Aus aktuellem Anlass melde ich mich mal wieder zu Wort. Seit genau einer halben Stunde habe ich mein nunmehr drittes PCR- Ergebnis vor liegen, welches besagt, dass ich mal wieder positiv auf COVID getestet wurde, nachdem ich die letzten Tage- erstmalig- unter heftigsten Symptomen gelitten habe und bis vor Kurzem gehofft habe, dass ich einer sommerlaunigen Grippe unterliege, welches mein wochenendliches Aktivitätsleben mehr als unterstrichen hätte und ich geneigt war zu glauben, dass es sich um sogar eventuelle Ermüdungserscheinungen, aka Körperaufschrei- Symptome gehandelt haben muss, denn das Arbeitsleben plätschert ja auch leider nicht wie ein ZEN- Brunnen an einem vorüber, ganz im Gegenteil. Das einzige, was mich an meiner Online- Diagnose irritiert hat und – ich musste zweimal hin schauen, genauer gesagt auf das Datum, war, dass es sich um den genauen Wortlaut, inclusive ct- Wert gehandelt hat, als beim Erstbesuch im Januar diesen Jahres. Kam mir schon irgendwie eigenartig vor, ein wenig. Zudem kommt, dass das Ergebnis normalerweise innerhalb der nächsten 24 Stunden bereit steht, so steht es auf dem Mitnehm-Zettel, es aber gerade mal 6 Stunden vergangen sind…(ich war halt neugierig!) egal, kann ja sein, dass die Testroutine es ermöglicht, innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse zu präsentieren, die leider Gottes, textesgleich mit dem ersten Ergebnis einher gehen.
Diesmal aber erachte ich, trotz all der (es sind wahrlich nicht alle Gründe aufgelistet) Ungereimtheiten, dieses Ergebnis das erste Mal als anerkennenswert, denn ich habe das erste Mal Symptome und zwar nicht nur für einen Tag, sondern leide mittlerweile den dritten Tag in Folge.
Rückblick auf den letzten Freitag: ich hatte ein sogenanntes Malerfrühstück beim Handel, sitze ab 6 Uhr im Auto Richtung Wittenberg auf der A9, es sind bereits 16 Grad. Ich muss irgendwann, nicht nur meine Zigarettenpause, rechts raus fahren, denn ich friere innerlich so sehr, dass ich Eliza Konkurrenz mache und krame aus dem Kofferraum meine flauschige Fleece-Jacke heraus, drehe beim Weiterfahren die Klimaanlage auf 24 Grad hoch, volle Power und genieße, nun gut akklimatisiert, die restlichen Kilometer. 7:30 Uhr erreiche ich mein finales Ziel und beginne mit dem Aufbau der Veranstaltung. Gleich um 8 Uhr geht es los und die ersten Kunden wuseln interessiert um unseren Stand, herrlich. Ich merke erst eine ganze Stunde später, dass mir unfassbar warm wird, kann aber die Jacke nicht aus ziehen, denn ich habe Gänsepelle. am ganzen Körper und kalten Schweiß auf der Stirn. Da dies von Null auf gleich passiert, bin ich im Verdrängmodus und halte mit Informationen an die Öffentlichkeit zurück. Keine Stunde später alarmiere ich alle, die sich aber in erster Linie darüber lustig machen, dass ich seit langem kein Fleisch mehr esse und schieben es auf die was auch immer für ihnen für witzig empfundene Vegetarierschiene. Dass ich in der Sonne, bei mittlerqweile 24 Grad friere, interessiert offenbar keinen. Naja, wie auch immer. Ich fahre gegen 13 Uhr Richtung Potsdam, um mein Auto zu entladen und stelle fest, dass ich, als wirklich routinierte Fahrerin, Probleme beim Konzentrieren, aka Augen auf halten, habe. Ich komme trotzdem irgendwann dort an und treffe eine Kunden, der nach dreiwöchigem Urlaub das erste Mal meine Weg kreuzt; ich freue mich total, verzichte aber auf die ansonsten freundschaftliche Umarmung und muss sehr zeitnah das Gespräch unterbrechen, eher abwürgen, denn ich fühle mich wie ein Teller bunte Knete. Er scheint zu verstehen und wünscht mir trotzdem (er kennt meine Wochenendpläne) ein nettes Happening am Wochenende.
Ich komme zuhause an und messe als erstes Fieber, denn es kocht hinter der Hirnplatte bemerkenswert hoch und meine Augen sind stark gebeutelt, fiebrig halt. Alarm! 38,8 zeigt das Thermometer und ich kotze im Strahl, denn es geht nicht nur heute Open Air, sondern das gesamte Wochenende, inklusive Montag. Ach ja, ich habe ja noch diese super Tablettenkombo von Wick DayNight- vier Pillen über den Tag und Nacht verteilt, die einen das Leben vorübergehend erträglich machen aus dem USA- Urlaub über! Jippieh! Zack! Morgens und Mittagstablette inhaliert, hin gelegt und sage und schreibe 2 Stunden später renne ich wie ein Flummi durch unsere Wohnung und weiß gar nicht, was ich als erstes tun soll! Erik hatte ich ich beim Nachhausekommen kurz angeschummelt, indem ich leicht erhöhte Temperatur vorgegaukelt habe- er hätte mich im Leben nicht unter das Partyvolk gelassen…hab`s ihm beim gehen dann verraten, fand er trotzdem nicht so dolle. Ich aber wiederum war in Bestlaune!!! Schließlich habe ich `ne Freundin eingeladen, die bei dem Anruf über diese Info bestimmt wieder gedacht hat, dass ich absage…denkste, Puppe! Nach langem Hin und Her, wo man sich trifft, sind wir finally an der Zitadelle angekommen; mich verwundert die extremst lange Schlange, die bis auf die andere Straßenseite reicht und es dauert, bis wir erkennen, dass dies die Leute sind, die ihr Gepäck abgeben müssen…WTF? Wer geht mit einem Rucksack so groß, dass er eine Woche überleben würde, auf ein Konzert? Offendichtlich mehr als genug, mir schleierhaft! Wir schleichen uns vorbei und tingeln kurzerhand später auf dem Gelände der mir sehr geliebten Zitadelle rum. Online war kein Support zu erkennen und deswegen schmettert uns Patti herself uns ihre gesamte Größe schon beim Hereintreten entgegen! Es ist 19:50 und ich frage mich, ob die Taschenvagabunden überhaupt noch etwas mit bekommen, was mir aber- ehrlich gesagt- dann doch egal ist. Wir gehen erstmal zum, Merch und ich ersteigere tatsächlich ein Shirt, bin sonst gar kein Merch- Typ, es sei denn, es gibt Sticker oder Pins. Getränke stehen bei den Temperaturen selbstredend hoch im Kurs und meine Mitreisende guckt mich verwundert an, dass ich nur einen Drink bestelle, denn sie baut vor und hat gleich zwei am Start. Ich bin da eher Oldschool, denn mehr als nötig- und es ist echt rappelvoll in der alten Festung- geht einfach nicht für mich. Nach weiteren 90 Minuten ist der ganze Hokos Pokos auch schon wieder vorbei. Ihr Sohn hat mit dem Gitarristen immerhin “I wanna be your dog“ gespielt, alles Bekannte wurde geliefert, außer meinem extraordinären “Rock`n Roll Nigga“…schade, dass selbst eine Patti sich der politischen Zensur unterzieht. Ohne Wertung…aber ich fand`s schade! Da es noch hell ist, gerade mal 21:45 Uhr, sind wir gewillt uns ein Uber zu rufen und noch einen Absacker im Amistad zu nehmen. Irgendwie ist es dann plötzlich doch 0:45 Uhr und ich mache mich auf den Weg, denn morgen früh um 11:30 Uhr bin ich schon wieder für das Tempelhof Sounds verabredet…Festival- Wochenende!!! Ich taumel ein wenig nach Hause, denn ich bin nicht nur immer noch fiebrig, sondern zudem auch ordentlich angeschickert, war mein persönlicher Absacker doch ein Caipirinha…Oh lord!
Mein Fiebermessergebnis sagt allerdings morgens um 9 Uhr am nun mittlerweile eingetrudelten Samstag, dass ich nur noch 38 glatt auf der Uhr habe. Bestens! Morgens- Tablette rein geschmissen und ab gehts Richtung Rathaus. Ich sehe irgendwie alles andere aus als bereit aber es wird schon, denn ich freue mich wie blöde auf dieses Freundinnenwochenende!!! Eine Station an Tempelhof vorbei, Hermannstraße quasi, Freundin wartet schon seit “von- bis“ Ankunftszeit, geht es endlich los! 4 ältere Girlies on her way to paradies!
Bin pissed, dass ich meinen Schrittzähler nicht aktiviert habe, denn das gibt extra- Punkte, Weight watchere seit Januar, und das gibt gehörig Zusatzpunkte in Form von erfrischenden Cocktails zum Beispiel….just saying! Aber eine andere aus unserer verwegenen Gruppe hat diesen am Start und ich übertrage diese einfach später auf mich… let`s go! Eine von uns war gestern schon hier und pilgert gleich zum ersten Gig, während wir uns erst aklimatisieren müssen und das Gelände scouten. Sehr nett, nicht so unorganisiert wie das erste Lollapalooza damals, ganz im Gegenteil finde ich. Genug Platz, Sitzmöglichkeiten- tw auch im Schatten- und sehr abwechslungsreiches Essen, bzw. Getränke, inklusive Wasserspendern…bin begeistert!
Horten uns parallel zur Bühne, wo Madame S ihren ersten Gig erlebt und bin beim Essen echt begeistert von der Performance. Note to myself: ARTE Mediathek aufsuchen, um alles nochmal Revue passieren zu lassen! Unabhängiger Treffpunkt- und das gilt bis Sonntag einschließlich- ist der Radio 1 Bus, mit ein wenig Glück auch mit Sitzgelegenheit, zumindest auf dem Boden im Schatten. Der Planet brutzelt unaufhaltsam von oben, aber Petrus meint es gut, denn das wolkenfreie Himmel-Verhältnis entscheidet sich festivalfreundlich für wolkig. Wir lernen eine Bekanntschaft von Lady S des gestrigen Tages kennen, SuSa- eine teufelswilde Frau mit 60 Lenzen am Start, die alleinig dieses Festival besucht hat und nun mit einem Rudel leben muss. Poor her. Obwohl. Es hätte sie weiß Gott schlechter treffen können, wenn ich uns so anschaue! Ich vorneweg, gedopt bis unter die Schädelplatte (infected Stammhirn!) , gepriesen ist die Combo aus Wick Day and Night…fühle mich Susa gleich, teufelsbrautig, für jeden Spaß zu haben, nur manchmal mit Verzögerung und langsam verspüre ich Cocktaillaune, yeah! Nach der Mittagspille ist vor der Nachmittagsbeschallung und so treffen wir in illuster Runde am Cocktailstand ein: Caipi, ja und zwei Mojito. S ist noch am Radler trinken, Nachwehen von gestern oder so. Das sonnige Gemüt zum inseltauglichen Kaltgetränk passt hervorragend und ich habe wirklich kurzerhand das Feeling nicht in der Mutterstadt zu sein; zu toll ist es hier mit den Mädels auf dem alten Flughafen, von dem ich tatsächlich 2 Mal den Boden verlassen habe. Ich habe natürlich für umweltfreundliches Trinkvergnügen gesorgt, hat mir meine Lieblingsfrau letzten Geburtstag erst geschenkt, wissentlich, dass die nachhaltige Variante bei Cocktails schnell mal scheiße schmeckt, da aus Pappe. Ausgestattet mit high on pro, survival gleich, starten wir nun endgültig durch. Jippieh! Die Idles gehen mir im Hintergrund angenehm auf den Sack, den anderen ist es glaube ich egal. Rum und Mittagsdosis vertragen sich hervorragend und wir schlendern so über` s Feld, bishin zu Maximo Park, die ich echt über 20 Jahre nicht live gesehen habe und prompt `ne Wette verliere, da ich schwöre, dass der Sänger ein Schwarzer ist und richtig abkacke…weil mit Bloc Party verwechselt…und so….aber so ist das nun manchmal eben. Tut der Sache keinen Abbruch. Die Sonne kommt kurz mal durch und ich empfinde dies als wirklich kuschelig, denn trotz Patti gestern und dem Hier und Jetzt ist mir doch häufig kalt, alles blockt so ein Unterdrücker dann doch nicht weg, offenbar. Es steht Muse auf dem Plan als Highlight und das ist es für mich tatsächlich, denn ich habe sie tatsächlich noch kein einziges Mal live gesehen. Hoch sind meine Erwartungen, obwohl es gar keine Enttäuschung geben kann, sind sie bekannt für sehr laute, laute Auftritte bekannt, was die Songauswahl fast als Nebensächlichkeit erscheinen lässt und ja, es geht gleich ohrenbetäubend los, weltklasse ! Muse liefert ab, bishin zu Foxy Lady; das brasilianische Pärchen vor mir rastet genau so aus wie ich und wir singen uns den Klassiker in unsere Gesichter und feiern, was das Zeug hält. So muss Festival denke ich und hole mir noch ein Bier- auch das muss sein, bin ich schließlich nicht zum Vergnügen hier! Lach! Fehlt nur noch eine Coverversion von Helter Skelter- ich denke, dass ich das nicht überstehe und besinne mich auf gewohntes Hammer- Material von MUSE und so lassen wir den Abend dann auch ausklingen. Sind doch echt viele Leute auf dem Feld und ich alte Freundin der geselligen Massenveranstaltungen, bin voll in meinem Element und freue mich auf die Heimreise via Öffis- könnte nicht besser sein. Leider fährt kein Taxi, Uber oder Bolt, denn die Verkehrspolizei hat nach der Luftbrücke alles dicht gemacht, der Punk regiert die Straße, Benehmen ist halt immer noch nicht angesagt- lernen die wohl nie!
Symptome: Fehlanzeige! Eher Sommer- in Berlin- Feeling und nach 8 Stunden Schlaf ist alles auch irgendwie schon wieder sommerlicher und die Vorfreude lässt einen den ganzen Heck- Meck vergessen- Frühstückspille sei Dank! Einen Kaffee und Outfit später befinde ich mich auch schon wieder auf dem Weg, der Meine wünscht mir erneut mega viel Spaß und ich sage beim Hinausgehen, dass er sich da mal keine Sorgen machen soll, denn heute tauchen zusätzlich noch 2-3 bekannte Gesichter auf und tanze gut gelaunt zum Bus. Puh. Maske ist dann doch nicht mein Ding, stelle ich immer wieder fest, ist ja zum Schutz- muss man sich immer wieder sagen, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Geht mir tatsächlich gar nicht so schlecht heute und ich absolviere die paar Stationen bis zum Rathaus doch recht entspannt. Allerdings kratzt der Funfaktor unmerklich, zumindest nicht aufdringlich, am Allgemeinzustand und ich liebe es, dass T. genauso wortkarg ist, wie ich. Man muss auch mal schweigen können, ohne Erklärungen und so weiter.
Am Zentrum des Geschehens angekommen finde ich, dass es jetzt so richtig schmettern müsste, um leibhaftig zu erfahren, warum man denn eigentlich hier ist. Leider gibt das Line- up nur seichtes Geplänkel her, mir zu ausgeruht und gar nicht zum “wake- up“- call, der mir vorschwebt.
S, T und ich beschließen Sushi zu frühstücken, ist ja schließlich schon 13 Uhr durch, also Attacke! Was für ein Gaumenschmaus das doch ist! Yumyum…könnte `ne ganze Batterie voll von dem Zeug essen, quasi einatmen. Selbst das glibschige Algengedöns kann mir den Spaß am Verzehr nicht nehmen und ich frage nur in die Runde, ob ich das halbe Watt in den Zähnen zu hängen habe, was glücklicherweise verneint wird und so geht es mit der ersten Kaltgetränkbestellung einher, dass ich vorerst auf Essen verzichte, vorsorglich aber mit dem letzten Happen und erstem Schluck Gerstensaft, die mittagliche Dosis einwerfe, muss ja nicht leiden an so einem Tag, `ne?
Gegen frühen Nachmittag läuft mir ein bekanntes Spandauer Gesicht über den Weg, auf der Suche nach dem Rest seiner Combo. Es spielt eine mir bis dato unbekannte Band, die mir quasi mitten in mein musikalisch ausgedörrtes Herz sticht- ich bin echt hin und weg! Der Euphorie wird meine persönliche Grenze mit der Anschlussband aufgezeigt, denn ich kann beim besten Willen nicht nach vollziehen, warum Tausende hier so abgehen. Bis zum Gesang war eigentlich alles soweit in Ordnung..tsja, bis eben…T. und ich hauen uns am Radio Eins Bus in den Schatten, nutzen die Gunst der Stunde und flanieren abwechselnd noch zu den aktuell nicht stark frequentierten Toiletten und genehmigen uns noch ein erfrischendes Kaltgetränk. Man merkt, dass es Sonntag ist, denn selbst die junge Partycrowd hängt irgendwie in den Seilen, aka Schatten und pennt tatsächlich so vor sich hin.
Und plötzlich, keinen Meter von uns entfernt, erkenne ich eine mir vertraute, seit Jahren nicht mehr gehörte Stimme und blicke auf, um in ein ebenso überraschtes Gesicht zu blicken. Die Welt ist klein, Spandau noch muckeliger, so viel steht fest. Er ist mit seinem Sohn und der Runde unterwegs, auf die ich eigentlich warte, nice! Ich bin geschockt, dass der Zahn der Zeit an anderen nicht ganz so nonchalant vorbei geht, als bei einem selbst aber mache keinen Häckmäck deswegen, Zeitverschwendung wäre das. Und so labern wir oberflächliches Zeug, da der gemeinsame Zenit seit mehreren Jahren überschritten ist und ich stelle fest, dass ich das nach wie vor noch echt gut kann. Es ist mittlerweile wieder Zeit für die Nachmittagsrunde, denn ich bekomme leichte Anfälle von Ermüdigungserscheinungen; also nichts wie weg damit! T. hat mittlerweile auch die anderen entdeckt und so plaudern wir wirres Zeug von heute, damals und überhaupt vor uns hin und haben echt Spaß. Ich habe das Zeitgefühl komplett verloren und würde mir nur wünschen, dass es nicht schon Sonntag ist, denn es passt alles so wunderbar zusammen. Schön auch, dass irgendwann SuSa auf uns zu läuft, die echt coole Rudelaufstockerin von gestern, die eigentlich schon 2 Stunden vorher eintrudeln sollte, weil S. explizit auf die gewartet hat; sie hat halt echt lange auf den Kaffee gewartet und kommt heute eh schwer in die Gänge. Kann ich nachvollziehen, zumindest ist es mir aber auch nicht so wichtig, denn ich kenne sie ja quasi gar nicht. Auf Nachfrage, ob es ihr aber gut geht, sie dies bejaht, bin ich dann aber doch beruhigt- bin ja schließlich kein Unmensch!
Keine Ahnung, was danach am Start war oder ob es tatsächlich schon zum diestägigen Highlight über ging, den Strokes nämlich, keinen Plan! Fakt ist, dass es mit den Strokes los ging, die Leute mir echt übertrieben rüber kommen, denn es scheint, als wäre es das Event ihres Lebens. Ich bin schon beim über langem Intro genervt und auf dieses Gefeierte komme ich auch nicht so klar. Die Menge flippt richtig aus und es eskaliert bezüglich Standorten und dessen bei behalten. Mir ist das recht schnell zu viel, denn auch der Sänger reißt für mich diesen Quadratmeterkampf nicht raus- er scheint unfassbar betrunken, was alleine dadurch klar wird, dass er nach jedem Song mindestens zwei Minuten rum labert, was mich echt in den Wahnsinn treibt! Ich Stelle fest, dass ich gerne raus aus dem “ inner circle“ möchte und es auch nicht so übertrieben fände, wenn man absehbar das Gelände verlässt. Da ich weder komplettes Entsetzen, noch anderweitiges Kontra bekomme,laufe ich also einfach los und bemerke lautstark beim Durchqueren der Mitstreiter, dass ich echt doch ganz schön gelangweilt bin und jetzt eher Bock auf Greenday oder sogar Rage against the Machine hätte. Ich empfange einige Signale aus der Masse, die mir Recht geben und das reicht mir auch schon für heute. „Last night“ bekommen wir nicht mehr mit und es stört uns auch nicht wirklich, mich zumindest. Was mich stört ist eher, dass gegen 21:35 keine einzige S-Bahn unser Gleis beehrt. Nach unfassbaren 20 Minuten beschließt S. schließlich ein Uber zu rufen und so laufen wir gegen den Strom aller Festivalflüchtlinge wieder runter zur Straße, um Tom absehbar zu okkupieren, der uns hoffentlich heile nach Hause bringt, unser Fahrer. Ein normaler Bus hat zudem noch eine Panne und blockiert den kompletten Abschnitt des T- Damms…voll mein Ding. Aber hey, ganze 40 (!) Minuten später sind wir am Rathaus und ich muss fest stellen, dass alles echt viel komplizierter geworden ist, als es mal war. Denn, Tom während der Fahrt gefragt, ob er mich nicht einfach nach Abschmeißen der Mädels weiter fahren könnte, quasi nach Hause, muss ich mir anhören, dass dies nur nach erneuter Online- Anmeldung erfolgen kann, sonst halt nicht. Aha. Soso. Na, dann wohl nicht! Leider sehe ich am Rathaus ohne Brille nicht gut genug und so renne ich dem Bus entgegen, der eigentlich meine Straße anfährt, nur dieser nicht- obwohl der Fahrer mich mit ungläubiger Miene dich noch rein lässt- ich dann, keine 150 Meter später wieder aussteigen muss, denn dies ist nicht der reguläre Bus und dieser endet hier. OMG!!! Ich komme irgendwie doch noch Zuhause an und bin fix und fertig und so gar nicht mehr in Open Air Stimmung, wie noch vor ein paar Stunden, aber safe at home! Es stehen nunmehr nur noch 6 Stunden auf der Uhr, bevor der verrückte Wecker wieder alles kaputt macht und ich haue mir die Nachttablette rein, in der Hoffnung, dass sie wirkt! Rockn’Roll!!!
Wem das gefallen hat, der kann sich auf mein erstes Buch freuen, denn dies ist der grobe Stil…🙏🤘