UWE

Man ey, die Feiern hören aber auch echt nicht auf im letzten Monat des Jahres. Gefühlt sind es die meisten und deswegen so geballt; möglicherweise liegt es daran, dass die halbe Familie selbst den eigenen Ehrentag zelebriert. Ich weiß es nicht. Heute zumindest war ein Treffen zum Geburtstag einberaumt, dessen ich das erste Mal Teil hatte, denn ansonsten ist jetzt eigentlich meine Zeit krank zu sein und nicht wie vorab schon- promistatusgleich zum 4. Mal positiv auf COVID getestet, vorab aus zu fallen; ich bin deswegen in Bestlaune und freue mich riesig auf dieses Treffen! Vorab lasse ich mich von alten Freunden abholen, da ich eventuell noch der Joker im anstehenden Musikquiz bin und eh früher los wollte, da ich mich ja auch irgendwie gut kenne: je länger Zuhause, desto mehr will meine Borg- Couch mich nicht mehr gehen lassen, weil im Assimilationsprozess. Ausgetrickst in diesem Moment! Hah!

Wir betreten das Lutetia und ich bin spontan in einer Zeitschleife…ehrlich! Als ich damals hier noch hinterm Tresen stand, waren es nicht weniger illustre Gesichter. Ich bin leicht überfordert, denn eigentlich ist dies hier nur ein kurzer Zwischenstop auf dem Weg zur Geburtstags- Runde. Aber vielmehr setzt mich die Quiztruppe unter Druck, die wirklich denkt, dass ich ein Joker bin! (Nicht, dass ich keine Ahnung von Musik habe..) aber ich bin sogar angemeldet in deren Team. Das stresst mich, ebenso die anderen Teams, von denen ich auch mehr als die Hälfte kenne.

Nebenbei treffe ich auf Ex- Freunde, Freunde von Ex- Freunden, generell alte Freunde und, und und! Mindblowing! Freue mich tatsächlich über die Aussage, dass ich unfassbar gut aussehe und mache nur ein Grummelmurmeln lautbar, nothing special, denn Komplimente kann ich nicht. 🤭Ich mache meinem “ Team“ parallel klar, dass ich zu der pünktlichen Fraktion gehöre und bin fast glücklich, dass der sogenannte Quizmaster sich echt verquatscht und labermässig überzieht. Echt schade! Ohhhh! So walke ich los ins Brauhaus und weiß überhaupt nicht, was mich erwartet – umso gespannter bin ich aber.

Fuck! It is a meet and greet of the whole Spandau- Bar-and – outside (little) Bar- people und ich kenne echt viele! Im Lutetia war es schon saunagleich, ob der vielen Menschen ohne Belüftung: Aerosole!!! Hier ist es anfangs noch ok, das ist aber auch alles. Die Freude und Aufregung des Geschenke übergebens und Entgegennehmens ist immer so ultra aufregend, fast so, als hätte man selbst Geburtstag! Anyway, wir hatten in urst gemütlicher Atmosphäre sehr viel Spaß, das hatten wir. Bis zur ersten Zigarettenpause. Könnte schlimmer kommen, aber ich war plötzlich mit einem Azubi konfrontiert, den ich (in meiner überschwinglichen Art erst einmal umarmt habe), worauf der eine Kumpel fragte, ob ich in einer höheren Position bin als er. Nee, ich bin nur nicht beim Handel, sondern von der Industrie; besser: wahrscheinlich, aber auch nicht in Stein gemeißelt. Aha. Bist ne coole Braut! Find mich auch nicht so schlimm. Arghhhhhhh! Nach ‘ner halben Stunde gehe ich erst wieder zurück zu unserem Tisch und denke, dass dies nicht mein bester Auftritt war- wobei ich ja eigentlich nur nett war und versucht habe Mitt -Zwanzigern Antworten auf komische Fragen zu geben. Ich weiß es nicht, denn ich versuche eigentlich immer nur ich zu sein, was auch nicht immer einfach ist. Hoffe, dass besagter Azubi keine Plaudertasche ist. Wobei anders herum habe ich auch etwas in Petto. So schlimm war es dann final auch nicht… glaube ich. Er zumindest ist erpressbar auf Lebenszeit. BÄM!

Mittlerweile sind alle Geschenke ausgepackt und alle Karten geöffnet, mit all den emotionalen Dingen, die so parallel einher gehen! Das naturtrübe Brauhausbier stichelt uns unterschwellig sogar zu Schnapsbestellungen an, denen wir wie kopflos und fremdgesteuert folgen. Mein Plan, nicht zu viel zu trinken oder aka nicht zu lange zu bleiben ist dahin, denn es gibt so viele Charaktere, die mir- wenn auch nur flüchtig- über den Weg stolpern, dass es unvermeidlich ist, länger zu bleiben! Ich hab ungünstigerweise mich ein paar Leuten als Steffi vorgestellt und später stellte sich heraus, nach Auflösung, dass ich beides bin: Steffi und Stefka, womit plötzlich recht viele was anzufangen wussten. Da schau her! Wie wichtig doch ein Name ist. Wollte eigentlich inkognito bleiben. Vor‘n Arsch.

Und schwuppdiwupp, Zauberstab in Benutzung, ist der Mann in der Uhr fleißig gewesen und es ist soweit, dass die Lokalität uns quasi raus schmeißt; mir schon fast zu aprupt. Denn das letzte was ich noch mit schneide, ist, dass ich meinen Bierlikör teile und mein Bert (Ernie teilt immer!) zu mir sagt: na, dann gib mir doch den Uwe! Ich muss in diesem Moment geguckt haben, wie nach „Lost Highway“ oder „Naked Lunch“, wobei dies beides Minimum 2 Stunden Erlebnisse entgegen dieser spontanen fragwürdigen Verwirrung waren, mich trotzdem completely im Nichts zurück gelassen haben und ich selbst heute nicht schlauer bin, obwohl beide Regisseure zu meinen Alltime- Favs gehören. Stupid girl. Ich bin tatsächlich kurzfristig speechless (was für ein Cover übrigens von Kruder und Dorfmeister!) Ich bekomme aber letztendlich folgende Antwort: UWE ist aka „unten wird’s eklig“! Ich bin komplett irritiert, denn ich habe ihm keinen Grind angeboten, sondern nur einen Schnaps geteilt; bin sogar ganz kurz leicht angepisst. Verstehe dann aber irgendwie schon, was er meint! Und: strange but not annähernd begreifend, sinniere ich tatsächlich bis jetzt über diese bis dato belanglose, mir aber so nicht ins Hirn gelangende, offenbare Geläufigkeit einer egal wie klitzeklein geratenen Gruppe und komme nicht drauf, what the hack das soll? Maybe poor me! Maybe this is like one of the nower days „normal“ TikTok- thingis, die ich auch echt nicht verstehe. Aber UWE ist nicht 2020 oder 2010. Es gibt auch leider echt keinen vergleichbaren Ausdruck für UWE in meinem Leben. Das macht mich echt fertig! Denkt mal selber drüber nach, würde mich echt interessieren, ernsthaft!

Und dann tut er (der Laden) es sehr un-nett, das Rausschmeißen, denn es geht ein Fußballstadionflutlicht an, welches an Helligkeit des Olympiastadions zu besonderen Anlässen in nichts nach steht – wenn nicht für die arme Hertha, dann zumindest für die Stones. Es fehlt nur die musikalische Untermalung. Fast so wie in dem Film „Grasgeflüster“, wo ein ganzes Dorf auf Campingstühlen den Moment- komplett mit Sonnenbrillen ausgestattet – das ON des Gewächshauses zelebriert, in dem Gras angebaut wird und dessen kompletter Strom darein fließt und ein Flutlicht produziert, welches nahezu an eine Supernova erinnert. (Essays waren noch nie mein Ding, naja, ist ja auch keine Filmrezension)

Es wurde schon vorher – offenbar – eine „Wohin, wenn nicht hier- Gruppe“ gebildet, die nearly alles in der Nähe gescoutet haben, mit erschreckendem Ergebnis: Spandau ist dicht. Wir irgendwie auch. Also ab ins Drink’s! Wohin? Alter, ernsthaft: wohin? Wollte nach Hause und bin überredet worden, da in Laufnähe nach Hause….Drink’s ist eine Bar, die ich letztendlich bestimmt noch mal aufsuchen könnte… für Notfälle. Dann war’s da aber doch interessant, ehrlich! Sind erst nur 6 Leute, der Rest trudelt nach und nach ein. Es läuft Schlager und ich erwäge die Tresenfrau zu fragen, ob irgendwas anderes auch möglich wäre, was es ist- obwohl ich den alten Udo fast schon ins Herz geschlossen hatte, auch wenn ich griechischen Wein nicht mag; aber das gehört ja (wahrscheinlich wirklich!) zum deutschen Kulturgut, bin ich mir fast sicher. Es gibt erneut Bier und Schnaps und Bier und Schnaps, jeder nach seinem Gusto und es ist so witzig den anderen Freunden im fortgeschrittenen Status bei ihren Gesprächen untereinander Gehör zu schenken. Ich selbst quatsche wahrscheinlich parallel einer neu gefundenen Bekannten, einer Tochter eines Menschen, mit dem ich selbst ’ne heftige Festival- Zeit hatte, unabhängig von der ultimativen Langzeiterfahrung while working at this bar, zu, frage sie allerdings auch, ob ich ihr nichlt gerade ein Ohr abkaue (Mama take this badge of me…) und sie nur antwortet: nicht im Geringsten, voll interessant aber jetzt bin ich dran. Kann man jetzt deuten wie man will. Ich hatte auch ein Ohr für sie ( Mama put my guns in the ground) und bin geflashed, dass die immerhin 27 Jahre Altersunterschied wie ein Wimpernschlag keinen Unterschied machen in unserer Denke. I love that! Irgendwie muss ich dann doch mal Lulu und bin überrascht, dass es besetzt ist. Wusste gar nicht, dass noch andere Gäste anwesend sind und der Laden ausufernd groß- denn in einem Nebensaal sitzt eine auch echt große Truppe, wahrscheinlich sind alle maximal Mitte 20. Denn die Besetzttante sieht aus, wie aus einem Video, was ich nur mit bekomme, wenn ich Zuhause auch Mal Lulu bin und irgendwas random abgespielt wird, was meistens in die Richtung geht, wie: WTF? Auf Platz 15 in den US- Charts? Shirley who? Shirley says what? Arghhhhh. But that’s life (you know: that’s how it goes…you rode down in april and shot down in may) ! Es ist halt einfach nicht mehr so wie vor Jahren noch (ich wollte nicht damals schreiben, obwohl es passend wäre- aber zu sentimental klingt) . Music supports people like Shirley, cause they want it.

Der Grund für Shirley ist bislang nicht erforscht. Für alles andere (nicht in Deutschland) gibt es ja Taylor, so what?!?

Zurück zu dieser Bar, beschließen alle auf zu brechen und ich bin auch kurz deren Meinung, beschließe aber doch noch für ein letztes Kaltgetränk zu verweilen. Es läuft Bon Jovi, Living on a prayer, allein dies ist mir 5-10 Minuten mehr wert. Kurzzeitig schießt mir durch den Kopf, dass der einzige Mensch auf dieser Welt, der nicht nur in Frage kommt, sondern auch ernsthaft ambitioniert wäre, mich zu retten, nicht mehr da ist in eventuell brisanten Situationen, lässt mich beschließen ein Wegebier draus zu machen und ich trete den Weg nach Hause an. Natürlich nicht ohne die Truppe im vermeintlichen Festsaal nebenan nochmal zu scouten. Ich stelle fest, dass ich womöglich mit so einer Gesellschaft echt nicht mehr klar kommen würde oder könnte, ohne in Trouble zu geraten und freue mich auf meine geliebte und vertraute Umgebung, Zuhause halt. Es ist schon echt spät, also verhalte ich mich wie ein Ninja. Naja, ich wäre gerne lautlos und unsichtbar wie ein Ninja… Aber ich war fast geräuschlos. Jep.

Ein Ninja, der über UWE nachdenkt? Das ist ernsthaft schwierig, ohne Geräusche zu machen, denn es ist einerseits so absurd in meiner Welt, dass es tatsächlich einen Begriff für das (Ich nenne es jetzt einfach so) Restetrinken gibt…und das impliziert, dass es eklig (uwE, E steht für eklig!) ist und andererseits echt unfassbar, auf eine groteske Art, an Witzigkeit kaum zu überbieten ist, weil whoever einem anderen diesen Siff anbietet, ist echt garstig.

Offtopic: Auf dem Weg nach Hause ist auf der anderen Straßenseite eine Gang unterwegs gewesen, die mich nicht bemerkt hat, da ich auch da schon ninjamässig unterwegs war, quasi als Generalprobe für zu Hause. Die haben sich auch die eine Pulle herum gereicht. Maybe they were UWE…as a game? Ich muss den Story-about-UWE-teller nochmal genauer befragen; das macht mich echt wahnsinnig gerade!

Oder aber es bedeutet dass, wenn du auf einer Party bist, du irgendwann nur noch Reste trinkst- weil nichts anderes mehr da war? Krasser Scheiß! Kann mich nicht an so etwas erinnern. Echt nicht. (Und ich kann mich an viele Dinge erinnern, mehr als mir lieb ist.) Aber ernsthaft: was bedeutet das? Der Mensch ist nur 7 Jahre jünger als ich, wenn das ein Hinweis ist. Bin überfordert und würde sehr gerne nicht Kopfkino haben, wie aus „Kids“ oder so.

Final möchte ich dann aber doch positiv mit diesem Abend abschließen, denn es liest sich negativ- und das war es ja nur in meinem Kopf, was ja mein Ding ist, oder? Ich habe mit sehr vielen Menschen aus meiner Hood zusammen gesessen, die ich sonst echt nur sehr, sehr oberflächlich kenne und glücklicherweise Zeit übrig war, um sich tatsächlich persönlich aus zu tauschen, im zeitlichen Rahmen natürlich. Das war wirklich toll, weil ich fest gestellt habe, dass all das Blabla über diverse Dinge und auch Menschen Bullshit sind. Wenn es anders herum auch so angekommen wäre, würde ich mich in der Tat auch ein wenig freuen- man weiß es halt nicht; ist ja auch nicht überlebenswichtig, nett wäre es trotzdem, ist ja klar. Es ist definitiv eine Gruppe gewesen, die von mir niemals so zusammen gestellt worden wäre und alleine dieser Aspekt war spannend und – for god‘ s safe- gewinnbringend.

„Just a perfect day, drink Sangria in the park

and then later, when it gets dark we went home

Oh, it’s such a perfect day I’m glad I spend it with you

Oh it’s such a perfect day

You just keep me hanging on

Please write me if you know something about the UWE- Thing! You’re welcome!

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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