Heldin der Arbeit

Seit Ende Januar stehe ich unter Strom. Sehr vieles passiert gleichzeitig, leider nur im Arbeitsalltag. Aber es klappt. Ich funktioniere ausgezeichnet und ehrlich gesagt, macht einiges davon ja auch Spaß. Allerdings hat sich die Lage dermaßen zugespitzt, dass es stressmäßig schon wieder grenzwertig war und ich aber alles (professionell) ausgeblendet habe und weiter funktioniere. Anfang März gab es dann DAS Event in meinem Job: eine Hausmesse des Händlers für den ich tätig bin,  die erste nach Corona und zudem in Berlin. Da unsere Standbesetzung rasant gekürzt wurde, ich die einzige Muttersprachlerin bin und somit Expertin, kam da einiges zusätzlich auf mich zu. Das mein alleiniger Kollege in meinem Gebiet noch einer Pflichtveranstaltung beiwohnen musste, drei Tage vor diesem Happening, schoss dem Fass den Boden vollkommen weg. Ich also alleine, wie Hemi bei „Ab durch die Hecke“.

Nebenbei, als eigentliche Hauptaufgabe bereite ich nämlich im Vorstadium der Messe alleine die Sensationsaktion unserer Firma vor, werde ich permanent mit Zusatzaufgaben beladen: Kannst du für die Kinder am Wochenende noch Überraschungseier besorgen? Kannst du für unser Fassadenexponat noch die Bepflanzung organisieren? Kannst du noch, könntest du noch….? Arghhhhhhh!!!

Weil ich halt so bin, wie ich bin organisiere ich den anreisenden Kollegen und mir noch ein Restaurant in Laufnähe ihres Hotels am Vorabend nach dem Aufbau, dessen ich leider erst am folgenden Tag innewohne- und fahre vom Wedding natürlich nach 13 Stunden kompletter Angespanntheit heraus aus der gemütlichen Italieneratmosphäre noch nach Hause und bin zumindest nicht komplett am Arsch, denn 25 Minuten Heimfahrt belohnen mich sonderbarer Weise mit einem Parkplatz vor der Tür. „Gloria!“

Da ich aufgrund der brisanten Parkplatzsituation am Messegelände am Vorabend schon meine Kollegen im Auto hatte, damit diese sich nicht, wie alle (über 50 Aussteller) einen morgendlichen Wolf suchen, zumal im spooky Berlin, diese nun gemütlich mit Taxi anreisen, sitze ich am nächsten Morgen schon um 6:45 Uhr im Auto, um zumindest eine Chance zu haben; offizieller Beginn der Chose ist 9 Uhr. Wegen des BVG- Streiks gleichen die Straßen in Berlin der Szene in Falling Down, Stoßstange an Stoßstange…genau mein Ding. Bin um 7:30 Uhr da und „Gloria!“ finde auch Platz für’s Gefährt, ohne meinen Schrittzähler am frühen Morgen schon zu überfordern. Es ist kalt, 2 Grad oder so und vor den verschlossenen Türen des Messegeländes stapeln sich die Aussteller. Schnell wird klar, dass die Eventagentur es als ausführendes Organ des Veranstalters es mit dem Einlass Ernst meint. Frierend und leicht verärgert betreten wir um 8:30 Uhr die heiligen Wilhelmhallen.

Stress, Hektik und weiß der Geier was alles sind ab Standbetreten erstmal passé, die Aufregung ist größer als der Rest. Außer bei mir: ich mach mir seit letzter Nacht förmlich in die Hose, denn ich habe ab 11 Uhr einen Auftritt im sogenannten Anwenderforum. Bislang blieb die Panikattacke aus, das bedeutet aber nicht, dass sie noch kommt. Denn: wenn ich etwas partout nicht kann, ist es auf Abruf vor Leuten sprechen, Dinge tun usw… Ich habe damals, als ich herausgefunden habe, was bei mir los war, schon in der Oberstufe Leute überredet nach Hause zu gehen, damit bei meinem Referat so wenig wie möglich anwesend sind; hat häufig super geklappt. Diese Angst hat sich über die Jahre so extrem entwickelt, dass ich bei einer lockeren Best- of- the- year- Zusammenfassung beim Handel vor 10 Jahren so runter mit dem Kreislauf war, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stand und raus musste und auch nicht wieder den Raum betreten konnte. Verrückt irgendwie.

Also kaue ich ab 10:30 Uhr extrem Kaugummi, um sicherzustellen, dass ich nicht die Wüste Gobi im Mund habe, wenn ich dran bin. Irgendwie schaffe ich es, alles aus zu blenden und überlebe tatsächlich diesen Auftritt, der immerhin 20 Minuten lang ist, bzw. war- wieder ein 8000er Berg vom Herzen gefallen!!!

Die Kunden sind nunmehr in Scharen eingetroffen und bis 17 Uhr bekommt man echt nicht mit, wie die Zeit überhaupt vorüber gegangen ist. Die meisten meiner Kollegen nehmen ein Sammeltaxi aber ich, die noch einchecken muss, bin quasi die Reiseleiterin der übrig gebliebenen Mannschaft, inclusive Chef, die zur S-Bahn geleitet und durch’s wilde Berlin begleitet. Ich musste ernsthaft Kollegen überzeugen, dass ihr Wagen am nächsten Tag auch noch da stehen wird, nicht abgefackelt wird- schließlich sind wir nicht in Kreuzberg und den 1. Mai haben wir auch nicht. Puhhhh…Mit der S-Bahn am Gesundbrunnen zu landen ist dann auch für mich kurzzeitig eine Überforderung- bin’s halt nicht gewohnt. Alle sicher ins Hotel verfrachtet, selbst eingecheckt, im Blitzmodus für die anstehende Abendveranstaltung im Kühlhaus umgezogen und Taxi zur Abfahrt nach Mitte organisiert: CHECK! Im Taxi schlafe ich fast ein, die Strecke verlangt aber City- Guide- Charakter meiner selbst ab und so gebe ich schlaftrunkend Laute von mir, wo wir gerade vermeintlich sind und bin heilfroh als wir am Ziel angekommen sind. Ich bestelle umgehend eine Rückfahrt zeitnah am Abend, denn nicht nur der heutige Tag war ausschließlich vom Stehen und mit Nicht- Sitzen geprägt, dieser Abend ist es auch und morgen geht die ganze Veranstaltung noch eine Stunde länger. Just saying. I am Fuß.

Hey, ho! Nix wie rein ins Gedränge denken wir uns und schon am Eingang werde ich von einem Kunden abgefangen, der hackedicht ist und ich einfach durch meine Fertigness nicht schnell genug reagiere, plötzlich gefangen bin im normalen Wahnsinn. Eine halbe Stunde später finde ich meine Truppe und H. und ich machen ’ne Runde- schließlich ist das hier unser Heimspiel! Es gibt drei Gallerien zu erklimmen und ab der zweiten höre ich auf meinen Namen nicht mehr und sehe nur noch eine konforme Masse, keine Gesichter mehr, bin maßlos überfordert. H. reicht mir erneut ein Bier aber das schmeckt einfach nicht und ich reiche es in die Masse. Ganz oben angekommen treffen wir auf einen illustren Kreis, in deren Mitte unser Oberhäuptling sitzt, samt Gattin. Sitzen!!! Wir besorgen allen um uns herum Getränke und ich lasse mich tatsächlich kurz nieder. Todesfehler, stelle ich fest.

Culcha Candela spielt und es ist nicht nur unsagbar laut, sondern auch brachial warm, Frischluft gibt es nur beim Rauchen unten. Irgendwann sagt jemand, dass H. ins Hotel will und ich checke die Zeit auf meinem Handy und denke: watt’n Glück! Genau kurz vor unserer Deadline und sammle alle Willigen ein und wir steigen ins Taxi zum Hotel. Gehe sofort rauf ins Zimmer und stelle mit Entsetzen fest, dass ich zwar eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer habe aber keinen Kaffee. Echt blöd. Rufe H. an, denn der ist über die Treppe nur drei Stockwerke unter meinem Zimmer und ich mach mich auf den Weg zu ihm. Bin schon in Schlafschluppe (rote Adidas Hose, pinkes Dolly Parton- Shirt und selbstgestrickte Socken von Mama) und düse links von meinem Zimmer gleich die Treppe runter ins 1. EG. Nur komme ich nicht wieder rein, scheint nur ein Notausgang zu sein; denn egal in welchem Gang oder Geschoss ich mich befinde, es sieht komplett anders aus als in unserem Hotel. Ich rufe H. an, der auch keinen Plan hat. Ich rufe den Fahrstuhl und ein mega aufgestrapstes Paar steigt zu, aber es geht abwärts- raus komme ich ja wohl. Komme ich auch. Ich bin plötzlich im Nebenhotel und durchquere eine sehr pinke Lobby, springe durch eine Drehtür und renne die 50 Meter auf Socken zu uns rüber, treffe leider noch Nachzügler von uns in der Lobby und verschwinde mit den Worten: alles gut, macht euch keine Sorgen! im Fahrstuhl. Klopfe bei H. und erhalte meinen Kaffe für den Morgen und verschwinde in meinem Zimmer, wo ich ein wenig verunsichert, ob der Dinge, die gerade passiert sind, sehr schnell in den Schlaf komme. What a day!

Samstag, 2.3., 6:45 Uhr: der Wecker klingelt und ich bin echt einigermaßen erholt. Fast 7 Stunden reichen ja auch aus, mal sehen wie lange. Frühstück gibt es unfassbar reichhaltig und siehe da, ich bin weder erste unten, noch letzte. Verknautschte Kollegengesichter blicken noch unscharf durch den Raum und ich Frage, ob wir nach dem Auschecken wirklich wieder S-Bahn fahren müssen. Vehementes Verneinungsnicken bekräftigt meine eh schon rhetorische Frage und ich genieße erstmal die Ruhe vor dem Sturm. Reisegruppe Stefka  schlupft in die Taxen und wir sind gespannt, was dieser Tag so bringen wird und feixen uns einen über die Stories, die der Rest gestern noch erlebt hat. Messe- Alltag.

Es ist 8 Uhr und wir dürfen tatsächlich gleich auf’s Gelände. Der Weg zum Stand führt an vielen müden Menschen vorbei aber wir sind Profis und lassen uns nichts anmerken! Shakka! Die Restenergie meiner Reservebatterien sind aktiviert und ich gebe alles, um mich der  heimlich, immer wieder anklopfenden Stop- jetzt- mal-endlich!- Stimme zu wieder widersetzen. Gelingt. Da heute ein Wochenendtag ist, dauert es- auch wegen der vorabendlichen Veranstaltung, bis die Kunden den Weg hierher finden und nach dem dritten Kaffee beschließe ich mich umher zu treiben und besuche bekannte Industriepartner, die sich genau wie ich fühlen und um jede Ablenkung dankbar sind. Bis auf einmal der Familientag eröffnet scheint und tummelnde Gruppen mit sehr vielen Kindern die Hallen stürmen. Jippieh! Ich bin ab sofort aktive Ü- Eier- Verschenkerin und gehe förmlich darin auf, bis tatsächlich wichtige Kunden nach einem Gespräch fragen und ich so dann aber auch sinnvoll beschäftigt bin. Schwuppdiwupp ist es 15 Uhr und es leert sich das ganze hier. Die komplette Führungsriege verabschiedet sich und wir Verbliebenen halten den Motor am Laufen, professionell halt.

Es dauert nicht lange und die Bekanntgabe, dass der offizielle Abbautermin von 18 auf 16:30 vorverlegt wird folgt und ab da ist es wie verhext: Kunden ohne Ende, natürlich Berliner, belagern uns und die Zeit vergeht im Tip-top- Schritt.

Ich kürze mal ab, sorry für diese ausführliche Wiedergabe! 🤪

Ratzfatz sind wir dabei unserem Stand den Erdboden gleich zu machen und jeder nimmt sich das mit, was er für nötig hält. Keine Stunde später sind wir raus- 17:30- ursprünglich war 20 Uhr anvisiert, also ein unfassbares Geschenk an Zeit und somit an uns.  Ich bin tatsächlich kurz nach 18 Uhr Zuhause und Erik ist auch erfreut. Bis er mitbekommt, dass ich mehr als im Arsch bin und eigentlich beim letzten Bissen meines Snacks schon instant eingeschlafen bin.

Ich kann auch am Sonntag nicht wirklich Aktivität zu meiner Lifetime hinzufügen.

Montag geht’s natürlich gleich wieder richtig los, neues Aktionsmaterial gilt es zu verteilen. Ich lade derweil auch noch mein Auto voll, denn ab Mittwoch Morgen bin ich auf dem Weg zu einem Kreativ- Workshop nach Erfurt bis Freitag unterwegs. Business as usual halt. Dienstag früh denke ich, mich trifft der Gesundheitsschlag: Kopf, Nase, Körper… kein Wunder bei dem Gedränge am Wochenende. Me: Workshop nicht absagbar, da kein Kollegenschwein, sondern Ja! zu Wick DayNight! Jep, und so bin ich frisch gedopt am Dienstag Abend mit einer Freundin auf ’nem Konzert im Metropol; DENN wenn ich mich schon zum Arbeiten zwinge und aufbruzzel, kann ich auch nochmal Spaß haben, oder was???

Mittwoch früh kommt eher, als mir lieb ist und ich sitze im Auto Richtung Thüringen. Feini. Bin über eine Stunde eher als mein Kollege da und fange natürlich schonmal an, den Ort des Kurses herzurichten, allerdings schon langsamer als üblich. Er trifft ein und weiß um meine körperliche Verfassung und ignoriert es glaube ich. Keine Ahnung, ich fühl mich elend und will ins Hotel; wenn auch nur kurz, denn ab 18 Uhr treffen wir uns mit den einzigen zwei Kunden, die nicht am ersten Kurstag erst abreisen, um Essen zu gehen. Yeah!

Die F- Brothers sind 21 und 17 und als wir im Restaurant eintrudeln überkommt mich das Gefühl, dass es wie ein Familienessen wirken muss und ich beschließe einfach konsequent den Abend vorüber ziehen zu lassen und schmunzel in mich rein, beim Ingwer- Limonen – Eistee, während der Rest schon auf Gin Tonic umgestiegen ist. Um 22 Uhr liege im Bett und hoffe, dass es morgen besser läuft.Tut es, denn diese Tablettenkombi zaubert mir heute die Sonne aus dem Arsch ins Gesicht und ich schwebe förmlich durch den Kurs, bespaße die Teilnehmer und bin aus Überzeugung die Maren Giltzer des Workshops!

18 Uhr wieder in der Hotelbar- erste Runde geht auf mich, diesmal in voller Runde, dann ab ins Restaurant. Da auch hier nur ich als Ansprechpartner angegeben wurde, bin ich echt buisy mit Taxen und dem ganzen anderen Scheiß. Kurz nach 22 Uhr sind wir am Hotel und alle gehen noch in die Bar, ich verabschiede mich bis zum Frühstück und schmeiße mich in die glücklicherweise bequeme Falle.

Freitag, 15.3. 6:45: es gibt noch viel vorzubereiten und deswegen bin ich zu 8 Uhr schon im Werk und deswegen frühestmöglich unten und am Auschecken. Fuck, ich wusste gar nicht, dass ich hier ein Buch schreibe! Also jetzt schonmal danke für’s Durchhalten und lesen! 🙏

Chaos am Morgen vertreibt Kopf und Ganzkörper! Alles geht schief und ich deixel die Sachen irgendwie dann doch. Mein Kollege hat derweil die Ruhe selbst und ich bin echt langsam angepisst auf soviel Unachtsamkeit und beschließe ihn heute das meiste zu machen. Geht nicht so gut, also, zum Wohl des Kunden, Engagement wie gewohnt. Ich werde mehrfach gefragt, warum ich nicht einfach nach Hause fahre, da es so omnioffensichtlich ist, wie es mir geht, aber ich verneine. Zum Schluss des Kurses, nach dem Essen, wird es nochmals ungemütlich, Stress ist plötzlich zentraler Mittelpunkt des Geschehens. Kommunikationsfehler führen zum turbulenten Ende des Ganzen und meine geplante Verabschiedung mit Zertifikatsaustellung fällt völlig flach. 2 Stunden später sitze ich aber schon im Auto, es ist 15 Uhr und sage dem Navy, das es mich nach Hause bringen soll. 3 Stunden dauert die Fahrt und ich gebe trotz Zustand und Müdigkeit mächtig Gas, bis vor Dessau plötzlich eine Vollsperrung um die Ecke ( Kurve) kommt und aus 120 km von 70 Minuten 2 1/2 Stunden werden. Ich flipp aus, ernsthaft! Karma ist ein Arschloch und sowieso…

Erik wirft mir mitleidig Blicke zu als ich irgendwann die Hütte betrete und ich lache nur, weil ich das alles echt nicht fassen kann!

So, fast geschafft und hier nochmal als Reminder: Heldin der Arbeit heißt der Beitrag.

Dienstag hatte ich mit wochenlangem Vorstress verbunden mein Jahresgespräch via Teams. Auf die Frage, wie es mir geht hab ich erst nicht geantwortet und dann aber doch gesagt, dass er mich doch nur mal genauer anschauen sollte. Warum ich nicht einfach mal einen Tag Zuhause bliebe. Weil ich bis dato keine Zeit hatte ist meine Antwort, die grinsend bestätigt wird, da man dazu ja eh nie Zeit habe. Ich nicke. Nach einer ganzen Weile verlasse ich das Gespräch und bin nicht nur brainfucked sondern auch ernsthaft am Überlegen, wann ich denn mal eine Auszeit nehmen könnte: Freitag passt.

Nun, es ist Freitag. Ich bin alles andere als erholter, denn ich habe nichts zu tun und der Körper schreit erstmals seit langem auf, dass das jetzt aber auch echt mehr als nötig ist. Jep, haste Recht! Ich sage sogar das von mir voller Freude anstehende Underworld – Konzert heute Abend ab und kann nicht fassen, wie fertig ich bin. Die, die die Heldin der Arbeit ist- ohne Dank und Orden am Ende des Jahres. Eine Bekloppte halt. Schönes Wochenende euch allen und don’t do that‘!!!

4- stellige PINs sind eh schon echt nervig, das kann man gepflegt unterschreiben . Viel nerviger ist es allerdings, wenn die bessere Hälfte morgens um 9 Uhr an einem sogar staatlich anerkannten, seit kurzem gewährten Feiertag ins Zimmer rauscht, weil der SIM- Karten- PIN nicht einfällt. Ganz großes Kino am Morgen, wahrlich. Von Null auf Genius wird verlangt und ich rolle mich erstmal zur Mission Impossible Melodie aus dem gar grellen Sonnenschein vom Sofa ( gestern dort stationär versackt) ins für morgendliche Stunden geeignete Tageslicht, um in Sekundenschnelle wie ein Computerhacker Zahlenkombinationen in meinem Kopf durch zu gehen. Das dies möglich ist, ist selbst mir nicht nachvollziehbar. Irgendwie klappt es aber. Toll. Irgendwie. Ratter, ratter… und dann- vielleicht durch Selbstschutz- die Erkenntnis, dass es im Notfall ja auch einen SuperPIN gibt, so war mir jedenfalls mal. Armageddon- Situation im Hause Stefka/ Erik. Wo nur ist die Info über diese lottojackpotgleiche Zahl nur hin? Eine ganze Viertelstunde später liegt die Lösung nicht auf der Hand; ein echt fabelhafter Start ins lange Wochenende denke ich und versuche immer noch vampirgleich der Sonne auszuweichen, mittlerweile ohne musikalische Untermalung im Kopf, schwer genug das alles. 2 Versuche sind noch übrig und ich bin mit meinem Mobilfunklatein wirklich am Ende meiner Kräfte und verweise auf die Option, morgen in den O2- Shop zu gehen, um Sperrungen oder solche Dinge zu vermeiden. Wird nicht gut angenommen dieser Tip. Verständlich auch, jetzt, wo ich darüber nachdenke. Mein Kurzschlafhirn arbeitet auf Hochtouren und warum auch immer fällt mir eine alte Zahlenkombination ein, fast aus sentimentalen Gründen, denn alle Ordner, die Klärung schaffen könnten, verweigern ihre Aussage und siehe da: Sesam öffne dich!!! Es ist 9:58 Uhr und es ist Feiertag, wie schön. Good night you lovely women and enjoy the rest of the day or year!Ich leg mich wieder hin, es sei gegönnt!

QOTSA

Long time ago writing something about me. Daily shit ist the answer and the time right now to do it!

Gestern kurzzeitig gedacht, dass dem alten Assitum erneut Einhalt geboten wurde, denn folgendes hat sich zugetragen:
Bäm! Erik fährt zur Arbeit, verlässt die Bude um 4:40 Uhr und ich bin wach und denke so vor mich hin, dass 1 1/2 Stunden mehr Schlaf schon echt was bringen würden, denn seit Wochen schlafe ich gefühlt kaum noch, was nicht mit einem Pre- USA- Syndrom zu tun hat, sondern scheinbar anders geartet ist. Egal, was es ist, es macht mich fertig. Deswegen war ich nach nur ultrakurzem Powernapp am Nachmittag kaum erholter als vorher. Erik hat ’ne Mütze voll Schlaf nach Ankunft Zuhause genommen und schwuppdiwupp war es auch schon 18 Uhr und wir waren mit Ready – to- go- Outfits für Queens of the Stoneage beschäftigt und buisy. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin sind mir ja ein absoluter Dorn im Auge, aber mein Mann suchte die vermeintlich kürzeste Verbindung in die Max Schmeling Halle via App und ab ging’s! Für mich geht das ganze Prozedere mit Öffis ganz gut, denn ich weiß, dass wir ein Taxi zurück nach Hause nehmen. Ansonsten würde ich das komplette Überangebot an Menschen gar nicht ertragen. Just saying.
Wir steigen, nach doch echt aufhaltsamen Minuten suchend nach dem Anschlussbus, endlich Gesundbrunnen in den Bus und vier Stationen später sind wir schon da. Klar. Ich meinte noch vor kurzem zu Erik, dass sowas wie die Max Schmeling Halle ausgeschildert ist, war diese aber nicht. Passiert.
Eine Querstraße weiter entdecke ich zwei People, die Döner oder sowas essen und ich denke nur: Hey cool, ich frage einfach unverblümt nach dem Weg und die Antwort ist inclusive Handbewegung in die Richtung, die wir auch dachten. Beim Gehen und freundlich Danke rufen, sagt er noch: sind wir auch gleich, haltet uns ’nen Platz frei! Ich so: na mal sehen! Erik und ich laufen also los, unwissend wo wir uns aktuell befinden. Tsja. Nach nur knapp 800 m hinterfrage ich das ganze. Und siehe da, komplett falsche Richtung! Ich: 🤔😤🤬👊👊👊 Worte wie: ich habe leider ein komplett funktionierendes Gesichtsprogramm….und den erkenn ich….und dann hau ich ihm eine rein… könnten durchaus gefallen sein.
Anderseits war ich es, die vermerkt hat, dass es durchaus schlimmer hätte laufen können, erwähnenswert, trotz allem, dass ich verbal kurzzeitig entgleist bin. Was aber wirklich für ein Fic***!?!???? Aber wir hatten dadurch einen schönen umwegigen Spaziergang und ich habe festgestellt, dass Google- Zeit- Angaben für Tip-Top- Schritt- Menschen oder gar mit körperlicher Beeinträchtigung geschaffe ne Menschen bemessen sein müssen; denn ratz- fatz waren wir schon da! Jippieh!
Waren echt überrascht, dass die Schlange am Eingang mega-kurz war und kurz vorm Reingehen erscheint die Stimme aus dem Off: Hey! Ich wollte mich nochmal bei dir entschuldigen, denn wir haben euch nicht extra (!) in die falsche Richtung geschickt, sondern sind auch erst falsch gelaufen. Es tut mir wirklich Leid und ich wollte sicher gehen, dass du mir nicht gleich eine in die Fresse haust! Ich so: Hätte ich wirklich gerne, wahrscheinlich aber nur im Gedanken, denn ich dachte vorhin, wie Assi sind die Leute immer noch unterwegs, Leute bewusst in die falsche Richtung zu schicken!? Und wie krass assi, dass ich auf die Scheiße rein falle! ..aber nett, dass du dich erklärst. Wir sind dann also, ich auf jeden Fall entspannter, rein in die Halle, um dann fest zu stellen, dass deswegen draußen so eine Leere herrschte, weil es drinnen rappelvoll war! So voll, dass wir unsere Jacken nicht abliefern konnten und nach dem zweiten Support der Chats schon komplett durch waren. Opfer, die man halt so bringt, wenn es passt. Und das hat es! Das Konzert war der absolute Hammer, weil wir auch gerade erst bei der Rancho de la Luna in Palm Springs waren und generell Queens of the Stone Age jedem ins Ohr kriechen sollten. Ich glaube auch heute noch, dass genau das dazu geführt hat, dass es dem Typ wichtig war, nicht für Unmut zu sorgen: denn diese Community ist weg von aggro oder anderen negativen Movements. Again and again and again and again…So wie in den Mitt- 90ern zu Techno- Zeiten: Da gab es keinen Grund für Aggros, denn man war deswegen dort, zu dem Zeitpunkt und nur deshalb! Peace on earth wäre der nächste Schritt. Sit and wait….for that..

Sozial kompatibel musste sein oder: Privatleben ist auch nicht so schlecht

Diese Woche war eine echte Herausforderung bezüglich beruflicher Termine und privater Herausforderungen. Es ging gleich letztes Wochenende los, als ich von einer verkäuflichen, wahrscheinlich letzten seiner Art, erhältlichen Karte für das am Montag statt findende, legendär anmutende, „Rancid“ Konzert angeboten bekam. Vorausgehend war meine spontane, ursprüngliche Vorab- Daseins- Berechtigung für dieses Event, denn ich bin kurz vor Weihnachten ins Lutetia, nur um ein paar Leuten “ Hallo!“ zu sagen, auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty einer Freundin im benachbarten Brauhaus. Mein alter- und schwer geliebter Nachbar- nimmt an diesen monatlichen Musik- Quizzen Teil und es war ein solcher Abend; deswegen war ich auch, ohne dies akut zu wissen, sehr verblüfft, all diese bekannten Menschen adhoc an diesem Platz an zu treffen. Nach gefühlter 90er Jahre bekanntheitsgradempfundener Popularität in dieser Lokalität und der einher gehenden ausufernden Begrüßungen all dener, die ich seit Monden nicht- allesamt auf einem Haufen zumindest- mehr gesehen habe und nun erleben musste, stach eine direkt an mich gerichtete Frage eben dieses Nachbarn hervor: D. kann nicht mitkommen, was machst du am 12.6.? Ich so: WAS? Er so: Rancid, man! Ich hab‘ zugesagt, instant, um allerdings keine 5 Minuten später erneut nach zu fragen, zu wem ich jetzt mit ihm gehe. Erschien schon seltsam, ihm auf jeden Fall, mir war es wahrlich nicht so denkbar legendär in diesem Moment, also erschloss sich mir der Sinn nicht ganz. Hab’s beiseite geschoben und mich meinem zukünftigen Quiz- Team der kurzen, verbleibenden Zeit gewidmet. Ich versprach ab nächstem Jahr auch dabei zu sein ( warum auch immer werde ich als Geheimwaffe des Musikwissens gehandelt und es wird ehrlich Wert auf meine Anwesenheit gelegt! 🤘😎) und verlasse kurzerhand den Laden, um meiner Freundin Tribut zu zollen und ziehe weiter ins Brauhaus. Ich bin fast die letzte, die ankommt, obwohl es erst kurz nach halb acht ist. Der Abend sprengt seit langem alle Feierrekorde und ich erlebe noch fast bei Sinnen eine Kiezkneipe in meinem eigenen Kiez, die ich noch nichtmals vom Vorbeifahren wahr genommen habe!

Aber zurück zu dieser Woche und dem Angebot, welches dieses legendäre Rancid- Ding betrifft. Mein Nachbar hat wohl wissend zur Kenntnis genommen, dass alleine mein Nachfragen darauf schließen lässt, dass ich nicht voll und ganz Feuer und Flamme war, was offenbar erwartet wurde. Also bekomme ich vorletzte Woche eine Nachricht, von eben diesem, ob ich nicht bereit wäre, diese Karte an einen „wirklich“ interessierten Freund von ihm ab zu treten. Ich bin mittlerweile natürlich auf Kurs und war schon in übelster Ohrenvorbereitung auf dieses Event, muss aber tatsächlich eingestehen, dass ich am nächsten Tag um 7 Uhr (!) in Brandenburg sein muss, da Firmenveranstaltung, also gebe ich die Karte frei. Nun kommt also aber dieses Angebot von der Freundin letzten Samstag und ich hardere wirklich mit mir, denn Rancid kenne ich tatsächlich schon seit über 20 Jahren und bin übelst im Zwiegespräch- sage dann aber doch nicht zu, denn ich würde es nicht auf die Reihe bekommen, das Berufliche am nächsten Tag. Kann damit auch gut leben, denn den Donnerstag davor, habe ich schon ein Konzert am hiesigen Mittwoch in der Zitadelle zugesagt, fast nur des Namens wegen, denn die Frage war: Hey Stef, hast du Lust am Mittwoch mit zu „Wars on drugs“ zu kommen? Ich so: Cool, 3 chicks on speed! Hell, yes! 😂🤭 Blöder Weise konnte ein Freund nicht und so ergab sich dieses Ticket. Ich kenne und kannte nur einen Song- die Truppe hat den Ausschluss gegeben und das Wohnzimmer Zitadelle den Rest. Ich hole also Dienstag die Karte bei dem Freund ab, der verhindert ist und bleibe auf eine Zigarette. Wir haben uns seit meiner großen Party letztes Jahr nicht mehr gesehen, wir beide denken schon aber ich konnte es an nichts fest machen. Ich werde- nicht umsonst – auf nicht abgesagte Quiz- Nights angesprochen und finde nur schwer überzeugende Ausreden, die mit folgenden Worten begleitet werden und mir ernsthaft zu denken geben: Man Stef, manchmal muss man einfach auch mal persönliche Kontakte pflegen und sich ‘ne Auszeit nehmen! Ich bin ja eine ziemlich spontan Transfer leistende, reflektierende Person und ertappe mich als erstes trotzdem dabei, dass ich auf alles Mögliche anspreche, mich entschuldige und Besserung gelobe, ich natürlich ein Privatleben habe und nur innerhalb der Woche nicht kann, weil es mein Zeitplan einfach nicht her gibt. Ich soll mich ja nur nicht vollkommen vergessen und einfach mehr leben ist die Antwort. Shit! WTF? Ich lebe ja schon ein echt tolles Leben, finde ich, sage aber nichts dazu, denn ich weiß, was er meint und er hat Recht. Ein erstes Zeichen habe ich ja mit dem Konzert am Mittwoch gesetzt, wissentlich am nächsten Tag zu unchristlicher Zeit wieder raus zu müssen, so what?

Aber es bleibt im Kopf und ich denke wirklich darüber nach, nicht, dass ich das vorher nie getan hätte.

Ich habe schon so vieles in den letzten Jahren abgesagt, weil es mir zu anstrengend erschien, mir zeitlich nicht gepasst hat und, und,und …Eine Sache, die früher niemals passiert wäre- denn wenn ich für etwas unter anderem bekannt war, ist es Spontaneität, die wahrlich in den letzten Jahren auch gelitten hat. Nicht, daß ich Fan davon bin aber ich ertappe mich dabei, eher die Faulheitskarte aus zu spielen, als dass ich aktiv werde. Und so telefoniere ich heute mit R. um zu erfragen, wie es ihm geht und er fragt zurück, wie das Konzert war, und so reden wir eine kurze Weile miteinander, bis ich ihm sage, dass seine Worte neulich echt bleibendes Nachdenken bewirkt haben. Ich erzähle so vor mich hin, entschuldige mich erneut für zahlreiches Nichterscheinen, was dem mannigfaltigen Kontakt mit Menschen zugrunde liegt, den mein Job mit sich bringt und die Couch sometimes in den Fokus stellt aber räume ein, dass ich gewillt bin, dies zu ändern. Nicht jede Woche aber zumindest in einem gewissen Turnus- kein Versprechen! Aber er hat ja Recht! Manchmal muss man einfach seinen inneren Schweinehund überwinden, so wie beim Sport – und das gelingt mir ja auch 2 Mal die Woche, also: Attacke!!! Einfach mal wieder mehr Zeit mit Freunden und privater Zeit im Kreise eben dieser verbringen ist der neue Weg! Man muss einfach mal wieder auf simpelste Dinge, selbstverständlich eigentlich, angesprochen werden, dann läuft die Maschine auch mal außerhalb des To- Do- Modus!

Off- Topic: Ich habe diese Woche auch mal wieder was für meinen eigenen Seelenfrieden getan: Queens of the Stoneage und PJ Harvey- Tickets gekauft, beides übrigens mitten in der Woche! Yeah! Stimmt nicht ganz, PJ ist Samstag, hab ich grade gesehen aber das zählt nicht!

Und jetzt doppelt Off- Topic: Ich bin sehr wohl an gruppendynamischer und gar einzelner Freundschaftsaktivität beteiligt und maßgeblich beteiligt , aber manchmal kommen halt trotz Absprachen mehr Absagen, als Zusagen…kann ich ab, denn: was wäre ich für eine Freundin, wenn ich da Veto einlegen würde??!

I wish you all a happy weekend! Mine will be fucking cool, denn ich habe 30- jähriges Abi- Treffen und vorab eine wirklich gechillte Gartenparty….so long, fare well, good bye!

Glücklich! Wann?

In welchen Momenten bist du am glücklichsten?

Wenn ich das erste Mal im Jahr barfuß auf Gras laufe

Wenn ich im warmen Sommerregen durch die Stadt renne

Wenn ich morgens in das Gesicht meines Mannes blicke

Wenn ich mit den Händen im Sand grabe

Wenn ich das Meer sehe

Wenn ich Bowie höre

Wenn ich den ersten Caipi des Jahres trinke

Wenn ich es schaffe 3 einfache Akkorde auf Bass zu spielen

Wenn Sommer ist

Wenn alle, die mir wichtig sind, zufrieden sind

Wenn der Bass mein Ohr zum Platzen bringt

Wenn Vögel den Frühling einläuten

Wenn ich mit Erik in den USA bin

In Kalifornien

Wenn gute Musik läuft

Beim Tanzen

Wenn der Kopf auf Off geschaltet ist

Wenn ich mit Erik Quatsch mache

Wenn fünfe manchmal gerade sind

Freunde machen mich unglaublich glücklich

Unabhängig sein

Frei sein- Frau sein

Irgendwas ist immer oder halt 6 Stunden in Hamburg

Es ist 9:45, Samstag. Und anstatt um 11 Uhr die gemütliche Bootstour auf der Alster zu absolvieren, sitze ich Zuhause und kümmer mich um meine Vogelbrut. Tsja, es scheint wie vertäufelt mit uns, Erik und mir. Zumindest was Reisen betrifft, sein sie auch noch so kurz, wie dieses geplante Wochenende.  Gestern sind wir ab 14 Uhr auf dem Weg nach Hamburg, um bis Sonntag dort gechilled Zeit zu verbringen; Auslöser ist unser Ticket für Metallica am selbigen Tag und weil man schonmal da ist, kann man ja auch gleich noch mehr hanseatische Luft schnuppern und sich der Gelassenheit des Nordens hin geben. Nun denn, der Start ins Wochenende ist müßig, denn nach über einer halben Stunde sind wir erst raus aus Berlin, um dann der 24 folgend im Permanentstau zu stehen. Erst gehe ich vom Pfingstferien- Stau aus, würde sich ja anbieten, es entpuppt sich aber nach (!) 50 km als reiner „Ich glotz nach drüben zum Unfall“ – Stau (davon gab es auf dieser Strecke in Summe 3), der in mir schon leichte Zornesfalten ins Gesicht brennt, denn dies macht mich fassungslos – diese Geilheit am eventuellen Leid anderer, mit dem Denken, dass diese abscheuliche Neugier auf Real- Time- Szenarios den restlichen Reisenden den Tag verschleppt. Zeit-Diebe, die ebenfalls geahndet werden sollten, wie diese, die sich für den Globus auf fälschliche Weise ereifern. Wie dem auch sei, nach Kilometer 70 läuft es und wir fahren Richtung Norden. Wir genießen die Sonne, die flache aber schöne mecklenburgische Landschaft und freuen uns einfach mal wieder unterwegs zu sein. In Hamburg rein fahrend stellen wir fest, dass auch hier extremer Berufsverkehr vorherrscht und so sind wir erst gegen 18:15 Uhr am Hotel. In duschiger Vorfreude auf den Kurzstop im Hotel, bis es alsbald zum Volksparkstadion geht, schießen wir in die Lobby. Und dann folgt das: unser Zimmer wurde annuliert, ich müsste das ja von Booking.com wissen. Atmen. Atmen ist angesagt, denn in mir rastet gerade mein Inner- Monster aus. Ich so: das wüsste ich ja, sonst wäre ich ja schließlich nicht hier und übrigens habe ich heute morgen erst eine Nachricht vom Hotel bekommen, mit der Info, dass, sollte ich noch irgendwelche Fragen oder Wünsche haben, ich sie doch bitte noch mitteilen soll. Ich bin fassungslos und weiß nicht so Recht, wohin mit mir. Erik ist das erste Mal (gefühlt) instant ohne Plan, denn er suggeriert mir, das ich jetzt auch echt ausflippen kann und darf. Ich beschwere mich aufs Äußerste und als sie sagt, wir hätten heute morgen erst gebucht, raste ich (innerlich) komplett aus, krame meine Brille raus, um ihr zu zeigen, dass alles seit Februar in Sack und Tüten ist. Sie telefoniert kurz und teilt uns mit, dass wir in einem Partnerhotel unter kommen könnten. Prima! Wo ist das? Bei Hamburg, nur 25 km südlich. Aha. Kommt für uns nicht in Frage, denn wir wollen hier zum Konzert und das passt dann nicht mehr für uns- es sei denn, dass ein Taxi als Ausgleich übernommen würde. Nein, das geht nicht. Wann kommen sie denn zurück heute? Erik und ich wissen nicht, was jetzt kommt und sagen: wahrscheinlich gegen 0:00 Uhr. Sie jetzt: sie könnten ja ihr Gepäck hier lassen und es danach dann abholen und dann erst zum anderen Hotel fahren. Ich bin sprachlos und froh, dass Erik das übernimmt. Wir lassen uns trotzdem die Adresse aufschreiben, um dann flugs diesen furchtbaren Ort zu verlassen. Wir geben tatsächlich kurz die neue Anschrift ein, um dann nach 3 Minuten zu beschließen, Hamburg noch in dieser Nacht zu verlassen- stressig ja, schließlich ist er seit 4 Uhr wach und ich seit halb sechs, aber es ist die beste Lösung, die sich und bietet gerade. Natürlich checken wir noch Verzweiflungs- Hotelmöglichkeiten, um fest zu stellen, dass 350€ plus uns nicht passen. Also ab zum Volksparkstadion. Yeah! Mir ist kurzzeitig gar nicht mehr nach Konzert aber ich fange mich, bis wir im stauigsten Stau ever stecken. 100 Meter in 8 Minuten und noch 800 bis zum Ziel, welches nach Unfall direkt vor uns im Stau, dann zur Sisyphos- Aufgabe mutierte. Meine Nerven liegen nackig auf der Haut, ich bin pissed, sowas von, ich finde keine Worte. Die Abbiegerspur, die unser Navy geraten hat, ist gesperrt und wir biegen hilflos rechts ins Industrieviertel ab. Nichts geht. Keine querstellmögliche Paklplatzgmöglichkeit bietet sich- noch nicht einmal absolutes Halteverbot, es ist zum  letzte Haare raufen, die letzten heute. Aber dann: dritte Runde auf der Straße nebst allen Nebenstraßen, entdecken wir einen Platz, der quasi gemacht ist, für unser Vehikel. Es steht zwar groß Privateigentum dran, aber erst nach dem Zaun, 4 Meter dahinter. Zack! Eingeparkt und dann geht altes Festival- Survival- Dings von statten, fast robotergleich ziehen wir den Koffer hervor, um unsere Konzert- Outfits raus zu kramen und sitzend in Rekordschnelle anzuziehen, um nach unter 10 Minuten startklar zu sein für den heutigen Abend. Der gekühlte Jacky Cola schmeckt heute so wunderbar erfrischend, wie noch nie zu vor und so reihen wir uns in die strömende Masse ein, um Richtung Stadion zu laufen. Als wir eintreffen, ist es 20:15 Uhr und die Vorbands sind Geschichte. Beim Herunter laufen in den Innenraum schallt tatsächlich “ Space Cowboys- Home on the range“ aus den Lautsprechern und ich persönlich feiere das sehr ab, Erik findet es auch cool glaube ich, saugt aber das Stadion in sich auf. Schade, sind noch nie auswärts erst zum Mainact aufgelaufen, was aber unter diesen Umständen gar nicht so übel ist, finden wir. Wir holen uns erstmal ein Bier und auch das wird in meinen Ohren mit bester Musik untermalt, nämlich Queens of the Stoneage! …Nach erstem Scouten des Innenraums und Finden der für uns besten Position, treffen wir auf Bernd. Er sieht Metallica zum 8 Mal, was mich echt beeindruckt und ich nur mit noch mehr Konzerten aufwarten kann, was Peter and the Testtube Babies betrifft, 17 an der Zahl nämlich ( ja, get jinxed!) aber zum ersten Mal zu Gast bei Metallica bin, er es aber eher toll als schlimm findet, stellen wir fest, dass er ab und an in Berlin Spandau ist. Pichelssee. Als wir mitteilen, dass wir Pichelsdorfer Straße wohnen, ist das Maß voll und die Welt wieder klein…und wir freuen uns, dass wir den Abend irgendwie zusammen verbringen werden. Leider werden wir gespoilert, denn er hat Opener und Setlist gescoutet und ich bin leicht frustriert deswegen, denn „Seak and Destroy“ wird wohl erst Sonntag gespielt. Toll.  Dann geht’s aber los- mit „A Long way to the top“ von ACDC, wie Bernd schon offerierte, aber egal, weil echt cool. Ich filme die ganze Nummer, und denke kurzzeitig, dass ich es armmuckimässig nicht schaffe, denn es ist echt richtig lang, dieses Intro. Und dann kommen sie auf die Bühne, die mittig ist und sehr groß, so dass man nie alle gleichzeitig sehen kann, leider. Aber die Menge tobt, wir auch und es wird gehadbangt, als hätten wir nie was anderes gemacht! Wahnsinn! 2 1/2 Stunden später ist das Spektakel zu Ende, ohne Pause durch gezogen, haben sie (fast) alles gebracht, was man erwartet hat. „One“ ist wirklich legendär; der Hubschrauber hört sich wie überm Stadion an, das Feuer ist unfassbar warm und die Schüsse wirken, wie im Krieg- mehr geht nicht, bis auf den unsagbar schmetternden Sound der Jungs. Genial!

Es ist vorbei, wir strömen mit der Masse raus und glücklicherweise funktioniert mein innerer Kompass noch, finden wir auch unser Auto in Kürze. Zack, reingesetzt und im Warmen ist die Welt trotzdem noch nicht ganz so super, wie es jetzt eigentlich hätte sein sollen. Denn wir fahren justamente nach Hause, nach Berlin zurück. Jesus!!! Durch den Konzertstau (Stau, Stau, fucking Stau!!! Again and again!) brauchen wir über eine halbe Stunde raus aus Hamburg und haben dann noch 3 Stunden auf dem Tacho. Fucking hell!!! Ich bin müde und mache aber das beste draus und fahre einfach so vor uns hin Richtung Bett, Wärme und Ankunft, mehr ist auch nicht drin. Ich fühle mich wie Alex, der die Landstraße hinweg fegt, nur die Straßenmarkierungen sehend, alles andere an sich vorbei fliegen lässt. Es ist stockduster, zappen quasi.  Das klappt auch ganz gut, bis 1 Stunde vor dem Ziel die akute Müdigkeit mich rausfahren lässt und wir einen Powernapp in Stolpe ein nehmen. Frierend werde ich nach 45 Minuten wach und auch  wegen der Schmerzen am rechten Handrücken – ich habe super verkrampft meinen Ärmel umklammert und habe bis jetzt den Knopfabdruck an diesem. Ich beschließe weiter zu fahren und wecke Erik. Er ist auch völlig neben sich, was kein Wunder ist nach fast 24 Stunden Wachheit.. Also ab geht’s Richtung Home! Die letzten 100 km vergehen recht schnell und als wir auf die B5 abbiegen geht links von uns am Horizont schon die Sonne auf und wir beeilen uns, um vor dem Wächter der Nacht sicher ins Heim zu gelangen. Die letzten Meter verbringen wir mit allen  komplett geöffneten Fenstern, denn der Schlaf möchte gewinnen und so frieren wir uns die Pichelsdorfer durch. Das Geschenk des Wochenendes beschert uns jemand, der tatsächlich um diese Uhrzeit zur Arbeit aufbricht oder eine Party verlässt und wir vor der Tür einen Parkplatz ergattern. Unbezahlbar! Es ist 4:10 Uhr als wir in die Wohnung kommen, um nach einer letzten Zigarette den Kurzaufenthalt in Hamburg Revue passieren zu lassen und ins Bett zu gehen. What a life! What a weekend! Good to be Home!

„Ey“ ist nicht okay!

Man, da ist man schon im fortgeschrittenen Status der Abreise angelangt und stellt fest, dass auf Korfu dann doch nicht die 2 1/2 Stunden eher Ankommenszeit von Nöten sind, denn alle- aber wirklich alle- dieser vertrauten Stressmacherei der deutschen BER- Veranschlagung ( oder aber anderer final destinations innerhalb Deutschlands) unterliegenden Auflagen, den auf übermaßen veranschlagten Zeitraum folgend, hier nun ausharren und hoffen, dass die spätsommerliche Korfu- Sonne und der damit verbundenen Wärme, niemals endet und Schatten dein bester Freund ist usw. und  so fort und du einen Platz findest, denn das ist das größte Problem. Nun denn: rotierend, den Check- In- Platz machenden Passagieren im Kreislauf folgend, fast bei der Reise nach Jerusalem gleich, hüpfend, um einen nicht auf der Stange gleichend-  like chicks in a row- weiterhin auf der Absperrstange zu sitzen und „sitzend“ die restlichen Stunden zu verbringen, ist hier gerade Volkssport! Neben uns, wir sind fast zur Königsliga der Sitze aufgestiegen, telefoniert ein Deutscher mit seiner Familie, seine Kinder sind im Fokus, denn seine 15 Jahre jüngere Freundin, die den Alltag mit einem Familienvater kennt, geht auch recht weit weg, um ihre (eventuelle) verbleibende Familie zu erreichen. Es erscheint anfänglich normal, diese Fragerei nach dem „Wie war es im Reiterurlaub Jakob?“ Ach, du hattest Heimweh? Hol mal Johanna zum Facetime, die soll mir mal erklären, was sie getan hat, damit du dich besser fühlst! Hey Johanna! Was hast du denn zu Jakob gesagt, damit er sich besser fühlt?

Johanna sagt nicht viel, Mama hört schließlich zu, und so sagt sie Dinge, die eine Notwendigkeit hergeben, ohne negativ auf zu fallen und den abwegigen Vater besänftigen. Fast schade, dass ich mich nicht über den Hotspot einklinken konnte und Gesichter zu diesem Gesäusel sehen konnte..letzte Worte waren “ wir sehen uns morgen Mittag und ich freue mich auf euch, bevor die wirklich hübsche neue Begleitung in seinem Leben wohl die Nase vorn/ oder voll hatte vom familiären Treiben, denn flugs war die Verbindung schlecht und die beiden flanierten durch das Airportgebäude.

Nach unzähligen Überbrückungszigaretten und zahlreichen Freshmaker- Pausen ist es endlich soweit und wir beschließen durch die Security zu gehen- vielleicht auch dadurch beschleunigt, da plötzlich, total unerwartet, Reisebusse ankamen und wir Angst hatten, doch nicht gechilled an Board zu kommen- wie waren komplett von Jetzt auf Gleich von Berlinern umgeben, die alle irgendwie “ Out of Control“ waren und wie Heuschrecken diesen Ort zu ihrem gemacht haben: spooky!

Wir sind durch den Check- In durch, nicht ohne, dass E. erst safe war und dann der Zufallsgenerator angesprungen ist, um ihn auf Sprengstoff zu kontrollieren. Well done! Da wir nun explosionsbefreit durch den Duty free- Bereich flanieren, gehen wir auf’s Ganze. E. nimmt ’ne Extra- Portion „Sauvage“ und die Ladies im Parfümeriebereich sind unsere neuen, sehr albernen, Freunde: E. hat das “ Elixier“ an sich getestet, das intensivste aller parfümören Intensitäten und alle- ALLE- können riechen, was E. durch gesetzt hat. Meine unlautere Info, dass ich neben ihm sitzen muss, hat nur zu weiterem Nasenzugehalte geführt – und Mitgefühl. 🤣 Er hat sich dann umgezogen, denn sonst würde es heute, selbst nach der ersten Wäsche noch sehr wild riechen!

Aber jetzt geht’s erst richtig los: Easy Jet is the place to the following anger, as always! I don’t tell you news when I talk about Speedy Boarding and the following shit any place you trust in EJ! Wir sind knappe 45 Minuten vorm Boarding at the gate…und die letzten Passagiere, die eintreffen, sind komplett überrascht, dass es für ihre großlaibigen Körper keinen Sitzplatz mehr gibt: könnte ja aufstehen, aber keiner der Ankommenden signalisiert mir, dass ein Freimachen wirklich nötig ist, also unterlasse ich meine angeborene Hilfeleistung und belasse es bei meiner eigenen Bequemlichkeit, mit der ich auch nicht schlecht fahre. Und nun betritt die Wartelangeweile- Überbrückungs- Queen den Raum! Ein 6- jähriges Mädchen, dessen Eltern komplett überfordert sind mit der Eigenen Brut, bereichern ab sofort mein fast langweilig erscheinendes Warten auf den Speedy Call. Ihren Namen erfahre ich leider bis zum Ende nicht, aber sie ist DIE Entertainerin, auf die ich gewartet habe! (Sie ist in Wirklichkeit eine Reinkarnation meiner Selbst, denn nichts ist auffälliger, als eine vom Alter her Erwachsene, die besser spät oder sogar nie, über den Pipi – Indikator hinaus gewachsen ist und trotz allem auf einen kindlichen Indikator wartet, um der Öffentlichkeit verborgen, ihren Spaßfaktor sich hingeben zu können!)

Das erste von ihr, waren die Worte, den Opa links neben ihr anstoßend, über die Wurst, die ihr ihre Mama in die Hände gelegt hat: Man ey, die sind ja süß! Wir fanden es deswegen lustig, denn ihr Gesicht im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester waren “ Just gold!“ Die Kleinere von beiden war einfach nur mit ihrem griechischen Brot und Würstchen beschäftigt, während die Goddes of Entertainment immerhin mit Geschmack und den allgemeinen Surroundings auseinander gesetzt war. Ziemlich kurz nach dem ersten Happening ging’s auch schon zum Speedy Boarding – einem seit gestern vollkommen überbewerteten ins Leben gerufenen, allein durch Easy Jet, Stressfaktor herauskillernde Aggrovarianten kitzelnde, Abkommenschaft, die nicht nur 49,- mehr kostet, da ein Gepäckstück über der Größe eines Toasters hinzu gebucht, sondern suggeriert, dass du wirklich schneller im Plane, an deinem Platz und überhaupt bist, sondern fest stellen musst, dass alle (ALLE!) Speedy Boarding hatten, um dann für weitere 50 Minuten im unteren Bereich warten mussten, dass der Begriff alleine keinerlei Bewandtnis mehr hat. Das  ganze wurde nur getoppt von dem Warten auf den einzig wirklich Behinderten und der offenbar akut verletzen Frau, dessen Bein in Gips verschwunden war, deswegen, da eine ganze 1/4 Stunde vorher, immerhin, mit der Verstauung dieser, begonnen wurde. What a life on an airport you live…a poorsome prisone, jay!

Ich schraube meine innere, noch beruhigte Aggronummer herunter und freue mich dann doch darüber, dass nach 50 Minuten Warten auf dem Flugfeld dann doch ein Bus vor fährt, der uns sage und schreibe weitere 40 Meter geleitet, damit wir auch wirklich safe boarden.

Alle Speedy Boarder sind nun – wie wir- echt bei Laune und so versteht es sich von selbst, dass wir flugs unsere Plätze heim suchen, um den Startmodus nicht weiter zu strapazieren.

Sit, fasten belts as well and listen to the people who are not even able to listen to themselves! # the people who grinned themselves to death# is the the soundtrack to these shit! Anyway, das kackfreche Mädchen vom Warteraum vorher sitzt nun vor mir und ich ertappe mich dabei, dass ich voll auf ihre Kommentare abfahre und dies nur halbstarks verheimlichen lasse: sei’s durch lautstarkes Gelächter, sei es durch abgeschwächtere Form von Belustigung.  Der Vater trägt ein Shirt mit der unfassbaren Multi- Language- Message über die Aussage der Kassette, multi- everything- Just: Push: Play

Sie hingegen spricht mir aus dem Herzen, denn sie fragt Dinge, die ich als Kind auch so gerne gefragt habe: ( schnallt euch an und denkt an früher!) :Wie lange dauert es denn noch? Wann sind wir da? Wann fliegen wir endlich? Der Vater entgegnet, dass es durchaus sein kann, dass wir gar nicht in die Luft gehen und wir eventuell einfach weiter fahren. Den Vergleich zum Auto hat der Vater gefühlsmäßig komisch herüber gebracht: Auto!? Es ist wie in ’nem Auto? Naja, haben wir ja auch. Aber eher wie in ’nem Zug..bis die Tochter sagt: naja, ist ja auch egal, wann fliegen wir denn aber endlich??? Ich befürworte ihre Aussage und empfinde alle ihre Empfindungen als mehr als natürlich- bis ihr Vater von was auch immer zurück kommt und sagt, dass sie jetzt endlich die Plätze tauschen können und zum Rest der Familie wechseln können. Sooo schade! Die Menschen vor uns raffen es auch nicht sofort und so ergibt sich ein Mischmasch an Plätzetauscheleien, nebst der Unwirschheit der in die schockverliebten kleinen Maus meinerseits, die auch tatsächlich „Winke, winke“ macht und dann für immer die Stage verlässt. Vorher, ja vorher ist folgendes passiert: Man, ey!?! Wann fliegen wir denn endlich? Ich antworte, unautoritär zum Vater, hoffentlich bald! Alles andere wäre ja fast wie Auto fahren, wie der Vater ja schon kurz erwähnt hatte und dann wieder prenzlauerbergmäßig revidiert erscheinend, rechthaberisch an den Greta- Vorsätzen schnappend,  seinen Kindern vorweg nimmt. Ey! …ist nicht okay! Ich bin kurz geflashed ob der erzieherischen Tätigkeiten des Elter, I really (!?!) understand your point of view!

I am in peace right now und schlafe ein….bis mich unsere Fensterfreundin weckt, weil sie- untröstlich die Ich- trinke – zu – viel – Blase schüttelt. Ja klar, kein Problem… ja,ich weiß, dass es dir Leid tut, du aber nicht anders kannst und jetzt diesen fuckingen Weg gehen musst. Wir sind jetzt wach, hopefully your Blase gives a shit on that! Bitch!! !Naja, sie hat ja ihre hippen Airpods auf, wie E.,….ich aber höre ihre unfassbaren geräuschkulissigen Getränkeflaschen und nach kramgribbelilligerem Kaugummikrumpelgeräusch und es reicht mir, denn es ist so assozial, denn sie kommt tatsächlich erst nach 15 Minuten zurück und fühlt sich keine Sekunde schlechter als die Tatsache, dass sie uns geweckt hat. Ulrike at her best ..that is for sure! Ich sage nur: „Ey! That’s not okay! – BITCH! Ulrike ist nicht nur so unantastabar, selbst ihre Hände sehen so aus, als hätten sie niemals jemals etwas Härteres umfasst, als das Leben in Form von Verträgen oder so… eine Ulrike halt so.

Wir sind im Landeanflug auf Berlin, Ulrike hat ihren Fensterplatz fest im Griff, furchtbare Frau, diese Ulrike ( wahrscheinlich heißt sie im wirklichen Leben Tatjana oder gar Leonie) , ich will gar nicht wissen, was dahinter steckt. Ich mag sie einfach nicht.

We are going to leave that plane, that’s for sure… how many Ulrikes‘ skip that road…I don’t give a fuck about it! Twice as heart, Baby!!! …45 Minuten right now and we are going to be cool right now after telling us, that it’s going only the frontier way out….mein persönlicher Urlaub ist hier und jetzt vorbei, denn es sind nunmehr 2 1/2 Stunden vergangen, dass ich ein Zuhause- Gefühl bekomme…P1 am BER ist die nahe Lösung, Jippieh! Only hoping to get right to it and driving home- Not for Christmas, but for freedom. Cheers!

Einfach mal die Perspektive ändern!

Gestern war ein sowas von herausragend schöner Tag, dass es mir glatt wie Seelenbalsam vor kam. Und so war ich am Ende des Tages tatsächlich beseelt von der klitzekleinen Auszeit, die sich mir bot, verabredeter Weise in diesem Fall, was den Wert der Erholung nicht im geringsten schmälert. Gestern nämlich war ich mit N. verabredet. Sie ist wie ich und deswegen aber auch anders als die meisten, die ich kenne, auf Monate terminiert und so haben wir – glaube ich – im März diesen Termin fixiert, nur um sicher zu stellen, dass wir uns auch wirklich sehen. Verrückt! Der Nachteil daran ist, dass man nie weiß, was aktuell, in der Zukunft bei Vereinbarung, gerade los ist und so sitze ich gestern nach einer ultra- stressigen und anstrengenden Woche gegen 13:30 Uhr Zuhause und bin permanent in Dauertelefonie und warte auf das Zeichen von N., die auch keine konkrete Uhrzeit unseres Treffens benennen kann, denn sie ist in einem Webinar- vorraussichtliches Ende variabel. Da ich aber auch nur Telefonate führe, um fest zu stellen, dass in dieser kurzen Zeit schon wieder drei andere meine Nummer gewählt haben, vergesse auch ich die Zeit. Aber ZACK! kommt der Anruf, dass sie jetzt fertig sei, ihren Kaffee noch aus trinkt, selbst fast der Couch den Vorzug geben könnte und dann aber abholbereit ist. Ich erwidere, dass ich mir auch grade die Faust ins Gesicht schlage via Konkret- Koffein und sage, dass ich mich bald auf den Weg machen werde. Die Freude beiderseits ist riesig, sehen wir uns per se viel zu selten…und schlafen kann man ja auch echt später! Schwuppdiwupp bin ich bei ihr und sie kommt runter und sagt, dass sie echt aufgeregt ist, denn: wir werden zusammen mit dem Boot raus fahren und es ist das allererste Mal, dass sie alleinige Kapitänin ist! Mir bricht das Herz vor Stolz, das ich es bin, mit der sie ihre Jungfernfahrt begeht. Wow! Jetzt bin auch ich aufgeregt, kann es aber verbergen; zu wichtig gleich als Assistenz da zu sein und alles richtig zu machen!

Richtung Ballhaus, so die Order und dann stehen wir vor dem Boot, es ist eine Sie- die Escape. Der Name ist Programm, denn auf ihr flieht man justamente aus dem Alltag und ist entschleunigt. Einfach toll, eigentlich unbezahlbar. Ich kenne das von unserem Wohnmobil: die ganzen Vorgänge, die ersteinmal absolviert werden müssen, um dann starten zu können. Eine immerwährende Herausforderung, die letztendlich zum Permanent- Entstresser führt, da Timewarp- gleich um Welten entspannter und easy beasy- artig durch die Welt zu fliegen. Also kein Problem. Naja. Erste Hürde ist das Ausparken vom Liegeplatz; ich bin mega aufgeregt, denn ich stehe vorne um sicher zu stellen, dass wir nirgends gegen kommen und bin abrupt tiefenentspannt, denn anstatt den Weg hinaus, wie vorgegeben, fahren wir ziemlich fonzig einfach rückwärts raus und there we go!

Klein Venedig, optisch dem Auenland gleich, lässt mich (ich bin natürlich wesentlich entspannter als meine frisch gebackene Kapitänin) umgehend in Urlaubsstimmung verfallen und sehr schnell danach ist auch N. komplett relaxed, denn so einfach hat sie es sich auch nicht vorgestellt! Es ist ein Traum auf dem Wasser- nicht lautlos, aber groovy, gleiten wir unter der Stößensee- Brücke, vorbei an diversen Marinas Richtung Wannsee. Ab jetzt geht bei mir der innere Kompass- Punk ab. Ach, das ist da? Hähhh? Hier sind wir gerade? Die Perspektive vom Wasser aus ist echt faszinierend, ein komplett neues Bild wird im Kopf erschaffen und fügt sich mit dem, was an geografischem Input vorhanden ist, zu einem Ganzen. Ich fühle mich an meine wilde Jugendzeit erinnert, wo man mit Bus und dann erweitert, die Stadt per U-Bahn durchquert hat. Bezirke als solches haben eigentlich nicht interessiert, nur die Tatsache, dass man gegen 20 Uhr am Zoo sein musste (aus Lichterfelde in meinem Fall) waren von Bedeutung und ließen einen teilweise gestresst daher kommen, da die Anreise mit diversen Umsteigelocations einher gingen. Sicherlich wußte man, dass man Steglitz, Wilmersdorf und Charlottenburg, oftmals auch Schöneberg und Kreuzberg durchquerte aber man kannte eben diese nur durch U-Bahn- Ausgänge und den direkten Wegen zu verabredeten Orten, meist Clubs, Bars oder Kneipen.

Und dann kam das Auto. Es war wie eine Offenbarung in der Mutterstadt und gewährte Einblicke in die Bezirkszusammenhänge, wie es jedem nur einmal passiert; Zusammenhänge erkennen ist schon grandios! Plötzlich waren auf ewig gefahrene 7 U-Bahn- Stationen nur einen Augenschlag voneinander entfernt und man lernte die Stadt aus einer komplett anderen Perspektive kennen. Eine unfassbar aufregende Zeit. Und genau so habe ich mich gestern gefühlt. Wie mit kindlicher Naivität habe ich beim Vorbeifahren gecheckt, dass alles so unfassbar dicht zusammen liegt (und hey, wir waren noch nichtmal bis Kladow runter!!!), dass ich diesen, den Wasserweg, als erneute Offenbarung erlebt habe. Echt richtig cool!

Ich muss echt an eines meiner ersten Buserlebnisse denken, ich war noch echt jung, 9 glaube ich. Meine Mutter ist die Strecke von uns bis zu meinem ersten Gitarrenunterricht bestimmt 2-3 Mal mit mir abgefahren, damit ich es mir auch wirklich einpräge. Was dann am ersten Alleinerlebnis passiert ist, war auch so ein Ding, was zumindest in meinem Kopf, eingebrannt ist unter dem Motto: Orientierung ist alles! Ich bin also los mit meiner Gitarre zum damaligen Bus, der nur 6 oder 7 Stationen später die Ankunft bedeutet hat, Roonstraße glaube ich. Es war Winter und um 18 Uhr schon dunkel und ich so aufgeregt, dass ich mich verzählt hatte und eine zu früh ( oder zu spät, ich weiß es nicht mehr) ausgestiegen bin. Ich hatte null Orientierung und die Straßennamen kannte ich nicht, schließlich war dies die große weite Welt, in der ich mich als junge Knirpsin bewegte. Also bin ich in die mir einzig richtige Richtung gelaufen und war lost. Irgendwie habe ich offenbar schon immer keine Scheu gehabt, zumindest siegte nicht die Angst, und so fragte ich eine Frau an ihrem Auto stehend, wo denn Adresse X sei. Heulte, glaube ich auch, ein wenig, berechtigt finde ich. Sie und ihr Begleiter wussten nicht, wohin ich will und schlugen mir vor, mich nach Hause zu fahren. Ich wollte erst nicht, denn dann würde ja heraus kommen, dass ich nicht beim Gitarrenunterricht war, habe dann aber verzweifelt ja gesagt und wurde umgehend nach Hause bugsiert. Natürlich bin ich alleine ausgestiegen und nach oben in die Wohnung, denn ich hatte ja eigentlich schon zuviel erwartet mit dem Shuttle. Aufgeregt hab ich alles in wasserfallartiger Geschwindigkeit meiner Mama erzählt, die daraufhin alles war, nur nicht stolz auf meine Aktion. Ganz im Gegenteil, sie war stinkesauer und hat mich echt rund gemacht. Aber, aber, aber hat gar nichts bewirkt. Selbst die Aussage, dass ich es einfach nicht gefunden habe machte es nicht besser. Konnte ich nicht verstehen damals. Aber wir haben die Fahrstrecke auch nicht im Dunkeln geübt, deswegen hatte ich keine Orientierung und dies erinnerte mich an das vorher Geschriebene. Fakt ist, ich habe danach noch ganze zwei Mal den Rat nicht befolgt bei fremden Menschen mit zu fahren, war allerdings wesentlich älter und hatte auch in beiden Fällen Glück, mehr als Verstand offensichtlich!

Wir schippern alsdann vor uns hin und versuchen die vereinzelten Sonnenstrahlen ein zu fangen und plaudern so vor uns hin, da wir uns ja auch echt viel zu erzählen haben und sind gleichermaßen im Kurzurlaub. Irgendwann am Anfang habe ich mal nach Vorfahrtsregeln im Wasser-Verkehr und sonstiger Auflagen gefragt- denn der Wind treibt die umliegenden Segler recht schnell über das glitzernde Nass. Während wir so quatschen, erblicke ich- wie aus dem Nichts- einen dieser flinken Segelbootler und erwähne dies kurz und N., die immer adleraugesgleich die Lage checkt, ist genau so verblüfft wie ich, wo denn dieses Boot so plötzlich her kommt. Da unser Motor gerade pausiert, sind wir furchtbar dankbar, dass der Wind ihn pfeilesschnell an uns vorbei preschen lässt- wir jedoch beschließen, den Heimweg an zu treten, denn es ist offenbar offiziell Feierabend und alles, was ein Boot besitzt, beschließt nun aufs Wasser zu gehen. Stau quasi. Wir waren die Happy – Ones, die vor der Masse unterwegs waren und beenden diesen wunderbaren Tag indem wir genüsslich Richtung Liegestelle schippern. Natürlich nicht ohne der anfänglichen Stresssituation gleich der Abschlussstresssituation (viele S!!!) entgegen zu fahren. Die Escape muss schließlich vorwärts wieder in den Ruhezustand gebracht werden. Aufgeregt bin erst wieder nachdem N. mir erzählt, wie aufgeregt sie ist und erschwerend kommt hinzu, dass wir beide so übelst aufs Klo müssen, dass es an der Konzentration nagt. But hey! Selbst einen Kanuten, der uns entgegen kommt, fast in der Endphase, kann uns nicht aus der Ruhe bringen; ich hüpfe schon längst an vorderster Front rum und warte auf Befehle von N. . Wie durch Butter gleiten wir in die Parklücke, nur ein kurzes links anstupsen, hindert uns am perfekten Landen. Stolz wie Bolle, ich natürlich 1000Mal stolzer auf sie, die dies zum allerersten Mal hin rockt, liegen wir mit dem Boot in Ausgangslage und feiern diesen Moment in vollen Zügen, N. hat eigens dafür den letzten Schluck ihres alkoholfreien Coronas aufgehoben, ich war da leider nicht so emotionsgeladen…oder einfach durstiger. Egal, das Boot wird nach Pipi- Kacka- Land- Besuch (so der Name der Toilette an Land) bettfertig gemacht und danach schlurfen wir komplett erholungsgestärkt zu meinem Wagen, der uns wieder in die Realität fährt.

Ich habe mich sofort als “ erste ohne Vordrängeln“ für die nächste Sause angemeldet, denn diese Momente sind mit Geld einfach nicht zu bezahlen und am Ende bekommt man noch gleich einen anderen Blickwinkel auf das scheinbar Alltägliche geboten, nicht zu fassen, das ganze! So viel wie möglich davon sollte man so oft wie möglich haben, denn alles andere ist bekannt und nicht vergleichbar mit dem Escape- Erlebnis, umsetzbar auf alle Momente, die einen glücklich machen!

Die Welt ist klein, sie war es schon immer!

Am letzten Sonntag habe ich mich auf den Weg ins Mutterschiff meiner Firma auf gemacht und der einzige Tatbestand, der mich zum Grinsen gebracht hat, war der, dass ich meine Lieblingskollegen treffe zum verdonnerten Vertriebsseminar und die Möglichkeit hatte, nach über einem Jahr meine Innendienstler mal wieder zu sehen. Ansonsten ist nichts schön an der Tatsache, dass man ganze vier Tage von zu Hause weg ist, nichts. Hatte im Vorraus im American Diner einen Tisch für uns alle reserviert, damit es ungezwungen und fußläufig abläuft; nicht, dass das Restaurant im Hotel nicht Weltklasse hätte, aber es ist halt sehr gediegen und mit unserem Außendiensttemperament nicht immer kompatibel, that‘ s so. Also trifft man sich nach über 600 km, quer durch die Republik reisend, später in der Lobby und quatscht so vor sich hin, wie man das halt so macht, wenn man unter sich ist, zudem durstig und trotz allem im Wochenendmodus und sich lange nicht mehr gesehen hat. Das Laufen zum Diner tut allen gut und wir lassen echt sogar 7 gerade sein! Nach dem recht ausgelassenen Festmahl stolpern wir zurück zum Hotel und ob der Tatsache, dass morgen ab 8:30 Uhr die Schulung statt findet, verschwinden fast alle gleich aufs Zimmer.

Ich leide ja leider seit geraumer Zeit unter seniler Bettflucht und dies ändert sich natürlich auch nicht in BK, fern ab der Heimat.

Es ist morgens um halb 5. Ich fasse es nicht, dass ich nicht mehr schlafen oder ruhen kann und beschließe in meine Sportklamotten zu springen und erstmal eine rauchen zu gehen, natürlich nicht, ohne meine Tassimo an zu schmeißen. Schmerzfrei war ich auch vorher schon, nur diesmal gehe ich tatsächlich danach ins Fitnessstudio des Hotels. Kaum unten angekommen, beim zweiten Zug, die recht frische noch nächtliche Kälte freudig aufsaugend, umhertapsend und – natürlich- schlaftrunkend, bekomme ich plötzlich Besuch. Sie ist vollkommen angezogen und schleicht wie ein Ninja hin und her, das macht mich nervös, zumindest ein wenig. Ich nippe an meinem Kaffee und versuche einfach weiter dem Hier und Jetzt keine sonderliche Gewichtung bei zu messen. Weil Kapuze auf, erscheint wie aus dem Nichts eine Frage. Eher eine Verwunderung. Warum ich denn hier draußen bin, um diese Zeit. Naja, sage ich. Bin halt schlaflos in BK und dachte, dass eine Zigarette gerade der beste Zeitvertreib wäre. Passiert ihr nicht oft, sagt sie. Das kann ich nur zurück geben und frage sie, woher sie kommt und was sie hier macht. Und jetzt kommt’s! Sie kommt aus Berlin und beginnt in unter 3 Stunden ihre erste IHK- Prüfung hier. Wow! Das empfinde ich tatsächlich als sehr sonderbar und frage genauer nach; wo genau sie her kommt und was zum Teufel sie hier für eine Prüfung ablegt. Sie gibt mir zu verstehen, dass diese Prüfung nur hier abgelegt werden kann und sich selbst fragt, was sie hier tut und zudem gibt sie zum Besten, dass sie aus Steglitz stammt, was mein urst gemütliches Heimatherz höher schlagen lässt! Die Welt ist klein, sogar BK macht hier keine Ausnahme, vor so skurrilen Begegnungen! Da sie alsbald ihre Prüfung hat und ich ich nur semi- kommunikativ unterwegs bin, beschließen wir uns morgen um diese Zeit wieder zu treffen.

Beim Frühstück berichte ich allen, die es hören wollen, wie krass ich die Begegnung heute früh fand und wie klein doch diese ach so große Welt ist. Jep! Und jeder berichtet über absurde Treffen von Menschen, all over the world, herrlich!

Ist ja nicht so, dass ich diesbezüglich nicht auch Senf dazu geben kann, nicht unwesentliche Mengen. Das aber mit Abstand absurdeste an Begegnungen ist mir wohl damals auf Utila, einer Insel vor Honduras, passiert, als ich beim Frühstück im einzigen Inselcafe saß und gerade über die temporäre Trennung meines Partners nach dachte, um vollkommen aus dem Nichts gerissen zu werden und die Frage lauthals im gegenwärtigen Hirn Einzug erhielt, die da lautete: Steffi???? Was machst du denn hier? WTF? Kein Mensch auf dieser Insel kannte mich und ich werde namentlich angesprochen, meilenweit von Zuhause entfernt? Ja, krass. Ich hab damals kurz überlegt, wie sie heißt, Corinna fiel mir dann doch noch rechtzeitig ein und ich bin komplett überfordert, freue mich aber schon, denn die Trennung von M. war damals echt heftig. Irgendwie war diese surreale Situation dann doch erfreulich, denn etwas “ Gewohntes“ vor zu finden ist dann doch besser als über das aktuelle Sein nach zu grübeln. Win: win!

Etwas näher dran an die Heimat, im Norden Portugals, ergab sich aber auch eine ähnliche Situation, die damals zumindest echt schräg war. Ich war nach dem Abi mit meinen besten Freunden in einem asiatischen VW- Bus- Verschnitt unterwegs Richtung Südportugal, der Weg dahin war schon Erfahrung genug, bis wir in einer kleinen Stadt- circa eine Stunde hinter der spanischen Grenze, keine Ahnung, wie der Ort hieß, einfach nur durch Hunger gezwungen, eine Pause eingelegt haben und in eine Bar rein geschlittert sind, wo zwei sehr bekannte Gesichter aus der berliner Hood uns entgegen blickten, auch nur vom Hunger getrieben. Pah!!! Was??? Hatte draußen nur eine Ente gesichtet, ohne allerdings das Kennzeichen gelesen zu haben und genau mit diesem Vehikel waren sie unterwegs! Ein Traum!!! Zumal ich nur ein halbes Jahr später auch meine erste Ente hatte und immer gehofft habe, so eine Tour mal zu machen. Leider nie passiert.

Es gibt tatsächlich noch ein paar mehr Stories des Aufeinandertreffens bekannter Gesichter an Orten, die nicht in die Rubrik fallen, gewöhnlich zu sein aber das ist hier jetzt auch nicht Thema.

Es folgte ein sehr anstrengender Schulungstag: 9 1/2 Stunden Vollinput. An Konzentration und persönlicher Contenance nicht zu überbieten, zudem man es wirklich einfach nicht gewohnt ist nur zu zuhören und in sich zu gehen. Wirklich anstrengend! Waren dann auch erst kurz vor Abendessen wieder im Hotel, was zum einen den Vorteil hatte, dass man nicht dröge auf dem Zimmer rumhängt aber auch keinen echten Raum zum Erholen lässt und man deswegen im Dauermodus ist. Da der Chef mit dabei ist, ist anfangs die Stimmung bei allen angespannt, bis klar ist, dass er ebenfalls platt ist und gefühlt froh darüber, dass es einigermaßen gesittet zu geht. Bei einer gemeinsamen Raucherpause treffen wir auf meine morgendliche Bekanntschaft und er lädt sie spontan an unseren Tisch ein und zum Dessert. Ich finde das großartig, denn ich fühle mich echt maulfaul und auch nicht in Bestlaune den Gesprächen zu folgen und empfinde es als Bereicherung für mich und unser Team, eine Fremde mit an Bord zu holen. Es ist wirklich erstaunlich, wie anders das Verhalten einiger ist, wenn jemand dazu kommt! Ich bin amüsiert darüber und bin im Kino- Modus. 1-2 Zigaretten später fällt ihr auf, dass wir alle doch echt seltsame Menschen sind, was ich nicht verneinen kann, denn es ist so! Hoffe aber, dass sie sich trotzdem wohl fühlt und sich nett aufgehoben weiß. Sie bleibt letztlich länger als ich, denn ich kann nach kurzer Zeit meine Augen nicht mehr ohne Anstrengung auf halten und wünsche allen noch eine tolle Zeit. Sie sagt: bis morgen früh zur ersten Zigarettenpause! Finde ich gut und verlasse die wild quatschende Runde gerne, denn ich bin durch für diesen Tag!

Ich schaffe es erst zu 5 Uhr nach unten und sie ist nicht da oder nicht mehr. Ich treffe sie aber zum Frühstück und wir quatschen wie alte Bekannte. Mit Eintreffen meines ersten Kollegen verlässt sie das Hotel und ich werde gefragt, wie lange ich sie schon kenne, was ich natürlich kurzerhand aufklären kann und aber auf Erstaunen treffe, denn es wirkte so vertraut. Berlin halt!

Gestern browse ich durch die Social Media Kanäle und lese, dass ein Bekannter seine Eltern in Spanien besucht. Stelle dabei fest, dass alles, was er besucht mir so familiär vor kommt und es auch so ist, denn meine Mutter hat dort ebenfalls ein Häuschen, zumindest in der Ecke. Verrückt!

So klein ist diese Welt! Wer hätte das gedacht?