…one night in Spandau…

Bad Brains!!! No!!!
Bad Brians!!!🫵

Jeden Freitag im Sommer lädt Spandaus Kleinkunstbühne zum musikalischen Miteinander ein und dass auch schon den ganzen Sommer, beginnend mit der Fête de la Musique zur Sommersonnenwende. Das hat Tradition und lockt den ein oder anderen Menschen in die vertraute Location nach Spandau, nämlich in den Biergarten des Lutetia. Ich selbst war vor zwei Wochen das letzte Mal da; letzten Freitag hat mich ein Kurzerkältungsphänomen daran gehindert, was wirklich schade war, da schließlich die next Generation von den „Fuckers“ den Ton angegeben hat; der wöchentliche Ausklang ist ja schon fast gesetzt dieser Tage: umsonst und draußen ist das Motto, was zahlreiche, mir unfassbare Flashbacks verschaffene Momente beschert und ich ganz oft gar nicht glauben kann, wer sich alles die symbolische Klinke in die Hand gibt an solchen Abenden!
Ich hatte schon so ’ne Ahnung, als ich mich zum heutigen Freitag verabredet habe: Punk- Coverband. In Spandau. Das meet and greet wie sonst nur damals im Lido, vorher Kato, jetzt SO36 bei Peter and the Testtube Babies, Jahr für Jahr. Damals wie heute erstaunlich, dass auch Menschen aus anderen Bezirken noch Tickets ergattert haben und wie Fremdkörper beglotzt wurden, da man eigentlich unter sich war. Heute glich es einem Happening der extremen Art; klar eigentlich: welcome to the district of punk: Spandau!!!
Ich war anfangs so in Gespräche vertieft, dass ich den ersten Song von Slime tatsächlich nicht mitbekommen habe, was wirklich schade war. Wobei im Hintergrund hört man ja doch mit und dementsprechend hat meine Bank- Sitz- Gemeinschaft dann doch ungewollt mit geschunkelt, da das restless Leg einfach sein Ding abgezogen hat, passiert halt! ….altes Zappelding….Mein persönliches Highlight war „The Waiting Room“ von Fugazzi; ich konnte zumindest textsicher überzeugen und den Rest in Begeisterung versetzen…hat glaube ich einfach länger gedauert, der Aha- Moment bei den anderen, oder nicht so bekannt, keinen Plan. Weiß noch, wie Malte und ich damals auf der Suche nach diesem Album waren, verrückt sind wir geworden, weil keiner das hatte. Wobei mir jetzt erst auffällt, dass der Song nach Bewerbung diesen Abends hier gar nichts zu suchen gehabt hat, schließlich wurde explizit behauptet, Punk vor 1990 zu spielen…
BÄM! Mea culpa!!! Ist in den USA 1989 veröffentlicht worden, also alles richtig gemacht. Shit!…Wette verloren…

Es folgen Perlen wie „Banned from the Pub“ und auch die Ramones bekommen ihre zwei Minuten, Dead Kennedys inklusive. Sex Pistols hätten mir mit “ Too drunk to fuck“ besser gefallen als “ Pretty Vacant“. Feine Sache das trotzdem! Leider onnte ich Erik nicht das erhoffte Video von “ Nice Boys“ liefern, wünschen von Songs wäre allerdings auch nicht in Frage gekomme, zu 80er, also nicht tragbar.
Was aber parallel abgegangen ist, läuft unter ferner liefen, im positiven Sinne! Ein stadtbekannter Punk erkennt mich und sagt: heute in grün? Ich antworte später, denn die Frage wurde quasi im Vorbeigehen gestellt, dass Punk keine Farben kennt und erhalte unerwartet folgende Antwort: Richtig! Aber dein Grün ist aber auch extremst geil. Muss ja nicht immer schwarz sein. Stimmt. Wir verabreden uns flüchtig für die nächste Linientreu- Party und freuen uns beide auf Peter im Dezember. Läuft! Da fallen mir spontan Konzerte ein, wie Marilyn Manson seinerzeit in der Wuhlheide, wo die ganze Welt versucht hat, mir Strapse und Korsetts schmackhaft zu machen, aufdringlichst fies geschminkt daher kam und einen auf diabolisch gemacht hat, was irgendwie nicht so wirklich geklappt hat und 99% der Leute echt lächerlich darin/ damit aussahen und ich zwar Doc’s an hatte aber mit rotem Spaghetti-Trägerkleid daher kam, war halt mein Ding damals; zumindest um ein Vielfaches an Lebensbejahung ausdrückte. Hatte den Vorteil, dass ich nicht nur anhand der kurzen blonden Haare zu orten war, sondern auch sehr farbenfroh daher kam und doppelt nicht verschütt gehen konnte.

Eine Gelassenheit, die ich im Laufe der Jahre aber auch erst verinnerlicht habe, denn früher war nichts (kaum etwas) wichtiger, als cool zu sein. Schlimm eigentlich, aber haben bestimmt auch andere durch das Thema, Jugend und so.

Ich wette, dass der größte Teil noch in Stunden, dann im Laden oder Innenhof, rum sitzt und den alten Zeiten widmet, denn diese Mischung, die sich heute gesammelt hat, gibt es auch nicht alle Tage, so viel ist sicher. Ich habe einfach zeitig den Cut beschlossen und wäre fast der Versuchung der alten Zeiten unterlegen, um dann doch vernunftsgesteuert, in Zigzag , den Taxistand auf zu suchen, sonst würde ich, wie vor 14 Tagen noch bis 3 Uhr dort sitzen, um am nächsten Tag fünfe oder gar sieben gerade sein zu lassen und leiden, einfach leiden….Aber zumindest mit der Gewissheit, dass man in dieser Konstellation nicht alle Tage aufeinander prallt und „leiden“ neu definiert wird…denn was hat man sonst noch vom Leben, wenn man die die Feste nicht weiterhin feiert, als würden sie nie wieder so fallen? Fuck. Ich glaube, ich fahr nochmal zurück! 🤘

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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