Dann like mich doch am Arsch!

Freunde kommen und gehen im Laufe eines Lebens, das ist nunmal so. Früher, wo man noch jedem und allen gefallen wollte, dachte man ja, dass die, die einem nur annähernd Aufmerksamkeit entgegen brachten, automatisch Freunde sind. Es ist geradezu faszinierend, dass ein gewisses Alter erst erreicht werden muss, wo sich die Einstellung dazu offenbar ändert.

Der Klassiker an Freundschaften entwickelt sich ja zu Schulzeiten. Klar, man durchlebt den aufregendsten Teil seines Lebens miteinander, all die Höhen und Tiefen des jugendlichen Daseins, hin zum Erwachsen werden. Wobei “ erwachsen werden“ für mich nicht so passen will. Vernünftig sein, verantwortlich sein für sich und sein Tun ok, aber erwachsen? Kann man auch später noch werden, denke ich.

Aber der schulfreundschaftliche Weg ging durch die Schwerstpubertät hin zum vermeintlichen Erwachsensein. Das schweisst zusammen und wird, egal was passiert, auch immer in besonderer Erinnerung bleiben! Aber selbst diese Freundschaften können sich aus den Augen verlieren, ganz ohne Absicht, einfach durch unterschiedliche Pläne, die die Zukunft bereit halten soll, verbunden mit Wegzug in eine andere Stadt oder anders gearteter Dinge.

Der nächste Freundeskreis gestaltet sich um den ersten Freund herum, wenn dieser nicht in der selben Klasse ist. Der ist cool, die sind cool und umso cooler ist es, wenn sie einen auch cool finden. Man bewegt sich ausserhalb der gewohnten Umgebung, fremder Bezirk und trotzdem im Bann dieser Clique, die um so vieles mehr zu einem passt, als es der Rest im vertrauten Schulalltag her gibt. Aus diesen Kreisen entstehen oftmals Bindungen, die tatsächlich von Dauer sind und die einen lange durch die nächsten Stationen des Lebens begleiten; bis heute, wenn auch mit Unterbrechungen, weil man einfach gleich tickt, das Leben parallel verläuft und, dass ist natürlich elementar wichtig, man sich mag, so wie man ist und mit den Macken des anderen bestens vertraut ist. Nicht umsonst hält eine Freundin/ ein Freund so etwas über Jahre überhaupt aus! Es ist trotzdem die Jugend, die zu diesen Bindungen führt und langfristig bindet. Es geschehen aber noch wirklich unglaublich verrückte Situationen, die zufällig erscheinen, doch im Nachhinein Bestimmung sind oder waren; anders kann ich mir das Zusammenfinden mit einer meiner später engsten Freundinnen nicht erklären. Wilde Zeiten, die Mittneunziger, alles war möglich und wir wollten überall dabei sein; haben wir auch ganz gut hin bekommen würde ich behaupten. Und alles, während wir uns beruflich um alte Menschen gekümmert haben; und das mit Leidenschaft, ernsthaft! Widersprüche waren damals eh Gang und Gäbe…also passte das ganz gut! Anfang/ Mitte 20 war die Welt auch noch in Ordnung und an Vernunft nur eher am Rande zu denken.

Tsja, und dann ging es in den Bezirk, aus dem alle, die ich dort irgendwann kennen gelernt habe, weg gezogen sind und ich habe meine neue Heimat gefunden. Liebe hin, Liebe her. Hier passierten Dinge, Beziehungen und Techtelmechtel, wie es die BRAVO Lovestory nicht besser in Worte und Bilder hätte fassen können. So verhält es sich offenbar auch mit Freundschaften. Es ist ein bisschen so, wie damals, als er cool war und das coolste war, dazu zu gehören oder aber man dachte, dass man Freunde hat, weil hier Sympathie und Status noch ganz groß geschrieben wurde. Ich bin hier auf ein Phänomen gestossen, was mich irritiert. Schwarmlogik und Schwarmverhalten, die/ das sich mir nicht erschließt oder aber auch nicht zu begreifen ist. Egal, was genau vorgefallen ist- mehrfach, nur anders irgendwie- immer das gleiche Procedere. Person X gerät in Situation Y, womöglich mit Person V, was eigentlich legitim ist, aber irgendwie nicht ins Gesamtbild der Aute Volaute, selbst dazu erchoren, passt oder unstimmig ist, weil….wird urplötzlich aus der vermeintlich freundschaftlichen Runde ins Exil verbannt, ohne Erklärung des „warum“ und „weshalb“, ist dann einfach so. Punkt. Mit ein bisschen Glück erfährt man über Umwege, dass XV in Ungnade gefallen sind, weil das, was vorgefallen ist, ja überhaupt nicht gehe! Soso! Wurden XV denn mal befragt, warum, wieso, weshalb? Nein, aber ist doch offensichtlich; außerdem denken alle so. Na gut, ist dann wohl so. Irgendwie ein bisschen einseitig, die ganze Schose, ich denke mir meinen Teil.

Ich habe leider einige dieser vermeintlichen Freunde durch wahrscheinlich eben geschildertes Schwarmverhalten verloren und weiß bis jetzt nicht warum. Hat mich lange beschäftigt, weil diese – mir zumindest- echt am Herzen lagen. Aber so ist es hier wohl. Werde ich eh nicht mehr in Erfahrung bringen. Schön allerdings, wenn der Moment kommt, wo es einem egal ist, oder es einen zumindest nicht mehr verletzt, bzw. beschäftigt, ein zuweilen wahrlich langwieriger Prozess, und man bereit ist, innerlich den Mittelfinger zu strecken und sich inbrünstig denken kann: Dann like mich doch am Arsch!

Das tut gut und hat fast etwas therapeutisches an sich; irgendwie stellt man dann auch fest, dass einem – wie durch Zauberhand- eigentlich auch gar nichts mehr fehlt und es einem besser geht! Schade nur, dass der Weg dahin ein so holperiger war!

Ich glaube, dass ich rückwirkend dies alles sogar richtig gut finde, bin ja weiß Gott nicht die, die aktiv Leute um sich scharrt, weil sie im regelmäßigen Turnus alle um sich haben muss. Dafür habe ich einfach zu viel mit Menschen zu tun, als dass ich aus fehlenden sozialen Kontakten verwahrlose. Ganz im Gegenteil: die dadurch komprimierten, gefilterten und verbleibenden „heiligen Grale“ der Freundschaft haben mich wohlwissend als Freundin gewählt, so wie ich sie und erwarten keinerlei Gegenleistung oder dass gar andere Sperenzien unsere unregelmäßig regelmäßige Vertrautheit stören. Das liebe ich, das beruhigt mich. Weil ich nicht irgendeiner Denke entsprechen muss oder überhaupt auf die Idee kommen müsste, annähernd etwas zu sein, was ich einfach nicht bin.

Tsja, irgendwie will mir hierzu kein passendes Ende einfallen, zumindest schießt mir nichts Stimmiges in den Kopf. So bleibt dieser Gedankenerguss wohl unvollständig…

Zuhause ist das Wort, trifft es wohl am ehesten, dieses Gefühl, was mich so sehr an die Gralhüter bindet. Heutzutage ein wirklich zu hütender Schatz, unbezahlbar, dafür bin ich unfassbar dankbar!

Späti

Lese auf FB gerade, dass eine Seite aufruft, den besten Späti aller Bezirke zu küren; mit kleiner Geschichte und am besten Fotos, um dem ganzen mehr Authenzität zu verleihen. Prinzipiell ein echt netter Ansatz, sind sie doch die Geschäfte, die einen bei akutem Bedarf Abhilfe schaffen, sei es in erster Linie mit Alkohol- hab noch nie jemanden Käse oder Eier kaufen sehen- ist ja schließlich auch ’ne Daseinsberechtigung. Allerdings kann ich aus aktuellerem Anlass ( jetzt doch schon bestimmt 2 Monate her) nicht wirklich ein gutes Wort an diese Einrichtungen verlieren.

Wir haben unten im Nebenhaus ein solches Geschäft, schon seit über 10 Jahren eigentlich und bis vor einiger Zeit- wahrscheinlich in Summe dann doch schon ein paar Jahre- hatten wir kein schlechtes Verhältnis zueinander. Man kaufte zwar aktiv nichts mehr, denn dazu sind Frankfurt/ Oder – Besuche beim Handel dann doch verlockender, als die teure Variante beim Späti zu erwerben,- wenn man denn Raucher ist ( ja, es gibt noch Raucher)- und auch die Parties lassen im Laufe der Jahre nach, in denen kaltes Bier als Nachschub von Bedarf ist. Also alles in allem eine “ Leben und leben lassen“- Situation. Asis waren sie von Anfang an, die Besitzer, hat halt nur erst später angefangen zu stören. Asi deswegen, da plötzlich gefühlt Ansprüche angemeldet wurden, bzw. ein Verhalten an den Tag gelegt wurde, was sich nur beschreiben lässt, wie Sido einst über seinen Block gerappt hat…klar, ist ja eben auch nur Spandau, aber Grenzen im Benehmen gibt es auch hier!

Naja, um mich jetzt nicht in alten Zeiten und dem damit verbundenen passiven Stress zu befassen, rutsche ich doch lieber gleich in den aktiven und aktuellen Stress rüber- geht ja schließlich um den Späti des Jahres. Wie aus heiterem Himmel hat wohl die Asi- Familie den Laden an- bis zu dem vermeintlichen Tag- unbekannte Fremde abgetreten.

Ich komme mit Mann im Schlepptau vom Einkaufen nach Hause, es ist Freitag und Parkplätze zu dem Zeitpunkt eher Mangelware. Ich entdecke in unserer Einfahrt eine „wird eher knapp Lücke“ und sehe dann, dass ein Wagen nur zwei Parkplätze vor der Einfahrt, offenbar frei wird: der Mann packt Dinge in den Kofferraum und geht zur Fahrertür, sieht dann aber, dass ich wieder ausparken will und den Blinker setze…um mir dann zu offerieren, dass er nicht heraus fährt; ich merke, dass das ein beschissenes Spiel am Start ist und gestikuliere nur, dass es echt nicht ok ist. ( Und das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Vorbesitzer haben schon dieses Ding drauf gehabt, sich immer mit drei Autos die Parkplätze frei zu halten. Ich bin ehrlich gesagt außer mir und würde am liebsten aus dem Auto springen und richtig ausrasten. Weil es einfach nicht cool ist und eher unter die Rubrik fällt, assi zu sein….ich könnte einfach ausflippen. Punkt.)

Es kommt noch besser, denn der Sohn – ich gehe davon aus, dass es der Sohn ist- kommt vor den Laden gelaufen und wirbelt mir mit abwiegelnder Geste zu, dass ich hier nicht parken kann/ könnte. Da wir TK- Dinge dabei haben und das Wochenende vehement an die Tür klopft, fahre ich los, um einen anderen Ort für das Gefährt zu finden, wir werden auch fündig.

Klarer als sternenklar jedoch die Situation beim “ um die Ecke und zu unserem Haus laufen“: der Wagen ist weg und es klafft mir diese riesige Lücke im Parkhafen entgegen, in die sich nun, mit einem Transporter, der vermeintliche Sohn versucht ein zu lotsen. Das will ihm nicht so recht gelingen, denn er stellt sich dann in unsere doch nicht ausreichend Platz bietende Lücke unserer Einfahrt, meinem Ausgangspunkt des ganzen Dilemmas. Ich gehe erst normal rein ins Haus, schwer bepackt, da Omnieinkauf getätigt, Männe schleppt den Rest rein und ist schon auf halber Treppe, als ich kund gebe, dass ich doch nochmals raus gehe, um meinem Groll wegen des Parkplatzfreihaltens freien Lauf zu lassen.

So warte ich also in der Haustür, bepackt mit Taschen im Fußbereich, damit der Einkauf nicht flöten geht, darauf, dass der Typ eingeparkt hat. Innerlich bin ich schon nervlich am Ende, es gibt nichts, was mir verhasster ist, als Leuten eine Ansage zu machen, aber nun habe ich mich dazu entschieden und warte also. Die nachfolgende Situation ist so bizarr und trifft mich eiskalt in meinem vorgefertigten Plan, dass ich für das Verhalten meinerseits keinerlei Erklärung finde: er parkt ein, steigt aus- sieht mich die ganze Zeit dort stehen – und haut folgendes zu mir raus: (O- Ton) haste keine Hobbies? Was glotze denn so, du alte Fotze? Verpiss dich!

Ich glaube in dem Moment, dass ich im falschen Film bin, ich habe spontan die Wüste Gobi im Mund und in der Kehle, bekomme fast keine Luft mehr, bin kurz vor einem Herzriss. Ich bin so fassungslos, dass ich ihm nur entgegen schreie (spätestens da bin ich nicht mehr ich selbst), dass er derjenige ist, der sich verpissen soll.

Klack. Die Tür geht zu und ich gehe hoch zur Wohnung. Ich kann keines der Dinge, die in meinen Taschen sind, ausräumen, denn mein Puls erstickt mich fast und ich kann nicht klar denken. In einer anderen Welt- einer bösen- würde ich nochmals runter gehen und ihm nonverbal klar machen, was ich ursprünglich sagen wollte. Aber ich bin lieber fast eine halbe Stunde wie auf Droge und versuche zu atmen, denn ich kann es echt nicht fassen, was da eben passiert ist. Ich gehe irgendwann auf den Balkon, um die Blumen zu gießen und schaue automatisch runter und eben welcher, der sich mir so unsagbar gut als neuer Besitzer des Spätis vorgestellt hat, schaut hoch und sieht, dass ich ihn sehe und steigt in sein Auto, um es um zu parken, denn es gilt Parkverbot in unserer Einfahrt.

Ich habe ihn seitdem echt nicht mehr gesehen, nur den Vater, der ja nicht wegfahren wollte. Das Autogeschiebe um den Parkplatz läuft natürlich auf vollen Touren. Ich habe keiner meiner geplanten Aktionen umgesetzt, sondern einfach mal Ruhe bewahrt; freue mich darüber, aber bin mir nicht sicher, ob es diesmal tatsächlich ein Erfolg ist, nichts zu tun.

Fakt ist auf jeden Fall, dass dieser Späti nicht in die engere Auswahl kommt, um erwähnt zu werden ( außer hier- und das ist schon mehr als er verdient) aber eins ist klar: ertappe ich irgendeinen, der dort auch nur einen Cent lässt, bin ich wirklich persönlich beleidigt!

Übrigens auch eine sehr geschäftstüchtige Art, sich im Kiez bekannt zu machen…. glücklicherweise gibt es eine Ecke weiter gleich den nächsten, die paar Meter klappen dann doch ganz gut, falls man doch mal einen braucht. Hopefully, dass die Inhaber eures Lieblingsspätis preisverdächtig sind, verbleibe ich mit den Worten: der in der Pichi 33 ist es nicht!

… vielleicht mache ich doch heimlich mal ein Foto, damit auch klar ist, wo man nicht hingehen sollte…

Ich bekomme schon wieder Schnappatmung…also für kreative Vorschläge bezüglich heimlicher Rachepläne bin ich doch dankbar!

Wenn Corinna zu Besuch kommt

Seit nunmehr 15 Monaten wissen wir es und leben mit der Gewissheit, dass sie jeden aufsuchen kann, diese hinterlistige Corinna, man versucht ja schließlich alles, um dem ungebetenen Gast den Einlass zu verwähren.  Ich kenne so viele, die aus unzähligen Gründen, trotzdem von ihr aufgesucht wurden, bei manchen sogar ein Familienmitglied auf die unendliche Reise in ferne Dimensionen mitgerissen hat oder aber dafür gesorgt hat, dass man die Begegnung so schnell nicht vergisst.

Aber so richtig hatten wir noch keine ernsthaften Berührungspunkte; abgeschotteter und auch vorsichtiger kann man auch gar nicht seinen aktuell einseitigen Alltag bestreiten. Und doch klopfte sie gestern bei uns an, bei der Arbeit im Freien, da, wo man es gewiss nicht erwartet hätte. Mein Mann war der sogenannte Erstkontakt der unerwünschten Dame und sitzt aktuell in Quarantäne zuhause, wartend, dass sich das Gesundheitsamt endlich meldet, um durch den ersehnten PCR- Test zu erfahren, dass Corinna nur an ihm vorbei gehuscht ist, ohne wirklich Spuren zu hinterlassen oder gar bleiben zu wollen. Diese Info hat mich erstmal sprichwörtlich aus den Schuhen gehauen; habe mich dadurch tatsächlich meinem allerersten Test unterzogen, sah vorher nicht wirklich eine Notwendigkeit darin, dieser glücklicherweise negativ ausgefallen ist und verspüre seitdem trotzdem eine innere Unruhe, dass doch etwas es in unseren kleinen intimen Familienkreis geschafft hat, vor dem ich – aus gesundheitlicher Vorerkrankungsgeschichte- tatsächlich große Angst habe, denn ich würde diese Begegnung wahrscheinlich nicht überleben. Kaum vorstellbar, was seit gestern zuhause anders läuft, bis Klarheit als Ergebnis quasi Schwarz auf Weiß vorliegt, Ausnahmezustand ist der richtige Begriff, bzw. am treffendsten.

Kein Kontakt in der Wohnung, Desinfektionsgeruch schlägt mir allerorts entgegen, was wirklich höchst unangenehm ist, gibt ja Dinge, an die kann man sich einfach nicht gewöhnen. Ich lebe im Wohnzimmer, er ist ins Schlafzimmer gezogen; ohne TV aber bestens via WLAN versorgt, eine absurdere Situation ist in heimischen Gefilden schlicht undenkbar.

Da ich ab morgen auch zuhause bleibe, da ich ja nicht unnötig Kunden besuchen muss um evtl. unwissentlich Besucherkarten für Corinna zu verteilen, denn die Karenzzeit ist ja erst am Wochenende rum, war ich heute einkaufen, als würden wir wer weiß wie lange im Exil leben- totaler Quatsch eigentlich, aber ich konnte nichts gegen den inneren Versorgungstrieb machen, seltsam. Es ist auf jeden Fall die verrückteste Zeit, nicht nur unseres Lebens, aber auch diese wird hoffentlich- in diesem gesonderten Belang- positiv ausgehen. Wer mag, darf kräftig Daumen drücken. Gebt einfach acht auf euch und checkt genau, wen ihr reinlasst!

Glücklicherweise kenne ich aktuell keine echte Corinna persönlich, würde mir für den gewählten Namen dann doch Leid tun!

Count your stars…

Du weißt, dass du richtig bist, wenn du an einem Montag nachmittags mit deinem Mann zuhause sitzt, leicht übermüdet von der Oscar- Nacht, aber doch schon wieder ’n Prosecco auf machst- evtl. als sogenanntes Konterbier, nur eben in Sektform- und dir wegen all dem musikalischen Konzertentzug in voller Lautstärke das Guns ’n Roses Konzert von ’93 in Sascatoon/ Canada in voller Länge rein ziehst. Was für ein Urlaub, denke ich. Eigentlich wollten wir jetzt in Sankt Peter Ording mit unserem WoMo beim Kollegen von mir hinter der Düne am Haus stehen und ein wenig Urlaubslaune tanken. Egal, denke ich allerdings jetzt, denn ich habe alles was ich brauche direkt vor meiner Nase und wenn wir Wasser wollen, gehen wir einfach rüber zum See oder an die Havel. Also scheiß drauf! Da endlich die T-Shirts aus Asien angekommen sind, die Axl während der Tour von ’91-93 getragen hat, ist es an einem Tag wie diesem in zweierlei Hinsicht super, denn der Mensch mit dem ich irgewann tot umfallen will, sitzt neben mir und sieht zudem auch noch aus wie der Mann, der uns nicht nur diesen nachmittäglichen Montag so stimmgewaltig unterhält, sondern von dem ich auch damals schon unfassbar Groupie war, jedoch nicht so sehr, wie bei ihm; ich glaube er würde sich von mir scheiden lassen, wenn er die Wahl hätte, irgendwie läuft da noch ’n anderes Ding als bei mir damals. Aber das ist vollkommen okay, denn das wird sowieso nicht passieren! Lach! Und so grinst mich ein Charles Manson- Shirt an und es wird  die E- Gitarre gezückt und schwupp sind wir in unserer eigenen Welt, glücklich darüber, dass genau wir beide uns getroffen haben, denn kein Dritter auf der Welt kann genau diesen großen Knall haben, den wir hier heute und jetzt abfeiern….harmlos ausgedrückt. Es gibt nix besseres als solche Tage!

Knocking on heaven’s door läuft gerade und ich glaube, dass wir gleich beim Nachbarn klingeln, einfach so, um zu pöbeln. Ist weitaus nicht so krass, wie es sich anhört, denn das kennt er schon; naja, uns zumindest. Ein super gechillter Mensch, der sich immer über unsere leidenschaftliche Seite mit freut. Grandiose Nachbarn haben wir, denn manchmal glaube ich, ist es zu laut. Mein Mann sagt dann immer, dass wir ja nur über den Fernseher hören, richtig laut wäre es ja erst, wenn wir die Anlage an schmeißen. Prinzipiell hat er ja Recht, ist halt auch Ermessenssache…mal so und dann halt mal so. Kann auch gar nicht so schlimm sein, denn seit unsere Übermieter mit der Tochter die Zimmer getauscht haben, sie jetzt also über unserem Wohnzimmer wohnt, hat sich heraus gestellt, dass sie angefangen hat, Gitarre zu spielen. Ich glaube, dass sie uns mag. Ich glaube, dass sie auch ein kleiner Punk ist. Also ich mag sie.

Jetzt spalten sich unsere Geschmäcker, es läuft November Rain, bin ich drüber, kann’s echt nicht mehr hören. Also nippe ich mehrfach am Prosecco und rauche erstmal ’ne Zigarette. Wir philosophieren darüber, wie super cool es wäre, wenn wir selbst ’ne Band wären und was es auf sich hat, mit den beiden Getränkepullen von Axl. Fuck, ich habe das Gefühl, dass ich mich mit mir selber unterhalte und kann nicht fassen, dass es tatsächlich jemanden gibt, der echt genauso crank ist. Unbezahlbar so ein Moment, ein Montag, ein Leben!

Und dann geht’s los… der Terminator 2- Song…erster Film im Kino mit Dolby Surround…und es gibt keinen Menschen auf diesem Planeten, dem ich (und andersrum) so gerne ins Gesicht schreie, dass er seine Sterne zählen soll, weil ich zurück bin!

…’Cause you could be mine…

Das schönste am Nichtstun

Oh man, nach der ersten Woche zuhause im wohlverdienten Urlaub fühl ich mich wie nach drei Wochen Krankschreibung letztes Jahr. Es passiert genauso wenig, das Wetter ist das erste Mal seit Jahren wieder den Jahreszeiten entsprechend und demnach nicht wirklich aktivitätenfördernd; die Wohnung seit letzter Woche quasi auf Erstbezug gereinigt, da dem Beschäftigungsdrang nach gegeben – durchaus aber happy mit dem Ergebnis, da innerhalb der normalen Arbeitswoche doch nicht wirklich an Aufraffen des selben zu denken ist- war das bisherige Highlight die in der letzten Nacht stattfindene Oscar- Verleihung live (!) aus LA. Hab mir früher tatsächlich gerne mal frei genommen am Montag danach oder im schlimmsten Fall Homeoffice eingeläutet, obwohl pandemiefreie Welt vorherrschte und gespannt gelauscht, bzw. geglotzt habe, wer und was in der Kinowelt so -manchmal- endlich mal eine Wertschätzung seines Tuns erhalten hat. Gestern allerdings, in Vorfreude auf das Happening, da keine Termine, leicht einen sitzen, beginnend mit der erstmaligen Verlegung, der doch mittlerweile langwierigen Tradition des Spektakels vom Chinese Theatres ins Dolby Theatre am Union Sqare und der Tatsache, dass nur Nominierte anwesend waren, drapiert an Tischen, wie man es aus Vergas kennt ( außer die Ladies, die im Film „Emma“ mitgewirkt haben und deswegen aussahen wie Scarlett ‚O Hara, ohne verweht zu werden, aber so überladen) und wie auf Abruf einfach nur so da saßen, weil offenbar das Publikum und die damit verbundene wirkliche Aufmerksamkeit fehlten, hat mich ernsthaft in meiner kineastischen Welt erschüttert. Es hat keine offensichtliche Moderation stattgefunden und wenn, dann war die Erwähnung der Nominierten so unauffällig, dass ich durchaus irritiert war, dass es plötzlich eine Verleihung gab. Bekanntlich kommen ja eh erst am Schluss die richtig bedeutenden Rubriken, bester Film, Schauspieler und Schauspielerin. Doch seit ein paar Jahren interessieren mich tatsächlich auch die zahlreichen, vermeintlich zweitrangigen Bereiche dieser abendfüllenden Veranstaltung. Aber irgendwie ist das alles so wischiwaschi abgehandelt worden, dass es echt eigentlich eher traurig war, als dass es Glamour oder sonst irgendwas von Show implizierte, so, wie man es sonst erwartet hätte, zumindest. Man, die Oscars sind mein komprimiertes „was- geht- bei- den- Leuten- ab- die- ich nur- aus- dem-TV/ Film- kenne“- Info- Event, welches ich ansonsten maximal alle 2-3 Monate beim Lesen der GALA oder INSIDE während des Einwirkens meiner Blondierung beim Friseur meines Vertrauens in Erfahrung bringe…und nun dies…keine Infos, keine wirklichen Interviews, außer Frauen in schicken, gesponserten Kleidern, nichts.

Schade um den Schampus gestern. Müde bin ich auch, obwohl der Schlaf noch nicht ausreichend Einzug erhalten hat- eh nicht so wichtig, hab ja Urlaub- kann man ja mal überm Zaun hängen. Glaube, ich werde erstmal ’n Lachsfrühstück einwerfen und dann dem Nichtstun fröhnen, naja und maximal nach dem Film „Father“ suchen, denn Anthony Hopkins hat den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten. Sehenswert, bzw. Prädikat: besonders wertvoll!

Dies und das / A9

Gestern hatte ich einen wirklich anstrengenden Tag, lange und irgendwie auch nervig. Selbst aufgebrummte Komplett- Ost- Tour ( selbst Schuld am Stress also) begleitet mit unzähligen Anrufen, die einen an den Rand des Wahnsinns treiben können, weil sie so überflüssig sind aber Unmengen an Zeit stehlen. So fahre ich also die A9 Richtung München und rege mich über dies und das auf der Strecke auf, wie immer eigentlich, als auf der rechten Spur die komplette Riege von LKW s auf die Mittelspur rüber zieht. Ist ja eigentlich nichts ungewöhnliches, denke ich, aber rege mich aus Prinzip schonmal über das Geschehen auf. Bis ich mitbekomme, dass eine Reiherfamilie auf der rechten Spur spazieren geht und den Brummifahrern nichts als absolute Tierliebe und Nettigkeit vorzuwerfen ist! Ich bin wirklich sehr angetan von dem, was da gerade passiert ist und freue mich über soviel Weitsicht und werfe dem vordersten Fahrer einen Manne- Daumen (Auf Achse, Manfred Krug) zu. In meiner heilen Welt versunken, dass LKW- Fahrer doch nicht alle miese Spurschneider und Kamikaze-Fahrer sind, werde ich durch ein rotes Licht zurück in die Autobahnrealität geholt. Komisch, gerade war doch noch All- you- can- Bleifuss, wieso ist hier plötzlich 80? Schön die kommende Baustelle durch Heile-Welt- Denken verpeilt und ein schickes Foto geschossen, keine Ahnung ob es bei den Entwicklungskosten bleibt; ich befürchte nicht.

Stunden und einem Aprilwetter, wie es im Buche steht, später, komme ich im Vogtland an und bin irritiert, dass hier partiell echt noch Schnee liegt und von Frühling weit und breit nichts zu merken ist. Obwohl, an einigen wenigen Büschen und Bäumen sind auch hier schon Knospen zu erahnen. Aber es ist bitter kalt, gerade mal 2 Grad plus und ich will hier weg. Also weiter nach Sachsen und dann nach Thüringen. Den Kunden fällt auf, dass ich nicht so gesprächig wie sonst bin aber bemängeln dies auch nicht. Meine innere Uhr treibt mich voran, habe ich doch um 16 Uhr einen privaten Termin in Berlin einzuhalten, und so beschränke ich mich auf das Nötigste. Da ich seit 5 Uhr wach bin, mir das ewige Wetterschauspiel von Weltuntergangsstimmung bis wonnemonatigem Sonnenschein zusätzlich zu schaffen macht, komme ich leicht schläfrig wieder in Sachsen an. Gott sei Dank gibt es hier Kaffee, der so stark ist, dass er mir seine bittere Faust ins Gesicht drückt und ich stopfe mich wild mit meinem Süßigkeitenvorrat voll, der leider auf dem Weg von Leipzig nach Halle leider vollständig erschöpft ist, so dass ich ohne weitere Zuckerzufuhr auskommen muss. Drei Unfälle später, Standart auf der A9, bin ich schon wieder vollends entzückt, wie schön es doch in Sachsen Anhalt ist, wenn die Sonne scheint und lasse meine Augen über die noch kahlen Baumgruppen und die kleinen Flüsse schweifen. Herrlich, finde ich, obwohl ich hier nie Leben wohnen wollen würde, ist mir dann doch zu weit draußen. Aber schön ist es trotzdem. Nun ja, in die Ferne schweifen hat so seinen Preis, in diesem Fall den des zweiten Fotos. Bombenstimmung macht sich breit, bin quasi auf dem Höhepunkt des heutigen Nervtages angekommen. Frustriert schaffe ich es aber doch noch nach Wittenberg und bin dort noch maulfauler als vorher aber bekomme zumindest tröstende Worte mit auf den Weg und mir wird ein toller Urlaub gewünscht. Stimmt ja! Immerhin etwas, was die Laune wieder normalisiert und den Rückweg erträglicher macht. Ich bin mittlerweile so müde, dass ich die Klimaanlage auf kalt drehe, um mich wach zu halten; offenes Fenster geht nicht, denn es schüttet wie aus Eimern, mal wieder. Laut Navi bin ich genau 10 Minuten vorm Termin da, ich bin trotzdem gestresst. Also minimalste Akklimatisierungszeit, bin gespannt, ob ich das hin bekomme. Endlich in Berlin angekommen, vom Feierabendverkehr aber doch leicht gereizt, sitze ich noch ein bisschen im Auto und rauche bevor sie los geht, meine Entspannungstherapie. Eine Stunde später und wirklich überglücklich, nicht eingeschlafen zu sein, bin ich tatsächlich geerdeter, stressfreier und wirklich froh, genau diesen -durchaus nervigen Tag- so ausklingen zu lassen. Also doch gar nicht so ein schlechtes Timing gewesen.

Urlaubsplanung

Jippieh!!! Noch 8x schlafen, dann haben wir Urlaub! Irgendwie war die Vorfreude schonmal euphorischer , selbst letzten Spätsommer, denn da hatten wir einen Plan, wo es hin geht, obwohl die Situation nicht wirklich eine andere war. War sie aber doch, denn es gab zu der Zeit keine Einreiseverbote in die innerdeutschen Bundesländer, die Auflagen waren trotzdem überall die gleichen und es hat funktioniert. Diesmal allerdings kann mich noch nicht einmal die schier endlos dauernde Fertigstellung unseres geliebten WoMos, aka Walther, nächste Woche mit Glückshormonen überschütten, obwohl wir anfangs noch komplett überzeugt waren, der weitläufigen Ostseeküste unseren Stempel der Erinnerungen aufzudrücken. Hingegen befindet sich bis dato unsere Urlaubslaune eher in einem mit Watte gefütterten Vakuum. Wozu soll man, wenn nicht klar ist, ob und wenn, wohin, man damit auf Entdeckungsreise gehen kann, überhaupt ein Zulassen an Freude auf den bevorstehenden Arbeitsausgleich entwickeln? Es stimmt mich traurig, dass ich einerseits wirklich reif für freie Zeit bin und andererseits aber nicht wirklich etwas nur annähernd in die Richtung eines herkömmlichen Urlaubs unternehmen kann. Klar, man könnte jetzt lustig durch die Weltgeschichte fliegen, so wie viele dies ja auch tun- jedem seins- nur hat dies – zumindest für mich- nichts mit Urlaub zu tun. Viel schlimmer finde ich, dass es einem sogar im eigenen Land erschwert wird, einen Ort, bzw. ein Bundesland zu finden, was einem die “ Einreise“ erlaubt und dann evtl. aber unaufgefordert von einem Tag auf den anderen wiederum untersagt, sich in eben diesem aufzuhalten. Ich weiß, dass ist euch nicht unbekannt und garantiert nervt es alle genauso wie mich. Es ist ja auch nur ein “ lautes Denken“ über Dinge, die einen beschäftigen. Der tagesaktuelle Check der Gebote/ Verbote im Dschungel des Lebens, reduziert auf Grundbedürfnisse, in der Hoffnung doch noch ausserhalb des berliner Speckgürtels seine Qualitytime verbringen zu dürfen, schwindet irgendwann dann doch im Einheitsbrei der Hoffnungslosigkeit und der andauernden Ratlosigkeit aller dafür Verantwortlichen.

Oh Moment, bekomme gerade im News-Ticker angezeigt, dass sich wieder was geändert hat. Ok, wow! Aktuell steht offenbar einem, wenn autarkes Leben garantiert ist, kein Verbot des Reisens im Weg…also ein klares JA für unseren ursprünglichen Plan. Mag mich trotzdem gar nicht wirklich freuen; zu fragil erscheint mir das politische Konstrukt der Entscheidungen. Vielleicht ist aber ja genau das unser diesjähriges Frühjahrsabenteuer! Wir reisen einfach los, ohne über das Morgen nachzudenken, ohne Pläne und genaues Ziel, einfach so. An den Gedanken muss ich mich erst noch gewöhnen, weil ich eben gerne plane, aber es schubst mich wieder ein wenig mehr in Richtung Urlaubsfreude und ich glaube, dass ich doch weiter zähle, wie oft wir noch schlafen müssen, bis es los geht! Keep on dreaming!!

Ode an die Liebe…oder wie ich eben solche endlich fand und wusste, dass alles vorher einen Sinn hatte!

Mit der Liebe ist es so eine Sache. Zerbrechlich, speziell, besonders, aufregend aber auf jeden Fall immer hoffnungsvoll und bedingungslos. Sollte es zumindest sein, finde ich. Jeder hat in seinem Leben allerlei Gesichter, die die Liebe gerne im Laufe ihres Daseins aufsetzt, erlebt, durchlebt und kennenlernt. Sie ist die Meisterin der Tarnung, gibt sich nicht immer sofort zu erkennen , schreit dir selten laut ins Gesicht, dass sie es ist, mit der du es nun zu tun hast oder aber sie zeigt sich von ihrer besten Seite, um nicht als solche erkannt zu werden, da sie egal wie, immer zerbrechlich ist. Ich habe, so glaube ich, alle Seiten von ihr  gesehen; mal mehr, mal weniger überrascht bei der Enttarnung ihrer Kostümierung zur Vertuschung ihres ursprünglichen Plans, nämlich mein kleines Herz zu zerstören, weil ich noch nicht genau wusste, welche Regeln dieses Spiel hat oder haben kann. Aber man lernt ja stetig dazu ; was einen ja letztendlich nur zu dem macht, was man in der Jetztzeit ist, darstellt und beziehungsmäßig bereit ist zu zu lassen oder es bleiben lässt.

Vor kurzem hatten wir unseren 8. Hochzeitstag. Eigentlich nichts, was man besonderer Wichtigkeit zuordnen müsste…und doch so wunderbar! Kalendarisch hatte ich in meinem ersten Eheversuch auch schon einen ersten Hochzeitstag, nur hat dieser nicht stattgefunden, da der damals Angeraute damals schon anderweitig verplant war und somit außerhäusig. Kann vorkommen, muss es aber nicht. Bin nach 14 Monaten ausgezogen; hatte ich einfach nicht nötig, nicht mehr. Umso mehr freut es mein von vergangenen Erfahrungen gebeuteltes Herz, dass sich dieses Jahr schon der achte seines Zeichens ergeben hat! Im Leben unserer Elterngeneration und unserer Großeltern kaum vorstellbar, dass man sich über acht Jahre freut, aber es ist der Traum eines jeden, dass man den Rest seines Lebens mit dem Einem verbringt, nur passiert das neuerdings einfach fast nicht mehr! Eine Freundin von mir ist seit 1996 mit ihrem Mann zusammen; 3 Kinder, mittlerweile alle erwachsen, und trotzdem noch glücklich.  Und auch wenn dort nicht immer alles Gold war, was geglänzt hat, sind sie immer noch zusammen und sind nicht wegen einer Laune aus dieser unfassbar tollen Geschichte ausgestiegen. So muss es sein und ist es aber leider kaum noch!

Ich hoffe, dass unsere Geschichte noch ewig weiter geht, traurig über die Tatsache, was wir alles hätten anstellen können, hätten wir uns vor langer Zeit schon gefunden und wissentlich, dass wir schon in die Jahre gekommen sind. Auskosten und Leben steht an oberster Stelle, setzen wir auch unbeschränkt durch, so weit es geht. Kinderlos klappt das auch hervorragend; wollte ich nie, er auch nicht, also stand uns von Anfang an die Welt offen. Wir rennen gerne die Türen ein, die sich öffnen, um soviel des Planeten mitzunehmen, wie es geht.

Jetzt ein wenig detaillierter zur Ode an die Liebe: Der alte Spruch, dass irgendwo für jemanden ein passender Deckel vorhanden ist, erhält neues Input. Die anfängliche Hoffnung, von der ich sprach, die einen trotz aller Widrigkeiten begleiten sollte, spielt eine große Rolle in der Findung zum persönlichen Glück, nicht unerheblich sogar! Man kennt sich gut-  aus Spandau, spandauer Kneipen und sogar einer Hochzeitsreise zu Freunden, wo der Jetzige mir- im Gegensatz zum damaligen Ehepartner- sogar das gefühlte Leben gerettet hat, da Begleitung zurück zum Hotel, weil drüber und wegen mir sogar die Supersause in Barca kurzzeitig verlassen hat. Will sagen: wir haben uns schon immer echt gut verstanden;  egal was und zu welchem Anlass wir aufeinander getroffen sind! Und plötzlich ist es 2012, ein turbulentes Jahr für mich; beruflich, privat und existentiell. Ich bin damals noch gerne durch Kneipen getingelt- Tingeltangel- Stefka quasi- und in der Küche meiner Stammkneipe gelandet, wegen ihm. Was soll ich sagen? Vom Blitz getroffen, vom Gott des Gins erhört oder was auch immer da passiert ist, es war einfach da ! Kommste mit zu mir? Klar!

Schwuppdiwupp: Love the cook! Seitdem klebten wir zusammen, er zog auch nicht mehr aus, es war einfach unglaublich und um uns geschehen. 6 Monate später haben wir geheiratet und ich würde ihn jeden Tag auf’s neue heiraten! Es ist einfach die Begegnung meines Lebens, mit all den Dingen, die ich mir immer erhofft habe, wenn ich über die perfekte Beziehung nachgedacht habe und sogar darüber hinaus. Sicherlich ist es die Summe aus allem vorher erlebten, die uns nun zusammen getrieben hat; und wahrscheinlich wäre einen Monat vor unserer erdbebengleichen Begegnung nichts dergleichen passiert; es war einfach der ultimative Moment, den du entweder an dir vorbei fliegen lässt oder gar erkennst, dass hier was ganz Großes passiert! Es ist unverändert groß, dass was täglich unser beider Leben bereichert und niemals werde ich es müde, ob der Tatsache, dass sich so unaufgefordert das Glück in den Alltag schmuggelt, täglich, fast unnatürlich oder gar gegen die Natur, aber vorhanden, wie ein Geruch, der sich mit einer der urinstinktivsten Gewohnheiten deines Seins, verbindet.

Ich bin angekommen und werde von mir aus niemals mehr den Blinker setzten. Das, was ich immer für selbstverständlich gehalten habe, ist jetzt einfach so, ohne Nachdenken über Verhalten oder evtl. nach irgendeinem Grund bewusst zu handeln. No. 100% Stefka, no filter, no compromises…just pure luck!

Let love rule! Lenny Kravitz hat es in den 80ern schon gewusst… Aber ich wäre nicht hier, wenn ich nicht all die ganzen Erfahrungen vorher gesammelt hätte. Dafür bin ich dankbar. Danke!

Technik, die (be) entgeistert

Ich besitze einen schwarzen Daumen was technische Dinge betrifft, bin eher so der Typ „ich habe keine Knöpfe gedrückt- Mensch“ , wenn irgendwas wieder einmal nicht funktioniert oder „out of order“ ist. Genauso bin ich kein Fan von ellenseitigen Handbüchern. Eher so der „learning by doing- Typ“ , ohne- und das schreckt mich wirklich von vornherein ab, hat es schon immer getan, hunderte von Seiten zu wälzen, um in Erfahrung zu bringen, was passiert, wenn ich Knopf A oder B drücke. Grausam solche Schinken! Dieser Moment, indem ein komplettes, zudem komplexes System zusammen bricht, mir unterstellt wird, ich hätte irgendeine Kombination an Knöpfen gedrückt, ist wirklich immer wieder eine Beschämung! Keiner Schuld bewusst, muss ich irgendwann das Zugeständnis machen, dass ich evtl. – ausversehen- in meiner ungeduldigen Art, doch irgendwo mit meinem hektischen Zeigefinger gegen gekommen bin. (Meine Mutter sagt dann immer, ich bin so ein “ Huddel- Fuddel- Mensch. ) Hab ich aber gar nicht mitbekommen, geschweige denn es extra getan! Auf jeden Fall konnte ich bis dato häufiger diese Phantomfehler feststellen, die- nach genauer Betrachtung- doch mir zugeordnet werden konnten. Mittlerweile bin ich ja realistisch genug, um zuzugeben, dass ich eher grobmotorisch unterwegs bin und für filigrane und gleichwohl feinfühlige Dinge eher ungeeignet bin, geschweige denn, dass mein 2ter Vorname Geduld wäre. Heute morgen allerdings war ich extremst entspannt, da es um mein Software Update für das Diensthandy ging; nachdem ich zig Erinnerungsmails ignoriert habe, da ich nicht fassen konnte, innerhalb von 2 Monaten das dritte Update zu vollziehen; mir aber gesagt habe, dass es wohl seine Berechtigung hat, dass ich im Verteiler bin….zum vierten Mal…final call quasi, und deswegen mir eine ganze Stunde eingeplant habe, um dieses endgültig zu erledigen. Es geht also los, kennt man ja: Update installieren, dann warten und Installierung starten. Gesagt getan. Ich mache so dies und das währenddessen und schaue irgendwann nach dem Stand des Vorgangs. Nach ’ner 1/4 Stunde ist das Display immer noch schwarz, das finde ich seltsam und entferne nur das Ladekabel. Nix. Ok! Bereite mein Pad für’s Auto vor, da mich schon ’ne leise Ahnung überkommt, dass irgendwas nicht in Ordnung ist. Handy ist tot.

Zack, ab ins Auto, um den Tag normal zu starten. Stelle fest, dass ich über das Pad- mit Freisprechanlage gekoppelt- nicht telefonieren kann und bin happy, dass ich im Besitz eines privaten Mobilgerätes bin. Also rufe ich den IT- Support an. Der unterstellt mir sofort wüsteste Dinge, die ich in diesem Fall tatsächlich mal nicht verkackt habe und suggeriert mir, dass ich das Gerät wohl softwaretechnisch gekillt habe. Wenn, dann nicht vorsätzlich, betone ich und bin trotz beschissener Situation so helle, dass mir einfällt, die Anrufe ja auf mein Privathandy um zu leiten- muss ja schließlich erreichbar sein! Findet er auch super und stellt fest, dass er aber vor dem 12.4. auch nichts für mich machen kann, bezüglich neuem Handy und so, hat Urlaub nächste Woche. Hätte ich gar nicht schlimm gefunden, wenn nicht folgendes Mysterium passiert wäre: ich habe meinem Kollegen die Info des technischen Komplettausfalls über privatem Handy geschildert, während ich zeitgleich einen Anruf des gleichen Kollegen über die Umleitung erhalten habe! Er und ich finden das ziemlich witzig aber ich kann den vermeintlichen Doppelgängeranruf nicht annehmen, um zu checken, was es damit auf sich hat. Rufe irgendwann später meinen Mann an, der, als er zurück ruft, auch als mein Kollege auf dem Display angezeigt wird und irritiert ist, dass ich mich förmlich mit Nachnamen melde. Sicher ist sicher denke ich aber und befürchte, dass mein Handy ob der Rufumleitung überfordert ist. Nach ewigen Hin und Her mit der IT ruft mein Kollege nochmals an und fragt, nachdem ich ihm den ganzen Schlamassel mit der IT, neuem Telefon usw. berichtet habe, ob ich was an meiner WhatsApp- Einstellung geändert habe. Ich so: Nee, wieso? Was ’n das für ’ne Frage? Er: Naja, wenn ich auf deinen WhatsApp- Account klicke, kann ich alle deine Kontakte und deren Chatverläufe sehen! Ich flippe innerlich komplett aus und frage mich ernsthaft, was ich wieder gemacht habe oder was mit meinem Handy nicht in Ordnung ist. Sage final, dass ich unseren IT- Menschen richtig anfarzen werde, Datenschutz und so….bin innerlich schon kurz vorm Herzriss…bis er sagt: April, April!

In keinem Verhältnis

Verrückte Dinge passieren, die einen doch immer mal wieder aufhorchen lassen, sie einem irgendwie zufliegen und man- so die Zeit es zulässt- sich fragt, ob und wer eigentlich den Schuss nicht gehört hat. Offenbar habe ich zuviel des kostbaren Gutes übrig, so dass ich den folgenden drei Zeilen mein Unverständnis widmen kann und werde. Eigentlich nur ein einfacher Vergleich. Es geht um Konsum und deren Regeln, die man einerseits akzeptieren muss, da einem einfach nichts anderes übrig bleibt; weil einem an der Kasse -nett- mitgeteilt wird, dass die sich auf dem Band befindende Menge so nicht zulässig ist- steht seit dem Morgen bei allen Kassierer(n) innen auf ’nem Extrazettel, um auch darauf aufmerksam zu machen- und man auf Verständnis tut, um der besagten Kassenfrau nicht den Tag zu verderben; man aber sogar – nach längerem Nachdenken tatsächlich nachvollziehen kann, dass es diese Auflage gibt. Nämlich die, dass ich nur Summe X des Artikels, der sich unglaublich reduziert im Angebot der Supermarktkette befindet, erwerben darf, da Verdacht besteht, dass ich diesen selber gewerblich weiter vertreibe! Das Objekt der Begierde ist hier- schnallt euch an! Kinder- Überraschungseier, was mir untersagt wurde. Ich verteile diese sehr gerne zu Ostern an den Handel mit dem wir kooperieren. Jeder mag die und es ist eine kleine Aufmerksamkeit meinerseits an den Innendienst, den es zudem auch noch freut. Muss mich selbst extremst beherrschen, um nicht wild zig von den Eiern auf zu reißen, um den Inhalt in Erfahrung zu bringen, und Teile zusammen zu setzen und los zu spielen!

Egal, mein ursprünglicher Plan splittet sich nun auf insgesamt 6 weitere Marktbesuche, da ich ja pro Haushalt immer nur 24 in einer Rutsche käuflich erwerben darf. Unnötiger Stress.

Aber nun zum Vergleich: Zur Zeit gibt es wohl eine Aktion bei McDonald’s, die beim Kauf von einem Kid‘ s Menü/ Happy Meal dem Käufer ein super duper Pokémon- Booster Pack verspricht. Es hat sich wohl vorgestern im beschaulichen Saarland folgendes ereignet: 4 junge Menschen, Teens, Pubertierende, haben in einer Ronald- McDonald- Bude 600 von diesen Happy- Meals bestellt, um den offenbar heiligen Gral des Pokémon- Olymps zu erhaschen…zu finden…zu heben! WTF? 2548,-€ ärmer und nach gefühlten 30 verputzten Menüs später, haben die halbstarken Booster- Jäger kollabiert und haben mit ihrer Beute den Laden verlassen. Es gab keinerlei Beschränkung der Menge pro Person, geschweige denn eine Alterskontrolle was das Kid’s Menü betrifft. (Ich bekomme zum Beispiel beim Döner meines Vertrauens keinen Kinderdöner, egal ob mein Hunger klein ist oder nicht. ) Hier wird zudem das aufwendig produzierte Fastfood sofort in die Endablage geschüttet; in diesem Fall ca. 570 Portionen, was a: eine reine Zeitverschwendung der dort arbeitenden Schicht impliziert und b: eine unfassbare Verschwendung der woanders so gut aufgehobenen Lebensmittel darstellt.

Ich bin fassungslos, ob der Kurzsicht aller Beteiligten!!! Aber an vorderster Front steht natürlich der Umsatz als solches, der in keinster Weise offenbar mit der kompletten Outta- Space- Gier nach den Booster- Packs von Pokémon- Raritäten einhergeht.

Ich bin sprachlos und entsetzt und irgendwie auch unglücklich darüber, dass mir beim Kauf von mehr als 24 Überraschungseiern unterstellt wird, dass ich mich bereichere!

Verrückte Welt! …beim nächsten Schuss halte ich mir die Ohren einfach mal zu… vielleicht bringt’s ja was!