Manchmal ist es erstaunlich, dass Menschen den komplett gleichen Weg zu ihrem Ziel gleichzeitig bewältigen, sogar mitten durch die Stadt. Gestern, als ich von meinem Neurofeedback im tiefsten Lichterfelde, meiner alten Hood, Richtung Heimat losgefahren bin, biegt kurz hinter mir ein fetter Mercedes ab und hat offenbar die selbe Route vor sich. Vorbei an meiner alten Schule, schnurstracks an der alten Uni vorbei, immer im Beisein des Mercedesfahrers. Mir kommt das Lied „Im Wagen vor mir…“ in den Kopf, nur dass ich kein junges Mädchen mehr bin und auch schon seit über 20 Jahren keine Ente mehr fahre. Seltsam, denke ich, am Rathenauplatz links einordnend, macht der hinter mir auch, nur neben mir; ist ja ’ne Doppelabbiegerspur. Ich schaue rüber aber er sieht in die andere Richtung, zum Funkturm. Egal, es ist grün und es geht weiter. Am ICC drunter durch und links zur Jafféstraße, um nicht über den Theo fahren zu müssen, zu viel Verkehr und Stau vorprogrammiert. Kurzer Blick in den Rückspiegel, weil Baustelle und Spurverengung und da ist er wieder. Zwei Wagen dazwischen aber immer noch da. Rechts, links und ab auf die Heerstraße. Kurz vor Eintritt nach Spandau, also offizieller Bezirksgrenze, steht er nochmals neben mir, ich muss allerdings rechts abbiegen, um nach Hause zu kommen. Er fährt geradeaus, grinst zum Schluss aber nochmal zu mir rüber als die Ampel auf grün wechselt und ich muss schmunzeln. Vielleicht hat er sich auch die ganze Zeit gefragt, was ich wohl auf seinem was- auch- immer- für- einen Weg er hatte, mache, so wie ich! Erstaunlich, finde ich und singe laut: Rattadadadadadadaaaa…im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen und grinse!
Bitte bewerten!
Rezensionen sind ja heutzutage Gang und Gäbe, vor allem weil es einem endlich die Möglichkeit bietet, je nach Empfinden, eine Sache positiv oder negativ zu bewerten. Früher war eben nicht alles besser! Ausser Mundpropaganda gab es ja eigentlich nichts, man hat sich auf das Urteil anderer verlassen, es sei denn man belas sich in Fachmagazinen. Stiftung Warentest war und ist glaube ich auch immer noch, der absolute Anführer im “ ich brauche XY, also belese ich mich dort“- Verbraucher- Magazin- Geschäft. Umso schöner, dass man jetzt alles und jeden kritisieren oder loben kann! Ich zum Beispiel werde regelmäßig nach Geschäftsverlassen- egal welcher Branche zugehörig- von Google gebeten, eine persönliche Bewertung ab zu geben. Erscheint mir ein wenig übertrieben, also selektiere ich. Muss ja schließlich nicht jeden Supermarkt oder jede Tankstelle bepunkten. Da ich ja nun ( in der normalen Welt) viel unterwegs bin und quer durch die Republik nächtige, bin ich mittlerweile ein wahrer Fan von Hotelrezensionen geworden. Das macht Spaß und ich selbst lese mir ja auch vor meinen Buchungen gerne mal ein, zwei Erfahrungsberichte durch. Außerdem finde ich es immer interessant, was ich später selbst über die bewerteten Örtlichkeiten denke. Obwohl ich ein Gewohnheitstier bin, suche ich nunmehr nach immer neuen Übernachtungsmöglichkeiten, fast als wäre ich eine Hotelkritikerin, die inkognito unterwegs ist! Das macht richtig Laune und gestaltet die Auswärtstätigkeiten ein wenig spannender.
Es gibt aber auch andere Aspekte im Bewertungsuniversum, die mich eher nerven oder mir zumindest lästig sind. Gerade jetzt, wo man größtenteils online einkauft, empfinde ich die angefragten Bewertungen als müßig. Die kommen ja als E-Mail daher und ich lese nicht wirklich regelmäßig meine privaten E-Mails, da eh das meiste über WhatsApp geregelt wird. Aber neulich war ich echt überrascht, da sich unsere Alexa zu Wort meldete und ich überhaupt nicht mit gerechnet habe, dass die sich jetzt auch noch einmischt ins Bewertungserinnerungsgeschäft! Es ging um einen doch länger her liegenden LP- Kauf, die geliefert wurde, wo ich offensichtlich mal wieder keine Info über Zufriedenheit und was weiß ich noch abgeliefert habe. Sie fragt einfach so- ohne konkretes Ansprechen- ob ich nun meine 1-5 Sternebewertung über besagte Schallplatte abgeben könnte. Nach kurzer Irritation, ob des unaufgefordert Plauschs, murmel ich 5 (denn ich bin ja zufrieden!) und will mit dem weiter machen, was ich vorher halt gemacht habe. Reicht ihr nicht! Sie fragt unaufgefordert weiter, was genau denn so gut war und überhaupt! Also das ist mir jetzt dann doch zu penetrant, ich fühle mich quasi belästigt, und ich deaktiviere die Funktion in ihrem Aktivitätendasein. Man sollte schon die Wahl haben, wann und zu was seine Angaben gemacht werden, oder? Eigentlich wieder einmal eine Sache, die man hätte besser doch lassen sollen; Sklave der Kunsumbenotung, fast wie bei „Die Geister, die ich rief!“ !
Neulich habe ich eine Aufforderung anderer Art erhalten, doch bitte ein positives Feedback ab zu geben, da durch einen Eintrag, der bewusst extrem negativ verfasst wurde, die allgemeine Sternebewertung herunter gezogen wurde. Hab ich gerne gemacht, musste mir auch nichts aus den Fingern leiern oder sogar lügen; die Allgemeinbewertung war verbessert und sie glücklich. Wie schön!
Wie ich dieses Verhalten/ Mobbing finde, ist mir glatt demnächst einen eigenen Post wert! Traurig und schlimm aber offenbar eine neue Form von perverser Genugtuung, anderen Schaden zu zu fügen.
Schade trotzdem, dass ganz normales Einkaufen offenbar nun auch schon in Stress ausartet und man sich nicht einfach, ganz still und heimlich, über besagt Erworbenes freuen kann und ohne (Be-)Wertung auskommt!
…ich gebe diesem Artikel 3 von 5 möglichen Punkten…
Funny games
Sie sind ja auch wirklich nett, diese Handyspiele, die einem die Zeit manchmal so unbeschwert verstreichen lassen, um auf irgendwas/ irgendwen oder wer weiß was zu warten. Ich ordne mich selbst in die Schublade „Nebenbei- Spieler“ bis hin zu über das normale Maß “ ganz schön viel Spieler“ ein. Einsteigerdroge ist hier- ich denke, dass haben auch viele selbst schon zumindest mal begonnen- Candycrush. Ich selbst spiele es mittlerweile fast 6 Jahre, komme allerdings im jetzigen Level einfach nicht weiter und bin echt genervt. Nicht, dass ich das nicht alles schonmal durch gemacht hätte, aber diesmal habe ich nach einer Alternative gesucht, weil ich vorhatte dem ganzen Candygedönse wirklich ein Ende zu bereiten. Ich bin Gott sei Dank auch fündig geworden!
Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, das einem in jeder nur denkbaren Sekunde- per Werbeeinblendung- diverseste Vorschläge unterbreitet werden, wie du noch mehr deiner doch so wertvollen Zeit verplämpern kannst! Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bei den meisten der angepriesenen Vorschläge ernsthaft in Sorge bin, für welche Zielgruppe das wohl eigentlich gedacht ist! (entsetztes Emoji) Mein persönlicher Abturn ist Pimple Popper, wo ein Fuß mit echt vielen Pusteln übersäht darauf wartet, dass man ihm seine Pickel ausdrückt! What??? Ich hab schon fast gekotzt, als ich mal ausversehen beim Zappen eine Vorschau angeklickt habe, wo im real life gezeigt wurde, wie man abstruseste Wucherungen bearbeitet. Echt jetzt? Wer spielt so etwas? (Selbst eine Dermatologin im Freundeskreis würde dies im Leben nicht morgens zum Zeitvertreib zum Kaffee oder sonst spielen! Never!) Ein anderer Versuch, mich für irgendwas zu begeistern- ich habe leider den Namen vergessen- wurde in den 30 Sekunden folgendermaßen zusammen gefasst: move the boxes…aber über den Boxen hing irgendwas an ’nem Strick. Häh? Was soll mir das sagen? Aber ehrlich gesagt will ich gar nicht wissen, was genau da mein Job wäre.
Man, ich hab früher auch am PC Doom und so gespielt. Meistens kurz vorm Sauerstoffzelt, weil ich diese krasse Action, mit den damals so realistischen Bildern, gar nicht ausgehalten habe vor Spannung! Geschweige denn- und unvergessen- das erste Playse- Spiel: Alien! Ich scheiß mir heute noch in die Hose, wenn dieses Beep- Geräusch dir sagt, dass hinter der Tür zig Alien am Start sind und du MUSST da durch!
Aber ich denke, dass Handyspiele da doch anders geartet sind.
Ach so, meine Alternative zu Candycrush ist übrigens jetzt keine dubiose Nummer, die eine Schlussfolgerung auf miese, irre oder eklige Spiele zulassen würde! Ich gehe sogar eher davon aus, dass die unwillkürliche Zuordnung der Spielvorschläge so ähnlich abläuft wie bei YouTube: Leute, die dieses oder jenes gehört haben, gefällt evtl. auch XYZ. Was mich aber umso mehr irritiert! Ich glaube, dass ich echt mittlerweile so ’ne alte Oldschool- Tante bin, die sich damit begnügt, farblich abgestimmte Teile nach der gestellten Aufgabe zu sammeln und damit zum Schluss Punkte zu machen, dass ich diese neue Art der Games einfach nicht mehr funny finde!
#keepongaming!#neuelebenbekommtmanwennmandiezeitvorstellt#sodontaskforlifes
Penisneid
Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass ich mich mal wirklich diskriminiert fühle. Warum auch? Vielleicht waren es bisher insgesamt glückliche Umstände, die mich begleitet haben oder aber meine von Hause aus beigebrachte Selbstsicherheit, die bis dato nicht dazu geführt hat, dass ich mich benachteiligt gefühlt habe. Für mich gab es auch nie wirklich eine Emanzipation, die ich durchboxen musste, es war einfach normal für mich. So sollte es ja auch sein, oder? Aber neulich, ich war mal wieder geschäftlich in der Republik unterwegs, musste ich tatsächlich einfach einem dringenden Bedürfnis nach gehen; ja, einfach tierisch pinkeln! Irgendwo in Thüringen, in einer kleinen Gemeinde (abseits all meiner Niederlassungen, die ich sonst selbstredend auch dafür aufsuche) , die aber offenbar groß genug war, was die Einwohnerzahl zumindest betrifft, um eine dieser neuen Citytoiletten zu rechtfertigen, bin ich glücklicherweise fündig geworden, um mich eben dieser Last zu entledigen. Übrigens die neue Art von Toiletten, die in Berlin auch schon für Furore gesorgt haben, da man den männlichen Mitstreitern beim Erleichtern zugucken kann, wenn man es denn will, da ohne Sichtschutz. ( Das, was ein Sichtschutz sein soll ist einfach keiner und der selbst uninteressierte Vorbeifahrer kann einem vorher noch nicht bekannten Spannertum nach gehen, ohne wie gesagt, es zu wollen!) Ich parke also und betrete dieses architektonische Meisterwerk und werde aufgefordert zu bezahlen. Klar, denke ich, ist ja sauber, weil selbstreinigend ( obwohl dieses Verfahren mir ehrlich gesagt immer echt spooky vorkommt) und bemerke aber dann, dass ich tatsächlich erst nach Barzahlung mein Dingsi vollziehen kann. Ich finde es ja selber schon schlimm genug, dass ich nicht, egal wann und wo, einfach aus dem Auto springen kann und an Baum/ Hauswand/ Gebüsch meiner Wahl einfach drauf los pinkeln kann (Nee, nee! Ich lasse jetzt kein : „Kannste doch! Hindert dich doch keiner dran!“ gelten. Schnauze! ) aber dass ich für meine Notdurft bezahlen muss, während der feine Herr einfach ohne alles einfach loslegen darf, finde ich jetzt echt richtig scheiße! Muss ich jetzt echt für meine Baader/ Meinhof- Privatsphäre extra abdrücken, oder was? Sind wir Frauen echt die, die diese pro Stück an die 150.000 € teuren öffentlichen WC’s abbezahlen? Ich glaube es hackt! Ich fühle mich echt diskriminiert! Das darf nicht sein! Genderdiskriminierung hin oder her: Fakt ist, dass alles mit Penis umsonst darf und das ist kacke!!!
Die Polizei, dein Freund und Stalker
Typischer Montag Morgen, antriebsarm und ein klein wenig zu spät unterwegs. Ich peile mein Auto an und stelle verwundert fest, dass ein Polizist sich die Straßennamen an der Kreuzung, wo ich parke, notiert und angeregt etwas in sein Büchlein kritzelt. Kann ich helfen? Er schaut mich an und freut sich offenbar, dass er die Halterin gefunden hat. Wo ich denn herkomme fragt er und sieht dabei irgendwie wie ein Wiesel aus, sehr forsch. Ach, sie meinen das Kennzeichen! (Auch ich als passionierte KfZ- Schilder- Raterin wäre nie im Leben auf den Herkunftsort gekommen!) KH steht für Bad Kreuznach, ist ein Dienstwagen; ich wohne gleich da drüben und zeige mit dem Kopf auf die andere Straßenseite. Und was machen sie beruflich? Ich denke, dass ihm das eigentlich total egal sein müsste und nichts zur Sache tut, beantworte ihm aber trotzdem diese Frage und denke, dass ich dadurch vielleicht aus der Nummer raus komme. Soso…er wirkt ein wenig irritiert, kann ich mir aber zu dem Zeitpunkt nicht erklären. Ich dürfe hier nicht stehen, zu dicht an der Kreuzung, es könnte kein Feuerwehrwagen durch, etc. etc. . Sehe ich ein und will meinen Strafzettel entgegen nehmen. Nein, nein! Ich habe ja schließlich schon den Abschleppdienst gerufen sagt er, da müssten sie dann schon die Leerfahrt bezahlen. Und schwupps biegt dieser schon oben von der Heerstraße zu uns ab. Ich entgegne ihm, dass es doch keine Leerfahrt sein muss, denn schließlich parke hier jeder direkt an die Straßenkreuzung ran und zeige einfach nur 5m gegenüber auf ein Auto mit selbigem nicht vorschriftsmäßigen Parkverhalten. Er lehnt meinen Vorschlag ab und scheint verblüfft über meinen für ihn eigentlich lukrativen Alternativvorschlag. Er wäre ja jetzt schließlich mit mir beschäftigt und winkt dem Abschlepper gönnerisch zu, er solle doch weiterfahren. Na dann, denke ich und will los. Das gelingt auch fast aber nicht ohne dass ich mein Knöllchen von ihm ausgefertigt bekomme, auf dem eine recht passable Skizze des Tatorts abgebildet ist. Super, danke und schönen Tag noch!
Am Ende der Woche komme ich mal wieder zum Auto und entnehme, hinter meinen Scheibenwischer eingeklemmt, erneut ein Ticket in Empfang, selbige Thematik, nur ohne Skizze diesmal. Ich blicke mich um und sehe, dass wiederum kein anderes Auto solch grünen Zettel angesteckt bekommen hat und denke mir aber nicht wirklich was dabei. Schließich will ich ja auch los. Nach dem insgesamt dritten (3!) Knöllchen innerhalb eines Monats, fange ich dann doch an gegenüber parkende Autos zu fotografieren und bin fleissig am Dementis schreiben. Obendrein habe ich die “ Zeugenkürzel“ auf allen Tickets verglichen und musste echt leicht verdutzt feststellen, dass es sich immer um den selben Uniformierten handelt, diesen überaus talentierten Skizzenzeichner nämlich, der, der mir vor fünf Wochen die Leerfahrt unterjubeln wollte. Da steckt doch pure Absicht hinter! Ist doch echt nicht zu fassen!
Bis dato habe ich noch kein Feedback von meinen Widerrufen bezüglich aller vorliegenden Strafzettel, die ich ja mittlerweile auch fotomäßig dokumentiert habe. Ich werde ähnlich wie Alf, der bei zu großen Fressgelagen, einen seiner sieben Extramägen öffnet, mein irgendwo tief im Inneren verstecktes Geduldskissen aufspüren und das ganze soweit es geht aussitzen. Warum auch immer ich die Auserwählte dieses eifrigen Knöllchenschreibers bin, nicht mit mir!
Beeinflusst mich Werbung?
Ich bin von Hause aus eher keine Naschkatze, wie man so schön sagt, eher so ein Tüte Chips- Wegesser. Aber wenn von einem mir bekannten Produkt etwas Neues auf den Markt kommt, ich es zudem dann doch ab und zu echt gerne esse, muss ich es dann unbedingt haben und testen. Da ich aber nicht wie eine Foodinfluencerin manisch durch die Süßigkeitenregale renne, um ganz nah am Trend zu sein, sondern eher durch meist an den Kassen gezielt platzierte Neuheitenpyramiden oder aber durch TV- Werbung darauf aufmerksam werde, umfasst die jährliche Ausbeute wahrscheinlich nur maximal die Hälfte der eigentlich unerschöpflich wirkenden Zuckerindustrie. Eigentlich fällt mein Interesse tatsächlich sogar eher saisonal aus. Nämlich ist mein Heisshunger auf neue Geschmacksrichtungen eher auf’s Frühjahr und den beginnenden Winter beschränkt. Schon komisch irgendwie. Vielleicht sind der Sommer und Herbst von sich aus schon so abwechslungsreich, dass man gar keine Erweiterung seines Geschmackshorizonts in Erwägung zieht!?
Wie auch immer, ich bin auf jeden Fall fündig geworden und einmal höchst begeistert, sowie einmal komplett enttäuscht worden. Na immerhin 50/50! Ein TV- Spot hat mir durch einen ungemein vielbeschäftigten jungen Mann, der zudem ein Tausendsassa in der Unterhaltung seiner Mitmenschen im familiären und beruflichen Kreise zu sein scheint, einen Riegel ans Herz gelegt, welches ich vorher nur als Schnittchen kannte. Ja, genau, es handelt sich um Hanuta. Ein Klassiker im Regal, seit Jahren. Neulich hat erst Mama wieder zugeschlagen, weil sie das früher auch so gerne gegessen hat. Muss man einfach ab und an im Haus haben finde ich. Der Slogan aber verrät, dass er so vielschichtig wie du bist! Ich denke: vielschichtig bin ich irgendwie auch, also her mit der neuen Variante! Extra morgens noch einen Coffee to Go mitgenommen, schmeckt dann einfach besser finde ich und gleich in den Supermarkt. Völlig euphorisch reisse ich die Verpackung ab und versuche die Vielschichtigkeit zu erfahren…und bin entsetzt aber auch froh, dass sich nicht gleich akute Kariesbeschwerden äußern! Bäh! Purer Zucker und Lichtjahre von dem entfernt, was Hanuta so ausmacht! Ich verschenke die verbleibenden drei Riegel in der nächsten Niederlassung und fahre komplett überzuckert und dadurch auch recht aufgedreht durch den Tag. Menno! Wie kann man nur…ich bin enttäuscht.
Wo hingegen Dr. Oetker mit einer erfreulichen kleinen Kaffee-/ Kuchenidee daher kommt. Ebenfalls durch’s Fernsehen animiert, da dort ein anstrengender Tag mit einem süßen Gebäck in Form eines Minikuchens am Nachmittag belohnt wird, ich diese Situation nachvollziehen kann, wird Tage später auch hier probiert. Es gibt natürlich wieder Kaffee dazu. Oh man! Nach dem ersten Minigugelhupf (Nussgeschmack) frage ich mich, warum nur neun Stück in der Packung sind und esse fast alle hinter einander weg auf. Ups! Naja, sind ja auch wirklich klein diese Küchlein! Dies Produkt erhält auf jeden Fall eine 10 in meiner Neuheitenbewertung und ich beschliesse, noch die ein oder andere Sorte zu checken, es gibt nämlich vier verschiedene.
Mein Mann bringt am späten Nachmittag noch ’ne gewöhnliche Jogurette mit nach Hause, 1-2 Riegel passen irgendwie auch noch rein. Ich beiße ab und sage: Hmm, nee. Nein. Er fragt, was denn nee? Ich sage, dass ich gar nicht das Verlangen verspüre, zu tanzen! Er lacht, denn er weiß, dass das die Mädels in der Werbung immer machen nach ’ner Jogurette.
Kfz- Assoziationen
Wenn ich im Auto unterwegs bin spiele ich zum Zeitvertreib gerne ein Spiel: KfZ- Schilder raten. Dieses Spiel hat mein Papa damals ins Leben gerufen, als wir uns alljährlich mit dem Auto nach Slowenien durchgekämpft haben. Ein Riesenspaß war das für uns! Ich werde nie vergessen, dass er (jedes Jahr) zu uns sagte, dass er gar nicht verstehen kann, was all die Bochumer hier machen… natürlich waren es Berliner, was ich als ältere von uns beiden Kindern nach kurzer Zeit immer richtig gestellt habe! Klugscheißerkind. Ich glaube, dass er und Mama letztlich froh waren, keine Bekannten getroffen zu haben und was das mit Bochum zu tun hat bleibt für immer ein Geheimnis.
Aber zurück zum Spiel. Im Laufe der Jahre bin ich natürlich weit über das “ wo kommen die her“- Level hinaus gewachsen , muss aber gestehen, dass ich echt irritiert bin, wenn ich mal nicht sofort weiß, welche Stadt/ Landkreis etc. hinter dem KfZ- Schild lauert. Ich habe mich derweil auf Bedeutungen von Nummernschildkombinationen oder aber Abkürzungen spezialisiert.
Einige Standartvarianten gehören natürlich dazu; diese, wo genau das Gegenteil zu dem steht, was das Auto darstellt (Mini= B- IG) , Fanzugeständnisse ( Hertha B- SC) oder die Liebe zum artenreichen Grillgut bis hin zum eindeutigen Identifizieren der Automarke (B- MW ). Dies funktioniert aber nur für Berliner. Viele wählen als Buchstabenkombi ja auch gerne ihre Initialen mit den dann verbundenen Jahreszahlen ihrer Geburt oder andere wichtige Lebensdaten. Aber das Hauptaugenmerk liegt hier und jetzt auf den willkürlich gewählten Wörtern, die so ein Auto ja auch irgendwo persönlicher machen. Ist ja nicht umsonst für viele mehr als ein Transportmittel; dann kann man das ganze ja auch – neben der teilweise recht aufwendig gepimpten Karosserie- auch namentlich zu etwas Besonderen machen! Was mir mittlerweile immer wichtiger wird, während ich so umherfahrend mein Spiel spiele, ist nach einer Sichtung auch den/ die Fahrer/-in zu begutachten. Meistens sind es übrigens Männer, die hinterm Steuer sitzen, lautet das Kennzeichen B-BQ. Bier in der linken, Grillzange in der rechten Hand; stolz wie Bolle an seinem neuen Webergrill. Hingegen es auch Kennzeichen gibt, die prädestiniert für Frauen sind und auch von solchen gesteuert werden. HE- XE oder MI- AU gehören unter anderem zur häufiger beobachteten Auswahl, die ich mittlerweile aber schon in meinen Ignore- Ordner packe, da es zu regelmäßig vorkommt. Oftmals frage ich mich, ob einige Besitzer überhaupt das damit ausdrücken wollen, was ich darin zu erkennen meine oder ob ich nicht doch schon völlig in meiner eigenen Ratewelt abgetaucht bin!? Ist es für ein junges Mädchen wirklich cool, wenn das Auto suggeriert, dass sie eine Hexe ist? Bin mir noch nicht sicher…
Viele Kennzeichen wiederum geben aber auch genügend Anlass, um seinen kreativen Hirngespinsten freien Lauf zu lassen. Diese zum Beispiel, die Wörter bilden ohne Vokale zu enthalten. Ein Trend, der sich auch auf Facebook bzgl. der Namen immer größerer Beliebtheit erfreut. Krse oder Lng zum Beispiel. Anfänglich liest sich das ja eher so, wie: Häh? Wattn das? Aber man gewöhnt sich auch daran, so wie man auch Texte „normal“ lesen kann, in denen Zahlen willkürlich gegen Buchstaben getauscht werden. In genau diese Rubrik fallen auch Abkürzungen wie B- BQ oder FX, B- NZ. Gewiefte Wahl, wie ich finde. Nur leider nur noch Mainstream.
Auch schön und fast schon schade, dass es in Deutschland nach dem Städtekürzel Bedingung ist, dass ein weiterer Buchstabe folgt, so dass Kennzeichen wie SAW….ich muss unweigerlich an die immerhin 3 oder 4 Folgen denken, die ich mir den freakigen Jiggsaw angetan habe und bin dann aber doch recht schnell davon abgekommen die Leute hinterm Steuer zu obduzieren, als würde ich erkennen können , dass ein normaler Mensch mittleren Alters nicht doch evtl. ein krankhafter Psychopath ist. OCH- SE, PI- PI, BIT- TE oder auch HAL- LO, WIT- WE und SEN- SE langweilen mich mittlerweile zu Tode.!
Ich bin für die Freigabe von persönlichen Kennzeichen, so wie in den USA. Meins würde wahrscheinlich LMAA heißen….
EMS-E zum Beispiel löst bei mir automatisch emsebremse aus. Ehrlich gesagt habe ich keinen Schimmi, wo das her kommt aber es ist unweigerlich
Die totale Entspannung
Seit letztem November erfahre und lerne ich wie man sich entspannt, gezielt und kontrolliert. Im Zuge des Burnouts bin ich an eine Neurofeedback- Therapeutin verwiesen worden, eine Thematik, mit der ich mich im Leben noch nicht beschäftigt habe und auch die Recherche der empfohlenen Praxis hat anfangs nicht zur erhofften Aufklärung bei getragen. Umso verblüffter war ich bei meinem ersten Kennenlernen: die erste Frage, ob ich denn überhaupt wisse, um was es sich hierbei handelt (wahrscheinlich eine rhetorische Frage, die ihr bestimmt jedes Mal eine Heidenfreude bereitet ) und die ich natürlich verneinen musste, war aber nur Anregung an mich, ihr mitzuteilen, was ich mir hiervon verspreche. Ein wenig muss ich ausholen. Denn nach unserer WhatsApp Terminierung des o. a. Erstgesprächs schlug sie mir den Mittwoch vor, da der Klient, der diesen Termin ansonsten hatte, gerade in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Aber nicht ihretwegen betonte sie im Nachsatz. Ich fand das puppenlustig und irgendwie auch vertrauenswürdig. Deswegen war meine Antwort auf ihre „sag mal, was sie sich vorstellen“ – Frage folgende: Eigentlich so eine Art Anger Management, wie beim Film “ Die Wutprobe“ . Ein Erlernen also , mit akuten Stresssituationen im Alltag um zu gehen. Freudiges Grinsen im Gesicht der Therapeutin. Ich denke: cool! Warum auch immer meine Orthopädin genau dies alles anhand meiner Rückenschmerzen in mir gelesen hatte, war ich wirklich happy hier und jetzt bei dieser Frau zu sitzen und für alles, was später in meinem Leben noch kommen sollte eine Lösung parat zu haben. Nach ein paar Fragen über meine Person inkl. Privat-, Familien- und Berufsleben war dann der Moment gekommen, wo es zur Praxis über ging. Ich bekomme eine Kabellage auf den Kopf gesetzt und irgendwas wird mit Ohrläppchen, Stirn und der Mitte des Kopfes verbunden. Mir schiesst sofort ein Bild in den Kopf und so frage ich auch, ob ich jetzt noch was in die Augen bekomme, um diese nicht schließen zu können, wie bei Clockwork Orange, denn ich bin natürlich ein bisschen nervös und fühle mich gerade seltsam. Sie grinst und auch das finde ich schon wieder cool. Aber alles easy. Mein Auftrag lautet wie folgt: meine Hirnströme werden gemessen und anhand dieser Daten wird in der ersten Sitzung dann mein Ziel definiert. Ich erfahre, dass ich ziemlich normal bin, was mich tatsächlich freut, obwohl ich auch eigentlich nichts anderes erwartet habe. Allerdings bin ich offenbar nicht in der Lage zu entspannen. Aha. Hmm, aber gut. Dafür bin ich ja auch hier. Ich bin gespannt auf das, was kommt. Wir rauchen noch eine Zigarette zum Abschied (sie raucht genau wie ich wirklich gerne) und wir vereinbaren, dass ich ab der nächsten Woche durch starte.
Es ist der besagte Mittwoch und ich bin echt gespannt, was so passieren wird. Elektrokabellage wieder aufgeschnallt und los geht’s. Durch Entspannung soll ich eine Bildanimation am Laufen halten, das Lied, welches dabei läuft, darf auch nicht stoppen. Ambitioniertes Unterfangen! Klappt allerdings doch recht gut, denke ich und bin persönlich mit meiner abgelieferten Leistung zufrieden. Ich bekomme tatsächlich Bestätigung, dass ich das für’s erste Mal gar nicht schlecht gemacht habe.
Und so fahre ich gut gelaunt wieder nach Hause und fiebere dem Termin nächste Woche wahrlich schon entgegen. Ist es doch auch die erste wirkliche aktive Beschäftigung seit über 2 Monaten!
Woche um Woche vergeht und ich bekomme das Musikstück zugeschickt, um auch privat bis zu 3x täglich bewusst zu entspannen. Das klappt auch ganz gut, bin ich doch aktuell eh in einer Bewusstwerdens- Phase und so vergeht dann trotz Wiedereingliederungsmonat das verbleibende Jahr recht schnell.
Wir dutzen und mittlerweile und sind in vielen Belangen einer Meinung, obwohl unsere beider Leben nicht unterschiedlicher sein könnten!
Zeitsprung auf Mitte Februar. Ich bin seit Anfang des Jahres wieder normal am Arbeiten und muss mich partiell schon zwingen mein Ziel von 2-3x täglich überhaupt durch zu führen.
Ich bin auf dem Heimweg, war Einkaufen und fahre die nur für ein Auto gedachte Jägerstraße Richtung Feierabend, als eine ältere Dame beschließt, ihren Kleinstwagen durch Abbiegen, in die sehr enge Stelle zu bugsieren. Die, wo auf der rechten Seite Motorräder parken und ich urplötzlich nur noch an Schadensbegrenzung arbeite.
Als wir, ich mittlerweile echt am Randes des Nervenzusammenbruchs durch Manövrieren meines Wagens durch die Herausforderung des gegebenen Umstands, auf Augenhöhe sind, lässt sie ihr Fenster runter und ruft : Na, das Auto ist vielleicht doch ne Nummer zu groß für sie!
Kurze Pause. Ich muss mich sammeln, spritze mich innerlich akut runter und reagiere unglaublich vernünftig, indem ich einfach einen letzten Schlenker riskiere und mich aus der Hölle befreie.
Eine Straßenecke weiter krame ich mein Handy heraus, schließe meine Augen und höre diesen wunderbaren Song in voller Lautstärke und freue mich, dass er seine Wirkung tut!
An der totalen Entspannung muss ich noch arbeiten, aber ich bin auf einem verdammt guten Weg!
Gefangen im Punktewahn
Bis vor 1 1/2 Jahren war ich völlig vogelfrei was diese ganzen Bonuskarten, die es ja für nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens zu Hauf gibt, betrifft. Und mir hat auch eigentlich nichts gefehlt. Ein Kollege, der offenbar Meister der Rabatte und Bonussysteme zu sein scheint, fragte mich dann nebenbei mal, ob ich denn auch über unsere Firma eine Payback- Karte angefordert hätte. Super Sache sei das! Schließlich könne man ja alleine durch unsere Aral- Tankkarte den einen oder anderen Artikel seiner Wahl durch diese Punkte in ausgewählten Shops online erwerben. Nein, noch nicht drüber nachgedacht! Meine Abneigung gegenüber Werbetreibenden, die einen durch solche Karte am Schlawittchen haben, ist relativ groß; man hat ja schon genug Spam in seinem Leben. Ich befrage aber trotzdem den Familien- und Kollegenkreis und siehe da: irgendwie besitzt nahezu jeder solch eine Payback- Karte! Kann ja dann eigentlich nicht so schlimm sein denke ich. Na gut, Firma angerufen, mein ok abgeholt und das Ding dann beantragt. Ist übrigens keine Firmenkarte, sondern man hat nur einen Link für die Aral- Payback erhalten. Keine Ahnung, jetzt, wo ich darüber nachdenke, entzieht sich mir der Sinn, warum ich das über die Firma und nicht einfach privat gemacht habe. Seltsam.
Wie auch immer, los ging es mit dem fleißigen Punktesammeln! Anfangs tatsächlich nur über’s Tanken, kam auch ziemlich schnell was auf’s Punktekonto, tanke ja 2x die Woche durch mein vieles Gefahre! Fakt ist, dass man schwuppdiwupp natürlich auch die anderen Anbieter oder besser Partner dieses Geld- zurück- Systems scoutet und- klar!- diverse Shops auffindet, in denen man gelegentlich oder regelmäßig sein Geld los wird. Lustigerweise hatte ich bei DM eine Situation, wo mich eine Kassiererin etwas verdutzt ansieht und mich fragt, ob ich wirklich nur dieses eine Teil kaufen möchte, da ich doch aktuell einen 20- fach- Gutschein in Aktion habe! Ich bin echt kurzzeitig irritiert, da ich nicht nachvollziehen kann, dass jemand bewusst shoppen geht, nur um mehr Punkte zu ergattern. Ich benicke die banale Transaktion und verlasse das Geschäft. Im Auto angekommen durchsuche ich trotzdem (neugierig bin ich ja doch) die Seite und entdecke den Coupon- Button- Wahnsinn! Ohne Sinn und Verstand aktiviere ich wild alles, was der Finger bis zum nächsten Telefonat hergibt. Da das Punktekonto stetig steigt, bekommt nun sogar der Gatte eine Partnerkarte. Hab mir nämlich eine Prämie für 12500 Punkte heraus gesucht; gemeinsam sammelt es sich einfach schneller. Katsching, katsching! Da meine befürchtete Werbebelästigung ausbleibt, wird nun volles Rohr gepunktet. Einmal habe ich – aus Testgründen- mit dem Punktekonto bezahlt: absolutes Unverständnis meines Mannes war die Folge! Ein großer Abstrich unseres gemeinsamen Plans….es tat mir Leid.
Mittlerweile habe ich in meinem Portemonnaie mehr Sonderpunktebelege von Aral als Bargeld und muss diese schon akribisch nach Datum sortieren, denn diese verfallen nach 14 Tagen. Aber auf dem Weg zur Super- Umsonst- Prämie ist einem auch diese kleine Zeitrauberei nicht zu viel. Oh mein Gott! Ich komme mir schon vor wie die Extrem- Couponer in USA, die ihre Coupons in Sammelalben sortiert aufbewahren, um irgendeinen Rieseneinkauf durch gesammelte Rabatte und Rabatte auf besagte Rabatte letztendlich umsonst zu bekommen….obwohl ich davon noch Lichtjahre entfernt bin. Naja, vielleicht ein bisschen übertrieben der Vergleich.
Neulich allerdings, beim Rewe meines Vertrauens, der, wo eine Sushi- Theke leckerste japanische Kreationen frisch daher zaubert, besorge ich für ein paar Kunden Sushi- to Go für unser Baustellenmeeting und weiß, dass ich damit meine 7000 Punktemarke knacke. Ich zeige demonstrativ mein Handy mit der App beim Bezahlen und die Kassiererin sagt: es gibt aber keine Punkte für Sushi!!! Auch nicht mit dem 10- fach- Coupon für Fischware? Nein, Sushi zählt nicht bei Payback.
WTF?
Frustriert verlasse ich den Supermarkt und denke: was hat dich bloß so ruiniert?
Die Macht der Socke
An Tagen wie diesen, an dem wichtige Termine anstehen, es beruflich auf eine „Hopp oder Topp“- Situation hinaus läuft, trage ich gerne meine Glücks avocado- Socken. Seit wir 2017 in Kalifornien waren ist diese Frucht bei uns irgendwie zu einem Symbol des Glücks, des Wohlfühlens und in meinem Fall sogar als Talisman in Form eines Kleidungsstücks geworden. Und so krame ich meine gute Bluse, die, wo das Firmenlogo im Kragen eingestickt ist und die einfach seriöser daher kommt, raus und wähle zum Schluss gezielt meine Avocadosocken. Sicher ist sicher! Sieht ja keiner, ist ja ’ne Hose drüber.
Man trifft sich am ausgemachten Ort, um gemeinschaftlich- natürlich nur mit einem Auto- zum vereinbarten Termin zu fahren. Ein bisschen nervös sind wir beide, der Außendienstler und ich auch, aber wir sind auch genauso überzeugt davon, dass wir das Ruder auf unsere Seite herum reißen können. Schließlich hätten wir das ganze ja sonst nicht von langer Hand geplant!
Auf der Baustelle angekommen warten schon Bauleiter, Auftraggeber und Vorarbeiter auf uns und ich denke noch: Oha! Die fahren ja richtiges Geschütz auf! Die richtigen Worte zur Begrüßung werden irgendwie auch nicht gefunden : „Eine Frau haben wir von der Industrie ja jetzt nicht erwartet!“ Aber davon lasse ich mich schon lange nicht mehr aus der Bahn werfen! Trotzdem fühlt man sich immer ein wenig aufgefordert, jetzt mehr leisten zu müssen, besser zu sein oder einfach nur überzeugender zu sein als meine männlichen Kollegen. Kann ich, denke ich. Und eigentlich muss ja auch nur unser Produkt die Herren komplett aus ihren Schuhen hauen!
Auf geht’s, hier wird keine Zeit verloren. Nicht, dass wir heute zu zweit auch schon ein echt straffes Programm haben, aber wir sind ja auch nicht so wichtig, als das dies eine Bedeutung hätte. Gesagt, getan. Farbe wird ausprobiert und nebenbei bekomme ich schon Sprüche mit, die so typisch sind, wenn man ferner der Praxis nicht sein kann oder aber offenbar überredet würde, doch Mal etwas Neues auszuprobieren. Nach ’ner 1/4 Stunde, die sich gefühlt extra in die Länge zieht und vieler Fürs und Widers, ist er dann da, der Moment, der zumindest für mich heute der wichtigste scheint: der Vorarbeiter, der gar meisterlich das Material an die Wand gezaubert hat, befindet unser Produkt für überaus super- in allen dafür in Frage kommenden Kriterien! Jippieh! Quieke ich in mich hinein! Shakka, geschafft!
Ratzfatz werden dann auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und man setzt sich für alles Weitere in einen, mit ausreichend Abstand gewährleistenen, Besprechungsraum.
Beim Übernanderschlagen der Beine lugt rechts unter meiner Hose frech eine kleine Avocado heraus, fast so, als wolle sie mir sagen: Siehste! Hab ich dir doch gesagt!