Urlaubsfreuden

Schon komisch, dass ich die Nacht vor Reiseantritt- und es ist offenbar vollkommen egal, ob es nach Übersee geht oder an die Müritz- nicht gut, bzw. unruhig schlafe, weil ich allerlei Situationen vorab durchlebe und warum auch immer im Kopf 1000 Male alle Eventualitäten durch spiele. Eigentlich kein erholsamer Start für den anstehenden Urlaub. Letzte Nacht zum Beispiel habe ich panisch den Erstaufbau unseres Vorzelts, der wegen WoMo- Dilemma letztes Jahr kurz vor der Eifel abgesagten Campingurlaubs nicht statt finden konnte, durch gespielt; gehofft, dass es tatsächlich passt- wobei wir auch dies bestimmt 100 Mal abgemessen haben und erst dann gekauft haben, also absolut safe… eigentlich. Letzte Nacht hat dieser Gedanke mich dann doch auf Trab gehalten und mir ein unerholtes Aufwachen beschert. Glücklicherweise hat die Gewohnheit des Alltags mich schon um 5:30 Uhr aus dem Bett getrieben, sodass zumindest am Morgen noch ein kleines Nachholschläfchen drin war; eilig haben wir es heute nämlich nicht, vor 15 Uhr können wir unseren Stellplatz nicht nutzen. Abgesehen davon ist so ein müder Reiseantritt spätestens bei Antritt der Fahrt (wir freuen uns wirklich wie blöde nach einem Jahr endlich mal wieder mit Walther auf Tour gehen zu können!) wie weggeblasen, denn schließlich lohnt bei Ankunft nicht nur ein glasklarer See, sondern allein der Weg dorthin ist bekanntlich schon ein Erlebnis. Also haben nach gemütlichem Rumschlumpen die restlichen Dinge verstaut und es geht zum Einkauf. Man, obwohl ich schon zwei Mal in dieser Woche schon Dinge hingebracht und verstaut habe, sind wir jedesmal echt überrascht, was man für ne Woche so alles (vermeintlich) braucht! Aber hey, dafür heisst es wahrscheinlich auch Wohnmobil, man fährt schließlich mit seiner Wohnung durch die Gegend; dementsprechend sind wir ausgestattet. Egal, nach einer Stunde des Einrichten und Verstauens sind wir startklar und bereit für den lang ersehnten Trip. Schwupp, der Motor springt sofort an (wahrscheinlich liegt das an unserem eigens hierfür erworbenen und gesegneten Buddha- Anhänger aus Thailand) und wir gehen auf die Piste- Bestlaune trifft unsere Stimmung ganz gut. Ganze drei Kilometer weiter (gerade mal so raus aus Falkensee) bei 70km/h will Walther plötzlich nicht mehr beschleunigen und wird langsamer, bis er dann komplett aus geht. Jegliche Euphorie ist verflogen, ersetzt wird diese spontan durch rasende Wut und Fassungslosigkeit, die aktuell noch gar nicht in Worte zu fassen ist. Leider springt er auch nicht wieder an und so rufen wir bei unserem Service- Center an und dieser verspricht sofort zu kommen, um uns ab zu schleppen. Na toll, ist ja nicht so, dass Walther gerade ein Komplettupgrade bekommen hat und wir eigentlich davon ausgegangen sind, endlich ein Sorglospaket unterm Hinter zu haben, um den Grund der Anschaffung endlich nutzen zu können. Ich bin mittlerweile sprachlos vor Wut und Verzweiflung, bin froh, dass ich nicht komplett die Fassung verliere, als klar wird, dass erneut nur der ADAC weiter helfen kann und bekomme gerade noch die GPS- Daten am Telefon für mein Gegenüber durch, welches mir dann schnell mitteilt, dass alle Daten von uns im System sind- selbstredend, denn genau vor einem Jahr wurden wir das letzte Mal abgeschleppt! Den Campingplatz cancel ich sogar auch noch, Superpower! Glücklicherweise dauert das Eintreffen des gelben Engels nur 30 Minuten und er freut sich umso mehr, als er erfährt, dass unsere Werkstatt quasi gleich um die Ecke ist- irgendwie freut uns das auch, denn viel schlimmer wäre es in der Pampa gewesen, ohne die Möglichkeit an unseren PKW zu kommen, denn die Werkstatt hat bekanntlich am Wochenende zu- obwohl, dafür bekommt man ja sogar einen Leihwagen…ich will nicht genauer drüber nachdenken…und das alles nur 25 Minuten von unserem Zuhause entfernt! Jut, Papierkram erledigt und akribisch alle vor 2 Stunden erst eingeräumten Dinge wieder verpackt und ins Auto geräumt- läuft! Ich stelle fröhlich fest, dass wir glücklicherweise uns ja noch haben, während der Meine unseren Urlaub jetzt schon schwinden sieht- erneut. Unser Schrauber stellt beim Umpacken fest, dass sich ein Kabel gelöst hat und er auch wieder anspringt, der „neue“ Motor. Mir mittlerweile egal. Ich möchte, dass am Montag jemand rein guckt und ausserdem: wie kann es sein, dass sich nach 3 km ein Kabel löst??? Ich bin im Kopf schon am Planen, wo wir bis unser Österreich- Trip losgeht, so hin fahren können und fühle mich spontan so unglaublich müde und erschlagen, dass ich umgehend ins Bett gehen werde, wenn wir wieder zuhause sind.

Home, sweet home! Alles wieder verstaut und ein wenig beruhigter, beschließen wir, dass wir Walther doch nicht verkaufen, sind uns aber einig, dass kein Cent mehr reingesteckt wird und hoffen, dass es nur dieses Kabel war- denn von Mittwoch an wären wir auf dem zweiten Campingplatz…und das wollen wir wirklich erleben!

So ist dies nun ein fast normaler Samstag geworden; Urlaub ist jetzt erst ab Montag, denn wir müssen nicht arbeiten gehen…anstelle des Zubettgehes öffne ich mein erstes Bier- verdient hab ich es mir. Prost!

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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