Diese Woche war eine echte Herausforderung bezüglich beruflicher Termine und privater Herausforderungen. Es ging gleich letztes Wochenende los, als ich von einer verkäuflichen, wahrscheinlich letzten seiner Art, erhältlichen Karte für das am Montag statt findende, legendär anmutende, „Rancid“ Konzert angeboten bekam. Vorausgehend war meine spontane, ursprüngliche Vorab- Daseins- Berechtigung für dieses Event, denn ich bin kurz vor Weihnachten ins Lutetia, nur um ein paar Leuten “ Hallo!“ zu sagen, auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty einer Freundin im benachbarten Brauhaus. Mein alter- und schwer geliebter Nachbar- nimmt an diesen monatlichen Musik- Quizzen Teil und es war ein solcher Abend; deswegen war ich auch, ohne dies akut zu wissen, sehr verblüfft, all diese bekannten Menschen adhoc an diesem Platz an zu treffen. Nach gefühlter 90er Jahre bekanntheitsgradempfundener Popularität in dieser Lokalität und der einher gehenden ausufernden Begrüßungen all dener, die ich seit Monden nicht- allesamt auf einem Haufen zumindest- mehr gesehen habe und nun erleben musste, stach eine direkt an mich gerichtete Frage eben dieses Nachbarn hervor: D. kann nicht mitkommen, was machst du am 12.6.? Ich so: WAS? Er so: Rancid, man! Ich hab‘ zugesagt, instant, um allerdings keine 5 Minuten später erneut nach zu fragen, zu wem ich jetzt mit ihm gehe. Erschien schon seltsam, ihm auf jeden Fall, mir war es wahrlich nicht so denkbar legendär in diesem Moment, also erschloss sich mir der Sinn nicht ganz. Hab’s beiseite geschoben und mich meinem zukünftigen Quiz- Team der kurzen, verbleibenden Zeit gewidmet. Ich versprach ab nächstem Jahr auch dabei zu sein ( warum auch immer werde ich als Geheimwaffe des Musikwissens gehandelt und es wird ehrlich Wert auf meine Anwesenheit gelegt! 🤘😎) und verlasse kurzerhand den Laden, um meiner Freundin Tribut zu zollen und ziehe weiter ins Brauhaus. Ich bin fast die letzte, die ankommt, obwohl es erst kurz nach halb acht ist. Der Abend sprengt seit langem alle Feierrekorde und ich erlebe noch fast bei Sinnen eine Kiezkneipe in meinem eigenen Kiez, die ich noch nichtmals vom Vorbeifahren wahr genommen habe!
Aber zurück zu dieser Woche und dem Angebot, welches dieses legendäre Rancid- Ding betrifft. Mein Nachbar hat wohl wissend zur Kenntnis genommen, dass alleine mein Nachfragen darauf schließen lässt, dass ich nicht voll und ganz Feuer und Flamme war, was offenbar erwartet wurde. Also bekomme ich vorletzte Woche eine Nachricht, von eben diesem, ob ich nicht bereit wäre, diese Karte an einen „wirklich“ interessierten Freund von ihm ab zu treten. Ich bin mittlerweile natürlich auf Kurs und war schon in übelster Ohrenvorbereitung auf dieses Event, muss aber tatsächlich eingestehen, dass ich am nächsten Tag um 7 Uhr (!) in Brandenburg sein muss, da Firmenveranstaltung, also gebe ich die Karte frei. Nun kommt also aber dieses Angebot von der Freundin letzten Samstag und ich hardere wirklich mit mir, denn Rancid kenne ich tatsächlich schon seit über 20 Jahren und bin übelst im Zwiegespräch- sage dann aber doch nicht zu, denn ich würde es nicht auf die Reihe bekommen, das Berufliche am nächsten Tag. Kann damit auch gut leben, denn den Donnerstag davor, habe ich schon ein Konzert am hiesigen Mittwoch in der Zitadelle zugesagt, fast nur des Namens wegen, denn die Frage war: Hey Stef, hast du Lust am Mittwoch mit zu „Wars on drugs“ zu kommen? Ich so: Cool, 3 chicks on speed! Hell, yes! 😂🤭 Blöder Weise konnte ein Freund nicht und so ergab sich dieses Ticket. Ich kenne und kannte nur einen Song- die Truppe hat den Ausschluss gegeben und das Wohnzimmer Zitadelle den Rest. Ich hole also Dienstag die Karte bei dem Freund ab, der verhindert ist und bleibe auf eine Zigarette. Wir haben uns seit meiner großen Party letztes Jahr nicht mehr gesehen, wir beide denken schon aber ich konnte es an nichts fest machen. Ich werde- nicht umsonst – auf nicht abgesagte Quiz- Nights angesprochen und finde nur schwer überzeugende Ausreden, die mit folgenden Worten begleitet werden und mir ernsthaft zu denken geben: Man Stef, manchmal muss man einfach auch mal persönliche Kontakte pflegen und sich ‘ne Auszeit nehmen! Ich bin ja eine ziemlich spontan Transfer leistende, reflektierende Person und ertappe mich als erstes trotzdem dabei, dass ich auf alles Mögliche anspreche, mich entschuldige und Besserung gelobe, ich natürlich ein Privatleben habe und nur innerhalb der Woche nicht kann, weil es mein Zeitplan einfach nicht her gibt. Ich soll mich ja nur nicht vollkommen vergessen und einfach mehr leben ist die Antwort. Shit! WTF? Ich lebe ja schon ein echt tolles Leben, finde ich, sage aber nichts dazu, denn ich weiß, was er meint und er hat Recht. Ein erstes Zeichen habe ich ja mit dem Konzert am Mittwoch gesetzt, wissentlich am nächsten Tag zu unchristlicher Zeit wieder raus zu müssen, so what?
Aber es bleibt im Kopf und ich denke wirklich darüber nach, nicht, dass ich das vorher nie getan hätte.
Ich habe schon so vieles in den letzten Jahren abgesagt, weil es mir zu anstrengend erschien, mir zeitlich nicht gepasst hat und, und,und …Eine Sache, die früher niemals passiert wäre- denn wenn ich für etwas unter anderem bekannt war, ist es Spontaneität, die wahrlich in den letzten Jahren auch gelitten hat. Nicht, daß ich Fan davon bin aber ich ertappe mich dabei, eher die Faulheitskarte aus zu spielen, als dass ich aktiv werde. Und so telefoniere ich heute mit R. um zu erfragen, wie es ihm geht und er fragt zurück, wie das Konzert war, und so reden wir eine kurze Weile miteinander, bis ich ihm sage, dass seine Worte neulich echt bleibendes Nachdenken bewirkt haben. Ich erzähle so vor mich hin, entschuldige mich erneut für zahlreiches Nichterscheinen, was dem mannigfaltigen Kontakt mit Menschen zugrunde liegt, den mein Job mit sich bringt und die Couch sometimes in den Fokus stellt aber räume ein, dass ich gewillt bin, dies zu ändern. Nicht jede Woche aber zumindest in einem gewissen Turnus- kein Versprechen! Aber er hat ja Recht! Manchmal muss man einfach seinen inneren Schweinehund überwinden, so wie beim Sport – und das gelingt mir ja auch 2 Mal die Woche, also: Attacke!!! Einfach mal wieder mehr Zeit mit Freunden und privater Zeit im Kreise eben dieser verbringen ist der neue Weg! Man muss einfach mal wieder auf simpelste Dinge, selbstverständlich eigentlich, angesprochen werden, dann läuft die Maschine auch mal außerhalb des To- Do- Modus!
Off- Topic: Ich habe diese Woche auch mal wieder was für meinen eigenen Seelenfrieden getan: Queens of the Stoneage und PJ Harvey- Tickets gekauft, beides übrigens mitten in der Woche! Yeah! Stimmt nicht ganz, PJ ist Samstag, hab ich grade gesehen aber das zählt nicht!
Und jetzt doppelt Off- Topic: Ich bin sehr wohl an gruppendynamischer und gar einzelner Freundschaftsaktivität beteiligt und maßgeblich beteiligt , aber manchmal kommen halt trotz Absprachen mehr Absagen, als Zusagen…kann ich ab, denn: was wäre ich für eine Freundin, wenn ich da Veto einlegen würde??!
I wish you all a happy weekend! Mine will be fucking cool, denn ich habe 30- jähriges Abi- Treffen und vorab eine wirklich gechillte Gartenparty….so long, fare well, good bye!