Jo, morgen geht’s wieder los. Endlich ist dem Lotterleben wieder Einhalt geboten, dem schleichenden Quarantäne-Blues sein letzter Refrain gesungen. Ertappe mich mal wieder selbst dabei, wie schnell es doch geht, dem vermeintlich eingebranntem Alltag zu entfliehen, sei es in diesem Fall auch nur durch körperliche Ruhigstellung, im Sinne von fies krank sein. Seit letztem Donnerstag aus dem Verkehr gezogen und über’s Wochenende leichte Besserung in Aussicht stellend, bin ich Dienstag gegen 10:30 Uhr echt fast genervt. Der Göttergatte meldet sich, ich dachte kurz, dass meine per WhatsApp übermittelte Einkaufsliste doch zu umfangreich geraten ist, was nicht der Fall ist, denn er kommt justamente nach Hause, denn er ist auch krank. Super! Erst heute habe ich die Muße gefunden, die letzte Staffel von Ozark zu starten, nicht ohne vorher nochmals die letzten beiden Folgen der dritten Staffel zu sehen, um wieder voll und ganz ins Thema ein zu tauchen. Bin wirklich kurzzeitig pissed und Frage beiläufig, was er denn hat und die Antwort ist krass simpel: das gleiche wie du! Urghhhh! Da er auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, schaffe ich es tatsächlich noch ganze zwei Folgen zu gucken, um dann auf gesellig zu machen und Mitleid zu versprühen. Leichtes Abklopfen der Symptome kommt nicht gut an, er versteht nicht, dass ich mich sorge und nur sicher gehen will, dass es doch nicht so schlimm ist, wie bei mir. Schließlich habe ich vier Tage hindurch gelitten, ohne klar zu kommen und ich fände es schon interessant zu erfahren, ob es ähnliche Ausmaße annimmt. Das Fieberthermometer gibt Entwarnung, während ich immernoch mit Permanenthusten und unlustigem Halskratzen zu kämpfen habe. Spontan beschließe ich auch nochmal, die Körpertemperatur zu checken und bekomme eine erwärmte 37,9 präsentiert; bekomme allerdings keinerlei Anteilnahme, denn schließlich geht es ihm ja auch nicht so gut. Ich arrangiere mich mit dem Gedanken, plötzlich nicht mehr vogelfrei krank zu sein und warte auf das Ergebnis seines PCR-TESTs, welchen wir gleich am nächsten Tag zusammen ansteuern. Glücklicherweise hat mich meine Schwester davon abgebracht, am Dienstag ein Konzert auf zu suchen, denn während wir auf den Einlass zur Probe warten, ein Eis zur Abkühlung genießen, ertönt ein „Steffi“? entlang des Weges. Siehste! Überall kann es passieren, dass dich jemand kennt, erkennt oder deinen Weg kreuzt. Umso wichtiger, dass ich letzten Abend so vernünftig war und meinen Konzertehintern dann doch nicht vor die Tür verfrachtet habe. Puhhh! Wir reden über Inkognitoaufenthalte heute und hier und beschließen, uns dann doch ganz bald wieder zu sehen, legal quasi. Meine Erfahrung mit dem Ergebnis war, dass es 5 Stunden später schon abrufbar war und so dränge ich zur regelmäßigen Online- Kontrolle, es ist immerhin schon 20 Uhr, also genug Zeit vergangen. Nichts. Aber mein Nachfragen nach dem aktuellen Zustand kommt auch nicht gut an. Doof. Zack, kommt es doch noch um die Ecke, das Ergebnis und zum Entsetzen meines Göttergatten fällt es negativ aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich finde es gut, außerdem muss er sich doch keine Platte machen, ist er doch bis Ende nächster Woche frei gestellt! Ich hingegen verbringe keinen einzigen Tag ohne meine löslichen Aspirin (stehe insgeheim auf diesen Geschmack irgendwie), weil mir regelmäßig der Kopf an Umfang zu enge wird und leide hustend so vor mich hin. Auf das Ergebnis hin beschließen wir einen Tag später aufgrund meiner Verfassung, flugs nach Polen zu fahren, um dem Fiskus ein Schnäppchen zu schlagen und natürlich unseren Lungen weiterhin volle Fahrt zu gewährleisten. Bin fix und fertig beim Wiedereintreffen in den heimischen Gefilden und powernappe erstmal zwei Stunden durch. Kurzatmigkeit sollte nun wirklich nicht als Überbleibsel fest hängen, kenne zu viele, bei denen das der Fall ist- kann ich nicht gebrauchen!!! Als ich wach werde, müssen auch nicht mehr „so tun als ob“ Gesichter aufgelegt werden, wenn auch nur aus schlechtem Gewissen. T. wird von mir informiert, dass ich ihre Neo’s endlich mit besorgt habe und ich bin froh, dass sie sich für Samstag als Abholdatum entscheidet, denn ich habe spontan Lust ein wenig Party zu machen- eingeschränkt und dem Wetter, was mir übelst zusetzt, angepasst, natürlich. Es ist 15:30 Uhr, Donnerstag und ich fühl mich das erste Mal nicht wie ein Klumpen. Das alleine ist Grund genug, um ein bisschen Spaß zu haben, finde ich. Zack! Es ist plötzlich 3:50 und ich bin immernoch hell wach…krasser Scheiß! Aber auch zeitgleich egal, denn ich kann ja ausschlafen. Und ich kann seit Jahren echt ausschlafen! Freitag gegen 10:45 Uhr werde ich das erste Mal wach und schlumpe so in den Freitag rein, ganz gemütlich versteht sich! Was so eine Woche dann doch ausmacht!? Normalerweise brauche ich, nee, Moment, ich habe keine Aklimatisierungszeit mehr, denn ich kenne Ausschlafen eigentlich nicht mehr! Umso erstaunlicher ist es, dass es diesmal funktioniert hat, wohl aber der echt miesen Verfassung geschuldet war. Nun denn, es ist Sonntag, kurz vor 21 Uhr und wir gucken eine „Frauen im Punk“ Doku auf Netflix und ich stelle mit Erschrecken fest, dass ich in unter 10 Stunden aufstehen muss und der Boogie des Alltags wieder spielt, jeden Tag auf’s neue, unaufhörlich. Siouxsie und ihre unermüdlichen Banshees sollen mich in den wochenendliche Ruhestand begleiten, so der Plan. E. staunt nicht schlecht, dass ich unter einer Millisekunde einen Song erkenne und ich bin auch echt baff ob meines unfassbaren Musikfundus. Es sind übrigens immer noch 29 Grad, was den Abschied ins Bett und den Neustart morgen auch nicht wirklich besser machen…aber es muss sein: eine Woche Ausruhen war ganz wunderbar und so endet das Lotterleben demnächst, freu mich drauf, auf was eigentlich?
Thank you and good night!!!