Der Moment, wenn du nach 852 Kilometern und fast acht Stunden Fahrt Rückreise endlich Zuhause ankommst und feststellst, dass dein Mann zwar freudig empfangsbereit zur Seite steht, da dein Skireisekoffer soviel wiegt, als wärst du kurzzeitig ins Exil gezogen und er aufgrund deines Anrufs herunter kommt, um eben diesen in den zweiten Stock zu hieven, aber gleichzeitig feststellen musst, dass dein Göttergatte nur diesen Moment abgepasst hat, um danach, wegen Gestern, instead Couching ist, war schon emotional. Aber genau deswegen befindet ich mich jetzt in dieser Situation: acht Stunden später will ich einfach nicht müde werden und beschließe vom Blabla- TV auf gehaltvollere Unterhaltung zu switchen. Kein geringerer als David Lynch darf es sein und ich schalte via FireTV auf Prime um. Ohne es zu ahnen, wird das Sofa wach und erklärt mir, dass DL nur über Netflix zu sehen ist, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Oh, okay. Der Daumen richtet es und es ist blitzschnell umgeschaltet. Tadaaa! ( Knicks) Erstaunlicherweise ist es aber tatsächlich so und es offeriert sich mir das fast komplette Portfolio des Meistes.
Eigentlich wollte ich Twin Peaks- The movie schauen aber ist mir nach 3 Bieren und einer umfangreichen Wanderung durch die Welt der Obstgärten, in Form von Selbstgebrannten slowenischem Schnaps fast egal und auch zuviel der Auswahl, deswegen klicke ich auf „Play“ und schaue umgehend den Film, den ich vermeintlich auswendig kann. Kann ich aber nicht. Blue Velvet’s Intro, und ich meine das kurze Intro am Anfang, wo der Hund durch den Rasensprenger springt und trinkt und ein etwa 1 1/2 jähriges Minikind die Einfahrt empor kommt, während Daddy offensichtlich einen Herzinfarkt erlitten hat, den kurz danach offensichtlich alienartige Würmer instead einwurmen und entsorgen ( durch eventuell alienentsorgungsartige Entfernungsgene), kommt mir völlig unbekannt vor. Mittlerweile ist Paul Artreidis mit Laura Dern ( die Frau, dessen Name einer Handseife gleicht) auf der Suche nach dem Grund des gefundenen abgeschnittenen Ohres. ich kann normal folgen.
Und dann tritt sie endlich auf: Isabella Rossellini 🥰🙏🥰
She wore blue velvet…
Paul ist very aufgeregt und Laura, die in der Tat noch viel unschuldiger als in „Cry Baby“ rüber kommt- gerade eben erfahre ich, dass sie Sandy heißt, was es kurzerhand schlimmer macht, denn Olivia hieß ja schließlich schon so bei Grease, sagt zu ihm: „ich weiß nicht, ob du verrückt bist oder wahnsinnig“, als er in die Wohnung ( Geoffrey heißt er übrigens, denn der Film läuft parallel) der Künstlerin einsteigt und versteckt sich im Schrank.
Der Rest ist Geschichte oder sollte selbst erfahren werden.
Man weiß halt nie woran man ist und was es überhaupt bedeutet. Bis man sich den Gedanken eines Genies hingibt, um zu erfahren, was genau er einem sagen will und mit welcher Intention er dies tut.
Ein ähnliches Wirrwarr wie nach Hause zu kommen und doch nicht komplett Zuhause zu sein.
Alles Auslegsache und Interpretation, fast so wie im Film.
Man weiß es halt nicht.
“ Versuche nie einen Ficker zu ficken!“