass zu tun, was einem beliebt. Oder aber ich bin tatsächlich eine Frau, die allen anderen Frauen entgegen, durch unweibliches Gebahren auffällt…kann ja nichts dafür, dass ich gefühlt mehr Cojones habe, als viele andere Mitbewohner dieses Planeten oder aber einfach nur der Realität ins Auge sehe, da eine „Vogel Strauss- Mentalität“ einfach nicht förderlich ist…hmmm, noch seltsamer dieser Gedanke und auch nicht wirklich infrage kommend. Ich frage mich also, was mich so “ verrückt“ im Gegensatz zu anderen macht. Mut am Tun und Sein? Kann es das sein? Ich bin echt ratlos diesbezüglich… weiß nur, daß mein Mann mich auch für leicht verrückt hält- eine Erklärung ist er mir bis heute schuldig- ich glaube, dass es eher in Richtung meines Gedankens geht, nämlich dass ich halt einfach keine Frau bin, die sich- egal wie- unterordnet und einfach lebt…so, wie es sein sollte…in meiner Welt. Ansonsten nehme ich halt einfach irgendwann an, dass ich verrückt bin…weil ich dazu gemacht wurde und es offenbar keine plausible Erklärung dafür gibt…verrückt, oder?

Freitag, der 13. /Let’s go to sleep….

Hach, was für ein toller Horrorfilm das damals war! Was mir als Jungspund Jason damals für schlaflose Nächte bereitet hat, wurde nur von Freddy mit seinem messerscharfen Handschuh getoppt, der tatsächlich ja für das sleepless- kill- syndrom bekannt wurde, bzw. dann Jahre später erst durch SAW oder gar The Ring abgelöst wurde, was für den innereigens stattfindenen Thrill gesorgt hat. Jeder Genre- Fan wird mir bestätigen, dass das eigene Hirn für den größtmöglichen Alp verantwortlich ist. Unvergessen- kaum vorstellbar, dass ausgerechnet das Kulturhaus Spandau damals der Ausstrahlungsort des Klassikers “ Blair Witch Project“ sein sollte- so klitzeklein und gleichzu unscheinbar im Werben, um den wochenendlichen Spaßfaktor in diesem zu verbringen, war dies das Lichtfestspiel, dessen Film mir persönlich die sprichwörtlichen Schuhe ausgezogen hat. Meine Mitseherschaft fand diesen Streifen damals geradezu öde; ich hingegen war voll in meinem „das Leben ist durch Schatten- und Waldszenen in der richtigen Kameraeinstellung schon spooky genug- Denke“ voll und ziemlich schnell im Thema. Es gibt Filme, die nicht so offenbar schocken, wie es Jason, Freddy,-selbst subtiler- ein Norman Bates es damals in der Lage war, sondern vom kreativ- flexiblen Grusel der Zuschauerschaft leben. Ich jedenfalls hatte bis zum Ende meinen höchst eigenen Film vom kaputten, vielschichtig bedrohligchem Leben im Kopf und habe das Etablissement auch mit diesem Gedankengut verlassen. Neulich (naja, vielleicht ein paar Monate her) habe ich mir diesen Film bewusst erst wieder rein gezogen- mit dem immergleichen Ergebnis, dass der Film vom Betrachter abhängt und diese ganz besondere Art der Spannung nur im eigenen Kopf abläuft. Hat bei mir zumindestens genauso gut funktioniert, wie damals- wirklich freuen darüber kann ich mich nicht, denn unsere Waldspaziergänge fallen ab und an diesbezüglich- auch Jahre später- für mich manchmal unentspannt aus: sehe ich zu oft Formen und Gebilde, die mich irritieren oder meine Natureuphorie bremsen. Halb so wild, zumindest jetzt und hier.

Heute ist ja Freitag der Dreizehnte. Ich hatte eigentlich immer kein Problem mit diesem Tag- habe damals sogar meinen ersten Ehetermin so gewählt, mit dem Hintergrund (damals noch witzig gemeint), dass wir ja dann einen Grund haben, wenn es nicht funktioniert: Zack! 14 Monate später bin ich ausgezogen; prinzipiell aber eine Glückszahl in meinem Leben- im Jahre 13 haben wir, der Göttergatte und ich uns das Jawort gegeben und auch die Uhrzeit 13 war damals bewusst gewählt…und hat bis heute als nicht greifbares Glückssymbol Bestand. Erst heute erhielt ich einen Anruf vom Allerliebsten genau um 13 Uh, nur um mir zu sagen, dass es jetzt genau 13 Uhr ist am 13. diesen Monats. (Evtl. eine eigendynamische Unterhaltung zwischen zwei Menschen, die diesbezüglich zahlenaffin sind.)

Dieser Tag begann allerdings für mich heute gegen 7:35 Uhr an der roten Ampel Adam-, Ecke Pichelsdorfer Straße eher unschön. Wegen umleitungswährender Bauarbeiten bzgl. des Ausbaus der zukünftigen Flaniermeile Pichelsdorfer Straße, musste ich schließlich links abbiegen und stand halt so da….ein Mann (südlicher Herkunft- ohne Wertung, das muss ich hier eigentlich nicht besonders hervorheben!) ging mit seinem Coffee- to- Go über den Ampelsteig und glotzte mich dabei permanent an. Ich hasse so etwas, habe aber tatsächlich in den Innenspiegel geschaut, um sicher zu gehen, dass alles „gut sitzt“ usw….- schaue dann, alle Fenster incl. Dach, aufgrund von schon morgendlicher Wärme runter gedreht, immer wieder rüber zu dem Glotzkowski, der in sein Taxi einsteigt, um dann folgende Situation zu erleben: er besteigt sein Taxi, schaut immer noch rüber und fährt unter einem Meter Abstand mit herunter gelassenem Fenster an meinem vorbei und trötet mir unverständlich etwas entgegen, was mich gestikgleich an Hannibal Lektor, der die Fo*** von Agent Starling riechen konnte, erinnert an mir vorbei. Mir ist schlecht. Was treibt so etwas in einen an? Mein „Was ist denn?“ hat dieser grinsend ohne Statement im Vorbeifahren ignoriert.

Ich lass mir diesen wunderbar anmutenden- Tag nicht vermiesen, schließlich ist bald Wochenende und es sieht verdammt so aus, als würde es ein schönes werden. Ich bekomme einen Anruf von meinem Kollegen, der nach belegten Brötchen fragt und beschließe spontan, der Niederlassung, bei der wir verabredet sind, zeitgleich eine Himbeertorte zu kredenzen, damit wir nicht alleine, womöglich heimlich, unsere leckerst, frisch belegten Brötchen schnabulieren. Das kommt sehr gut an und als ich den Frauen dort mein Frühstartererlebnis kund tue, bekomme ich auch wirklich mitfühlende Worte und auch der Bezug zum 13. ist nicht ungehört.

Es folgt eine Besichtigung einer Fassade in Falkensee, einer Gräserabladung bei einer Freundin in Schönwalde, die schläft, obwohl sie wach sein wollte…aber eine Spätschicht dazu geführt hat und es in keinster Weise unser (I hate it so!!!) Chi beeinflusst und ein zeitnah darauf folgender Quitsche- Quatsche- Termin bei einer Freundin, die ich nur ab und an treffe, der Zeit geschuldet, sie mir ebenso anders herum viel gibt und wir quasi die Stoppuhr ansetzen, wissentlich, dass ich noch weiter muss.  Wenige Zeit später beschenke ich mich selbst, indem ich beim einzig wahren Plattendealer in der ganzen Mutterstadt meine endlich eingetroffenen Cramps- Platten abhole und schon wieder neuen Shit bestelle und die ein oder andere Minute dem Outta- Work- Flow zum Opfer fällt, um dann wieder voll und ganz dem Jobleben Gehör zu verschaffen, um aber auch hier wiederum festzustellen, dass ein Wochenende mit 30 Grad und mehr allen anderen genauso gut zu Fuße steht, wie mir und deswegen das eigene einleite, so dass ich sogar Rückrufe vergesse.

Es passiert einfach nichts Schlechtes oder gar negativ Behaftetes heute.

Außer in der Politik… Afghanistan, Taliban, etc….pp…. unabhängig von lokalen Nachrichten…wer  will, bekommt was zum 13.geliefert, so viel ist klar…

Ansonsten halte ich es jetzt mit der Aussage der Tochter meiner Freundin:“Mein Schlaf ist mir das Wichtigste im Leben! Daraufhin werde ich später meinen Job wählen.“ Dieses kleine Scheißerlein ist auf dem Weg zum 8. Geburtstag und hat es- for now- begriffen und auch betitelt! Ich weiß nur, dass ich im nächsten Leben meine Wahl definitiv auch darauf begrenzen werde…Schlaf.

One, two: Freddy’s coming for you

Three, four: better lock your door

Five, six: Grab your cruzifix

Seven, eight: Gonna stay up late

Nine, ten: Never sleep again!

Muhahahahaaaaahaaaaa!!!!

Go to sleep! Let’s go to sleep!

Du hast mir ’nen Strandkorb versprochen

Letzte Woche ging es los; eigentlich zum Lunch verabredet, Geburtstags- Nachhol- Essen und eigentlich aber auch einfach mal wieder sehen unter Freundinnen, nach corona- und beruflich bedingter Langzeitabstinenz kommt urplötzlich der Vorschlag anstelle dessen abends ins Open Air Theater zu Shakespeares Othello zu gehen. Ich verweise auf den ursprünglichen Plan mit späterer Erklärung, warum das für mich nicht so in Frage kommt und dem wird zugestimmt. Also treffen wir uns, vergessen wegen Dauerquatscherei und dem gegenseitigen Updates unserer beider Leben komplett die Zeit und stellen nach ein Ewigkeit fest, dass es Zeit ist, langsam nach Hause zu fahren. Zum Schluss fällt mir noch ein, dass ich eine Erklärung schulde und tue diese Kund- Othello geht seit Schulzeiten gar nicht- einem Trauma gleich ist diese Geschichte des guten alten Shakespeares für mich, verursacht durch meine tyrannisch anmutende Englisch- Leistungskurs Lehrerin, für die ich- ich schwöre- bis heute ( so sie noch lebt) nicht bremsen würde. Da mir Verständnis entgegen kommt, beschließen wir feierlich uns ein anderes Stück des Altmeisters anzugucken und die nächsten Wochenenden ins Auge zu fassen. Schwupps, kommt am Montag gleich die Anfrage, was denn mit nächstem Freitag wäre, so wir keinen Stellplatz für’s WoMo finden, da- schlimm genug- nach all dem Updaten dieses Jahr, Walter betreffend, wir tatsächlich noch nicht on the Road waren und es natürlich auch das besagte Wochenende wegen Sommerferien- Camper- Wahn wieder nicht geklappt hat. (Offtopic: bin froh, dass wir zu unserem nächsten Urlaub Anfang September was gefunden haben, aber da haben wohl aber auch nur noch drei Bundesländer Ferien) Ich sage also zu, erstmal, checke dann nebenbei die Wetterprognose für besagten Tag und stelle fest, dass Dauerregen angesagt ist, schaue mir dann aber sogleich auch die Location an und denke mir so: ganz nett, diese “ Nester“ , die zur engsten Auswahl bezüglich der Plätze stehen- strandkorbähnlich, Nester halt. Verweise auf das darauffolgende Wochenende und bekomme nur die Info, dass ausser diesem Samstag nur so‘ ne Schlechtwetterfront zu erwarten ist. Was soll’s- frei nach dem Motto: es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung, hab ich zugesagt: Attacke! Buch es einfach!

Ich muss dazu sagen, dass wir zwei bei allem bislang Erlebten immer Ausnahmesituationen hatten, bzw. die meteorologischen Bedingungen nie die besten waren. So haben wir 2 Jahre hintereinander auf dem Hurricane Festival nie unser Zelt aufbauen können, da unwettergleiche Regengüsse dies jedesmal erfolgreich verhindert haben. Auto geht halt auch, würden wir so wahrscheinlich nie wieder überstehen, damals ging alles. Und so treffen wir uns bei ihr um später dann -kulturfanatisch wie wir sind-  Shakespeares “ Was ihr wollt“ Open Air zu genießen, haben ja schließlich ein Nest; für alles andere gibt es Schirme und Ganzkörperponchos, Standartartikel mittlerweile. Jippieh! Kurz vorm Losgehen ertönt ein Donnern…der Himmel sieht auch so aus, als könne er mit seinem wolkenverhangendem Dasein nicht mehr warten, seine schwere Regenlast  zu entladen- egal, los geht’s- außerdem sieht es in Richtung Ziel viel freundlicher aus. Kurz nochmal alle vorhandenen Wetterapps checken und die Extraladung Optimus in die Hosentasche gedrückt hab ich nur Hamlet im Kopf: something’s rotten in Lichterfelde…

Der Himmel hat sich leider keinen Aufschub gegönnt und war uns nicht hold; bei Ankunft gibt er ein Wahnsinnsspektakel ab und zeigt was möglich ist, wenn man sein Platzen nicht mehr zurück halten kann und einfach platzt. Wir retten uns unter die einzige Markise weit und breit, glücklicherweise die der Bar und ordern erstmal Rotwein (hab ich ewig nicht getrunken und deswegen ist mir unfassbar schnell sehr warm unter meinem Poncho- nicht dass die Temperatur stark gesunken wäre- aber es ist muckelig, so überdacht und nicht fluchtartig rum zu rennen, sondern angekommen zu sein) und stellen schnell fest, dass der Zutritt noch verwährt wird, da fleißig mit Schrubbern die Bühne getrocknet wird. Auf die Frage, ob überhaupt eine Aufführung statt findet, bekommen wir erstaunlich schnell die Antwort, dass alles außer Starkregen zum geplanten Auftritt führt. Offenbar ist Starkregen relativ, bzw. Auslegungssache, denn für unsere Verhältnisse regnet es schon recht stark. Die Frage nach der Spieldauer lockt ein kurz aufflammendes Entsetzen in unsere Gesichter: naja, auf jeden Fall bis 22:45…na klar, ist ja schließlich Shakespeare, das dauert halt…nur unter diesen Umständen echt ’ne Herausforderung! Das absolute Highlight ist allerdings der Blick durch den Zaun auf die Bühne, nebst Bestuhlung: verzweifelt versuche ich etwas Positives zu entdecken- vergebens. Es stehen zur Auswahl rote Plastikstühle (nicht abgedeckt) und Pakete, die mit handelsüblichen Müllsäcken abgedeckt im vorgeschriebenen Abstand lose vor der Bühne stehen- keine Nester in Sicht; nichts was auf muckelige Sitzgelegenheit schließt. Damn! Wir werden hinein gelassen und zum „Nest Nr.5“ geleitet; meine Freundin sieht dem Entkleiden unserer immerhin gepolsterten Stühle zu, wir setzen uns und sie sagt: Du hast mir einen Strandkorb versprochen! Ich kann dazu nicht wirklich etwas sagen, denn online sahen diese Plätze halt wie solche aus- aber sie hat diese ja gebucht, ich fühle mich trotzdem schuldig!

Es geht los und siehe da, nach 20-30 Minuten brauchen wir schon gar keinen Schutz mehr gegen das Wasser von oben- yeah! Irgendwie kann man sich auch plötzlich komplett auf das Dargebotene einlassen, hat ja auch was- wobei das gesamte Drumherum und die Organisation der Menschen mit der Situation an ihren Plätzen mir fast schon als freitagabendliche Veranstaltung gereicht hätte- ist ein wirklich gutes Stück und dabei seine Zuschauerschaft zurück zu gewinnen auch erfolgreich. Es zieht sich dann doch, so wie alle Stücke von ihm es irgendwann tun und dann ist nach 2 (!) Stunden endlich Pause, sogar trocken. Warum auch immer wir uns während dessen keine Nikotinzufuhr gegönnt haben- schließlich draußen- jetzt wird alles nachgeholt, auch die Rotweingläser werden erneut befüllt und man wappnet sich gegen die aufsteigende Kälte. Startklar für die zweite Hälfte, glücklicherweise nicht wirklich, geht auch das Geplätscher wieder los, so doll, dass wir sogar gefragt werden, ob nicht doch unter der S- Bahn- Unterführung weiter gespielt werden soll: wäre unser absolutes Highlight gewesen, alleine der Akkustik wegen, wurde aber vom all zu braven Publikum negiert und weiter ging die Show. Wir tuscheln derweil schon mehr, da die Darsteller unfassbar gegen den Geräuschpegel anschreien, wir trotzdem nicht alles mitbekommen und deswegen – wie zu Schulzeiten- Ablenkung suchen und auch echt einen Spruch nach dem anderen raus hauen, weil die Situation so absurd ist, dass es fast surreal wirkt. Als meine Freundin dann noch furztrocken sagt: „Schirme sind schon ’ne echt geile Erfindung“, kann ich nicht mehr und muss mich von umliegenden Superfans belehren lassen, dass ich doch bitte ruhig zu sein habe. Ich ersticke meinen inneren Clown mit Rotwein und beuge mich der kulturellen Obliegenheit. Irgendwie ist das Stück dann zu Ende, Durchhalten war die Devise- selbstverständlich hat es Spaß gemacht- aber nicht unglücklich darüber geben wir Applaus- konnte selber nicht klatschen, da ich die Schirmhalterin war- und bejubeln ernst gemeint auch die Leistung, bei dem Wetter- ohne Hinfallen- dies durchgeführt zu haben. Bemerkenswert war zuletzt, dass auch wir mit den Worten “ Das ist mal ein Publikum“ gewürdigt wurden und uns selbst für’s Durchhalten gefeiert haben.

Ins Trockene rennend und endlich im Auto angekommen, unserem wohlverdienten Nest an diesem Abend, versuchen wir beide in der Melodie von Nina Hagen’s Farbfilm “ Du hast mir ’nen Strandkorb versprochen“ zu singen… schön, dass alles immer so besonders ist mit dir! Selbst Shakespeare haut mir ’ne dicke, fette Kerbe in unsere gemeinsamen Erlebnisse! Danke dafür und: Samstage sind für Weicheier!

There comes the neighborhood

Schon erstaunlich, was nachbarschaftliche Hilfe so ausmacht. Nur weil man manchmal, noch nichtmals zu regelmäßigen Zeiten offenbar zuhause ist, natürlich- weil man auch nicht jenseits der „warum nicht“- Welt zugange ist, deshalb ein paar Mal nicht „nein, nehme ich nicht an, weil…“ sagt und aber irgendwie heraus findet, dass man als alternitive Adresse hinterlegt ist weil man 2-3 Mal anwesend war und plötzlich ein Gefühl von DHL-/ Hermes- Shop- Dasein bekommt, da man beim Aufschließen der Wohnungstür gefühlt die Tür nicht gewohnt aufbekommt, da durch diverse Pakete versperrt, das normale in den Feierabend gleiten mit Unbehagen behaftet ist, wissend, dass die Neiborhood auf Wochentage scheisst- auf jeden Fall wenn es um abholbare, scheinbar unaufschiebbare Dinge geht- und du weißt, dass es anders herum- vielleicht auch durch erzieherische Denkweisen anerzogen, dir unangenehm wäre, selbiges zu tun, da du weißt, dass ein Sonntag zum Beispiel heilig ist, zumindest sein könnte unter der arbeitenden Bevölkerung, es aber trotz allem passiert und plötzlich um 17:30 Uhr es an der Tür klingelt, das Paket übergeben wird und dir ein schöner Restsonntag gewünscht wird mit einem Lächeln im Gesicht, was die Situation trotz allem nicht wirklich besser macht.

In your face!!!

Am besten kommt allerdings wochenendlich gelagert, wenn man gegen 19 Uhr (!) sogar noch seine Tochter vorschiebt. WTF? Was ist sooooo wichtig, dass es nicht bis Montag Zeit hat? Oder aber anders ausgedrückt: wenn wir, weil nett, an einem Donnerstag ein Paket oder ähnliches in Empfang nehmen, wird dieses erst am Sonntag abgeholt? Bin ich es oder bin ich überempfindlich? Ich glaube nein! Steht nicht jedem ein Wochenende zu ohne im Hinterkopf zu haben, dass Harry Gackson und Harry Schnackson noch irgendwann ihre Ware abholen? Wäre es zudem nicht überaus nett, wenn man ’ne Info darüber bekommt, dass man als Empfängeradresse hinterlegt ist? Ich hatte einmal eine Situation, die mir wirklich unangenehm war; letztendlich musste ich es tun, ist doch unser Hausmeister der Mensch, der zufällig auch über uns wohnt, dessen Pakete wir zu Hauf seit Monden in sicherer Verwahrung nehmen….es begab sich zu sehr weihnachtlicher Zeit, genauer gesagt, um den 2. Weihnachtstag- die Heizung ist am Abend des 1. Feiertags ausgefallen, unser Kachelofen war noch nicht repariert und es war doch recht schattig in unseren großzügigen 4 Wänden. Ich habe lange gehadert, schließlich handelt es sich um einen wohlverdienten Feiertag. Frieren war aber halt auch nicht die Alternative. Also Mut gesammelt und hoch zum Problemlöser- natürlich nicht morgens um 8 Uhr, sondern schon im Tripple- Hoodie, Schal und Handschuhe konnten wir uns noch für später aufheben, obwohl gefühlt diese Kleidungsstücke schon angebracht waren, frühen Vormittag ich den Arsch in der Hose hatte, um Abhilfe zu bitten. Unfassbares Unverständnis schlug mir entgegen, mir wurde gesagt, dass man den Schlauch (Gas betriebene Heizung, die ab und an Wassernaschub verlangt) im Laufe des Tages bei uns abgibt. Fein, denke ich. Irgendwann sagt Erik, dass er glaubt etwas gehört zu haben…siehe da! Ohne zu klopfen oder ein Zeichen von sich zu geben, hing kommentarlos der Schlauch an der Tür. Von einem Mitbewohner habe ich später erfahren, dass es als Unding aufgefasst wurde, dass ich an solch einem Tag nach Hilfe verlangt habe…Aha… hätte mir ja wohl auch vorher einfallen können…nochmals aha….sucht man sich ja auch tatsächlich aus, das Frieren ohne Heizung…Aber selbstverständlich scheint es, sonntags ab 16 Uhr bei uns Pakete abzuholen…nichts kann so wichtig sein, dass es nicht bis Montag warten kann…scheinbar ist die nachbarschaftliche Hilfe hier ein wenig ins Ungleichgewicht geraten.

Er kann froh sein, dass ich noch nie am 1.1. eines Jahres um 8 Uhr geklingelt habe, weil ich seit 2-3 Tagen ’n beschissenes Paket für ihn aufbewahre!

…Bodycount: Here comes the neighborhood…symbolisch… fuck…

Hey….ab in den Süden!

Morgen ist es soweit: ich fliege mit einer geliebten Freundin in den Urlaub- es geht nach Ibiza! Ich fühle mich aktuell wie ein Duracell- Hase: immer wieder den Handgepäck- Koffer checken, incl. dem 1l- Gefriertüten- Inhalt an flüssiger, scheinbar unverzichtbarer, Flüssigkeiten, Ausdrucke aller insgesamt 4 (vier!) nachweislich erforderlichen QR- Codes für den Kurztrip usw. und so fort. Getrieben durch vielerlei Verunsicherungen im Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis bzgl. anstehender Quarantänezeiten bei Ankunft im Heimatland, diese aber tagesgenau checked und eigentlich beruhigt und doch irgendwie nervöser als sonst, bevor Corona da war. Bin ja bekanntlich kein Reisemuffel aber fühle mich echt, was das Aufgeregtheitslevel der anstehenden Reise betrifft, wie ein Newbe! Das Durchgeimpft sein nicht IST GLEICH: mir kann nichts passieren bedeutet, ist ja wohl klar. Aber es ermöglicht mir/ uns – nach gefühltem unendlich eingeschränktem Handlungsspielraum- ein gewisses Maß an Freiheit, die  für unser eins ja immer selbstverständlich war und trotz der verwöhnten Grundhaltung zu dieser Lebenshaltung uns heute ahnen lässt, wie es in anderen Ländern und Kulturen abläuft- mit dem einen Unterschied, dass diese oftmals, nicht wie wir, etwas entbehren und wie bei uns, sich darüber freuen, dass der Grundzustand einigermaßen wieder hergestellt wird, sondern sie es tatsächlich gar nicht anders kennen. Das lässt mich manchmal richtig schlecht fühlen, denn dies, was wir alle hier im Spiel des Lebens zelebrieren ist für andere reine Utopie, wenn überhaupt, also warum beklagen wir uns eigentlich?

Meine Freundin fühlt sich gar schlecht, weil wir fliegen, unterliegt ihre Region gerade einen üblen Vorgeschmack des Klimawandels: sie lebt im aktuell stark gebeulteten Teil Deutschlands, den man- anhand der Bilder, die medial übermittelt werden, nur aus richtig krassen Tsunami- Berichten oder gar Katastrophen- Filmen kennt. Ich versuche passende Worte zu finden, aber scheitere schon im Ansatz kläglich. Aktuell laufen die Nachrichten mit aktuellen Bildern: ich bin fassungslos, mir fällt die Kinnlade herunter. Sie sagt: du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf Sonne, Hitze und nochmals Sonne freue! Ich freue mich, auch für mich selbst mit; war unser erster (Erik und meiner) verschenkter Urlaub dieses Jahr im April auch ins Wasser gefallen. Kein Vergleich aber zu dem, was hier und jetzt im Westen passiert. Das ist unfassbar und erscheint unwirklich!

Ich wünsche mir, dass es absehbar Hilfe für alle Betroffenen gibt, es Linderung- soweit möglich- gibt, ein Ende in Sicht ist und die Regierung tatkräftig Mittel frei gibt, die es bitter benötigt, um ganze Regionen zu retten, bzw. Wiederaufbau zu gewährleisten.

Aber ich hoffe auch, dass wir trotzdem ein wenig Spaß haben werden, abschalten können und sogar mal frei von allem, was drumherum an schlimmen/ schlechten und unfassbaren Dingen passiert, einfach genießen können; ich wünsche es mir. Ob der Ernsthaftigkeit muss ein bisschen Freude auch erlaubt sein- auch wenn es sich komisch anfühlt.

STAY STRONG!!!

Spandau…mon amour!

Freaky friday klingt immer mehr denn je, auch in meiner Hood im frühabendlich, sommerlichen Straßenklingklang wider, mehr freaky than friday…aber schlimm genug, denn in diesem Teil der Wilhelmstadt hat es sich bis dato recht ruhig Leben lassen…Der weltbeste Pizzamann hat sich offenbar selbst mit meinem so verhassten Späti arrangiert, denn er stellt bis knapp vor unsere Haustür Tische auf und dem gut gelaunten Spandauer- genauer gesagt,  wilhelmstädter Straßen- Haute Volaute- People- steht nun nichts mehr im Wege, um sich fernab der Adamstraße zu präsentieren und mal richtig den Zamperno raus hängen zu lassen. Jippieh! Kein Wunder, dass aus der Pichi mit verschwenderischem Tatendrang eine Flaniermeile hervorgehen soll, dessen Grundgedanken ich bis dato nicht fassen konnte, der aber nun- durch ausufernde Geschäftsgebaren eines einzelnen Dienstleisters, zu Bestform motiviert und an Expansionsgedanken nicht zu stoppen ist, mir sich langsam erschließt. Ursprünglich wollte ich etwas Positives schreiben, denn als ich gerade einfach nur Hände waschen war erklingt in meinem nach Musik ausgehungertem Ohr ein Breakbeat, den jeder, der in den 90ern nicht taub war, sofort und auf Meilen erkennen würde, entgegen und ich ertappe mich dabei, dass ich selbst die glücklichste Frau auf diesem Planeten wäre, würde ich timetravelmässig ins Jahr 1996 in die Arena reisen können, um den Auftritt von Prodigy mit “ Smack my bitch up“ erneut live erleben zu dürfen. Ein knappes halbes Jahr zuvor haben uns die Chemobrüder noch an selbiger Stelle ermahnt, dass man doch jeden sein eigenes Loch graben lassen soll. Same, same but different…wie der Thai sagen würde…nur dass Keith Flint in seiner Art uns einfach dann doch mehr das Hirn weggeblasen hat.

Irgendjemand auf der gegenüberliegenden Bank hat auf jeden Fall- mich betreffend- endlich mal guten Geschmack bewiesen und hat eben dieses Lied selbst mich voller Freude hören lassen und das richtig laut. Feini. Das an sich würde ich als “ make my day“ bezeichnen aber auf der anderen Seite steht dann doch die anstehende Bedrohung durch eben solche Läden, die sogar dafür sorgen, dass komplett alle Natur, in Form von Bäumen, entfernt werden…durch angeblich abgestimmter Mittel eines Ausschusses, der sich Wilhelmstadt- e.V. nennt; gegründet um den Bürgern Gehör und Mitspracherecht zu verschaffen, letztendlich aber doch durch in der kommunalen Politik vertretende unterwandert wurde und alles, nur nichts bürgerliches mehr an sich hat und man vor vollendete Tatsachen gestellt wird, da man den Gehweg erweitern wird, Punkt. (Mein Unmut würde jetzt wahrscheinlich zu weit gehen, wenn ich noch in den Fokus stelle, dass dies alles ja online in der Wilhelmstadt- Gruppe diskutiert wurde…aber ganz ehrlich, ein Flugblatt mit Informationen hätte hier bei weitem mehr erreicht, als die Tatsache, dass ich mich auf eine- zudem nicht allen zugänglichen- Umfrage berufe, um dann vor vollendete Tatsachen zu stellen…mit der Hasskappe gerade gerückt sieht die Realität leider gerade auch nicht besser aus)

Ich mochte Spandau immer sehr gerne, lebe selbst als alte Lichterfelderin schon 25 Jahre ( Silberhochzeit dieses Jahr!)  hier…aber das, was hier entweder umfangreich in Planung ist oder aber generell über die letzten Jahre verändert wurde, passt nicht mehr mit meinem „Yeah, ich lebe hier und das für immer!“ zusammen. Stimmt mich traurig; zumal auch die geliebten Menschen hier es nicht mehr raus reißen…

5- minute- break: Mein Mann ist gerade durch die Tür und stellt fest, dass draußen echt der Pank abgeht…ich gönne den Balkonflanzen eine vornächtliche Dusche und bin mir nicht mehr sicher ob der nicen Klänge vor unserer Tür, denn wenn dies dazu führt, dass ich demnächst in einer Art spandauer Bermudadreieck- gleichen Ecke wohne, ist hier nichts mehr, was Amour verheißt. Dabei bin ich doch Fan von dem, was mich hier die letzten 25 Jahre immerhin ausharren lässt und allen Wegziehenden ein großes Fragezeichen an den Kopf werfen lässt, nicht nachvollziehbar, wieso, weshalb, warum man dem Berlin-20 Bezirk nicht den Rücken kehrt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt…nämlich dass die Politik (die, die wirklich was zu sagen haben!) richtig entscheiden und das Geld in Projekte gesteckt wird, die es weitaus nötiger haben, als die Pichi…zuletzt stirbt die Hoffnung vermeintlich…in etwas zu verwandeln, was sie in diesem Leben nicht mehr sein wird.

Es ist jetzt tatsächlich nur einen Freitag später und ich stelle erneut fest, dass der tatsächliche angekündigte Irrsinn Einzug erhalten hat: es ist soweit, ab Mittwoch gibt es eine Vollsperrung ab Adamstraße- für kurzweilige 3 (!) Jahre. Es werden weitere 69 Bäume gefällt (angeblich im Summe mehr neu gepflanzt- yeah, danke Stadtplaner! Danke für die vorgewachsenen 2,5 m hohen Bäumchen, die natürlich alles heraus reißen, denn die jetzt 20m hohen Bäume sind dadurch gleichsam ersetzt: sag das mal den Vögeln, die dann keinen Nistplatz mehr haben- eigennützig muss gesagt sein, dass jetzt im Sommer, unser Blick ins Grün fällt, da Bäume direkt vorm Haus (2. Etage) und eine Neubepflanzung ein unschöner Ersatz sind- die Kotzgrenze ist da schon erreicht- aber nicht genug: ich habe heraus gefunden, dass selbst einige der Entscheider nicht wirklich einverstanden mit der anstehenden Umsetzung sind, dies aber notwendig ist, damit andere Projekte in Wilhelmstadt bewilligt werden und final auch in die Praxis umgesetzt werden können. Aha! Daher weht der stinkende Ausschuss- Wind also. Ich für meinen Teil werde versuchen in diesen Verein rein zu kommen, bringt vielleicht etwas, wenn ne höhere Quote an tatsächlich betroffenen Bewohnern dem politisch gewordenen Gremium inne wohnt, um dem realitätsfernen Gesockse, welches über elementare Dinge und Gelder in meinem/ unserem Umfeld entscheidet, ein dickes Kontra in elementaren Dingen zu liefern… einen Versuch ist es wert.

Denn ansonsten war es das mit meiner Liebe zu Spandau…und das fände ich echt traurig. Hoffnung und so…zuletzt sterben…

Was stimmt nicht mit mir?

Ich durchlebe aktuell eine, für alles mögliche um mich herum, sehr aufmerksam aufsaugende und ins Detail verliebte Zeit, in der ich- intensiver als sonst offenbar- sensibler auf Taten, das geschriebene und verbal geäußerte Worte und Gesten, innermenschliche Reaktionen und soziales Gebaren mittenmang meiner aktiven Umwelt und des Miteinanders, reagiere. Das fühlt sich nur semi- gut an, denn es schafft mich mehr, als das es mich in meinem persönlichen Sein nach vorn katapultiert, was ich eigentlich schade finde; man sollte doch genau dies jetzt zelebrieren und genießen, oder? Eventuell ist es ein post- pandemisches Phänomen, da jetzt, wo vieles- beinahe alles wieder möglich ist- was vorab für einen schier unendlich wirkenden Zeitraum versagt war, so akut und geballt auf einen einprasselt, dass mir das ungewohnte und unüberhörbare Gewusel um mich herum ,einhergehend mit einer derart anstrengenden Reizüberflutung, tatsächlich mein auf „stand-by- Modus“ eingestelltes Gemüt schlägt.

Ich ertrage einfach keine größeren Menschenmengen mehr, denn es überfordert mich in allen erdenklichen Formen- besonders aber ertrage ich diese ganze, auf mich soziopathisch wirkende, „hedonistische Tretmühle“ der Allgemeinheit nicht, denn offenbar ergibt sich durch das in den letzten 15 Monaten erlebten Ereignis im jeweiligen persönlichen Bereich, eine jetzige Narrenfreiheit, die freudenhausgleich nun öffentlich ausgetragen wird/ gelebt wird und ich dieser aber irgendwie keine Gemeinsamkeit abgewinnen kann.

Sollte nicht jeder aus diesem Anlass eigentlich komplett aus dem – nicht irgendeiner Logik folgenden- Häuschen sein? Sich wie ein Derwisch gleich, ohne Sinn und Verstand, wie in Trance, zum  Kreisel der wiedergewonnenen Freiheiten drehen? Seltsam, denn mir geht es halt nicht so, auch wenn ich mich wohl ebenso über die „Lockerungen“ in Form von ungewohnter, alter Normalität freue, wohlgleich nur anders und nicht ganz so menschenmassenfanatisch, wie der gefühlte Rest der Republik. In mir keimt die Frage auf, ob ich nicht insgeheim, all die Jahre einer Rolle gleich-angepasst an die Gegebenheiten- wider meiner Natur gehandelt habe und eigentlich schon immer eher wenige Menschen in meinem direkten Umfeld eher geschätzt habe, als dass es dergleichen viele waren?

Ist es schon immer so gewesen, dass ich eigentlich ein Unwohlsein im Sinne von Überforderung fühle, wenn es sich um mehr als die normale Menschenmenge in einem Raum (also übersichtlich und am besten mit selbst gewählten Teilnehmern) handelt? Und wenn ja, warum habe ich es all die Jahre so erfolgreich überspielt und ignoriert? Da ist doch irgendwas nicht in Ordnung; stimmt da eventuell irgendwas nicht mit mir? Ein kleines Beispiel meines fast schizophrenen Verhaltens sind Geburtstagsfeiern- meine in diesem Fall: vorab sei gesagt, dass ich meinem Geburtstag wirklich gerne einen besonderen Platz ein räume, ihn auch echt gerne mit einer Party huldige- mit allen, mir zum aktuellen Zeitpunkt wichtigen Menschen in meinem Leben, feiere. Doch jedes Mal, wenn es darum geht, dass nach allen Vorbereitungen, die eine Party erfordert, bin ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch, wenn es um das Eintreffen der geladenen Gäste geht; ich würde dann am liebsten nur jeden Einzelnen, nacheinander im Bestfall, in Beschlag nehmen, um der ganzen Aufmerksamkeit, die mir zuteil wird, zu entgehen, die ich ja ursprünglich aber offenbar gewollt habe.  Aktuell nähert sich der nächste runde, in dem Fall eckige, weil 50ster dieses Jahr und ich hoffe, dass ich es schaffe, nicht einem innerlichen Kollaps zu erliegen und zu genießen- wie es sein sollte und das dann vorhandene Hier und Jetzt zu feiern- aber ich bin jetzt eigentlich schon überfordert und denke über Alternativen nach.

Als ich vor 14 Tagen zum Geburtstag eines alten Freundes im spandauer Bermudadreieck geladen war, hab ich es wirklich genießen können, denn wir waren ein kleiner illustrer Kreis, der sich in der Konstellation auch schon Monde nicht mehr getroffen hat und es war wirklich schön. Auf dem Rückweg sind wir noch an einer anderen Lokalität vorbei und beschlossen dort einen Absacker zu nehmen, denn an der anstehenden Kreuzung hätten sich unsere Wege getrennt und ein wenig Zeit wollten wir dann doch noch genießen. Dort waren- eventuell bedingt durch König Fussball- die ganzen altbekannten Gesichter zugegen, mir mittlerweile fast fremd geworden, da nicht mehr aktiv im wochenendlichen Nachtleben unterwegs, deshalb auch in teilweise überraschte Gesichter geblickt, aber ich war komplett überfordert und habe- bis auf Ausnahmen- keinem wirklich Aufmerksamkeit schenken können, denn es war mir zu viel: geballte Ladung at it’s best, too much for me.

Den Fokus auf einzelne, mir vertraute Menschen, bzw. Freunde zu setzen, ist mir das liebste und trägt enorm zu meinem persönlichen Wohlbefinden bei. Vielleicht ist auch der berufliche Aspekt hierbei nicht ganz unwichtig, wie mir soeben bewusst wird. Permanent mit und von Leuten umgeben, erreichbar bis zur Schmerzgrenze und unweigerlich mit allen Facetten des menschlichen Seins konfrontiert, kann es wahrscheinlich dazu führen, dass man im privaten Bereich zum Misanthrop mutiert, nur dass das Gleichgewicht ausser Kontrolle geraten ist, bzw. die Prioritäten verschroben sind und man in einer schlechten Variante der altbekannten Matrix gefangen ist. Ist es in echt nicht ganz einfach und man muss nur zurück in eine Zeit des unbeschwerten Umgangs im Berufsleben, wo einem der Anspruch auf persönliche Kontakte vehement wichtiger war, als die Zufriedenheit und Bestätigung im tagesgeschäftlichen Tun, wo man, nur um normal leben zu können, eine Tätigkeit ausgeübt hat und diese sogar gerne- aber mehr Freude in der Freizeit aufbrachte?

Es stimmt mich nachdenklich. Vielleicht geht es ja irgendjemanden auch ähnlich- ich würde mich dann über Feedback freuen!

Und ihr so? 1,2,3…

Ich bin nicht so für esoterische Dinge zu haben, glaube nicht wirklich an Horoskope und die wahre Bedeutung der Sternzeichen incl. deren noch genauere Ausmachung eines Charakters bezogen auf den Aszendent und den Lebensverlauf, weil er so vorbestimmt ist. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, die sich in den letzten Dekaden  angesammelt haben und auch lebhafte Beweise, warum ich dieser Materie skeptisch gegenüber stehe. Aber was mir in den letzten drei Jahren aufgefallen ist- und das war vorher evtl. auch schon so, nur habe ich nicht bewusst darauf geachtet, sind Zahlen, in meinem Fall Uhrzeiten, die sich immer und immer wiederholen. Ich stehe am Wochenende auf, es gibt nur zwei Tage in der Woche, wo mein Blick nach dem direkten Wachwerden nicht mit dem automatisierten Griff zum Handy und dem checken der Uhrzeit erfolgt; der Blick fällt in der Küche auf die Herduhr (digital) und die roten Ziffern grinsen mir ihr 08:15 ins Gesicht, nicht zum ersten Mal, bleibt aber nicht bei diesem sich oftmals wiederholendem Phänomen und nicht nur dieser Uhrzeit. Ich bemerke dies und beschließe, dem mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Vielleicht schon länger als drei Jahre her aber trotzdem erst mit dem 08:15- Moment in den Fokus gerückt, ist die Uhrzeit im Auto, die- Mensch, ich weiß es doch auch nicht, aber es ist auffällig- häufig, wenn ich das Bedürfnis nach der Zeit verspüre, mir 09:12 Uhr anzeigt, mein Geburtsdatum. Ich bin tatsächlich kein uhrentragender Leut, obwohl ich -noch tatsächlicher- echt ein paar Exemplare besitze, gesammelt in dem Glauben, sie irgendwann zu tragen, es aber niemals tun werde, weil lästig. Offenbar ist mir meine innere Uhr genug und wenn nicht, schaut man halt auf’s Handy oder aber auf die Digitalanzeige im Auto, die in meiner Timeline bemerkenswert oft, die gleichen Zahlen präsentiert. Seltsam? Ich finde schon, ignoriere es aber für ’ne Weile, bis es- ohne fanatischen Hintergrund, also ohne Überprüfung und verfolgungswahnähnlichem Gebaren- selbst mir suspekt vorkommt. 10:15 und 16:12 Uhr gesellen sich zu den mittlerweile bekannten 2, 3 Uhrzeiten hinzu…die eine der Geburtstag meiner Schwester, die andere verbinde ich- und hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt- mit einem meiner Cure- Lieblingsliedern, 10:15 saturday night. Keine Ahnung, was- und ob überhaupt- es zu bedeuten hat, ich für meinen Teil bin sensibisiert…wenn jetzt irgendjemand was mit meinem Sternzeichen Schütze, Aszendent Schütze, chinesisch Schwein, also Doppelschwei, damit in Verbindung setzen kann oder kopfschüttelnd zuhause sitzt und mir beim Rest meines Lebens alles Gute wünscht, nur zu, bitte nur nicht um 08:15, 09:12, 10:15 oder 16:12 …ich höre es mir an, ja, das tue ich. Aber seltsam finde ich jetzt schon, ohne an irgendetwas zu glauben.

Bin für Erfahrungsberichte/- Kommentare dankbar. Wenngleich ich nicht esoterisch unterwegs bin, so glaube ich trotzdem nicht an Zufälle…bitte berichtet über eure Erfahrungen, so ihr welche habt. Danke!

#gefangeninderuhrzeitenschleife#helpmeout