Ich bin gestresst…

Nach der Party ist vor der Party! So war es schon immer…irgendwie. Nur, dass die empfundene Aklimatisierungszeit zwischen diesen gesellschaftlichen Verpflichtungen, zumeist selbst gewählt und der persönlichen Zeitlinie freiwillig hinzugefügt, irgendwie durch die Finger rinnt, minutenhaft dahin gleitet und plötzlich gehäuft, sich einem einen unabgewaschenden Haufen an Geschirr gleichkommend, vor die Füße schmeisst und wie ein Berg vorkommt, der unbesiegbar erscheint.

Man wird ja auch nicht jünger…obwohl letztes Wochenende dem Tribut der Zeit wieder keinerlei Respekt gezollt wurde und auch irgendwelche physikalischen Grundregeln ausgehebelt wurden. So ist es nunmal, welcome to my life! Auch, wenn ich erst am Sonntag wieder in der Lage war, in geraden Sätzen zu denken, geschweige denn zu reden, war es mir jede Sekunde wert! Und so soll es auch sein!

Allerdings stelle ich fest, dass ich, die eigentlich gerne alles Erdenkliche plant, mich diesmal verkackter Weise verzettelt habe; aufgrund der Pandemie hat sich unser Kühlschrank als undurchschaubarer Konzerte- Abgrund heraus gestellt. Ich will mich nicht beklagen, sind doch 16 Konzerte im Laufe diesen Jahres noch am Start, so es der weltweite Status es derzeit zu lassen sollte. Aktuell scheint alles im Lot und so muss es aber auch wirklich, endgültig bleiben! Ich habe zum Nachholgeburtstagstermin ein Cure- Ticket geschenkt bekommen. Jeder, der mich kennt, würde ein komplettes Ausrasten vor Freude als Spontanreaktion erwarten, bin ich doch mit diesen Jungs groß geworden. Meine verhaltene erste Frage war, wann denn dieses statt findet. Verunsicherung seitens der Geschenkegruppe. Ich musste erstmal klar stellen, dass ich Monate in diesem Jahr habe, die gar nicht mehr gehen, da zu viel durch Verschiebungen auf mir teilweise undurchsichtige Daten verlegt wurden. Herbst, Oktober ist die Antwort- zudem mitten in der Woche. Puhhh…JA! Da kann ich; und jetzt: aussergewöhnlicher Freudentaumel, ob der Tatsache, dass ich Fat Bob, aka Robert Smith schon das 7te Mal live sehen darf! Aha, das erste Mal für die Mitreisenden…kein Problem denke ich, besser spät als nie! Gebongt!

Es ging schon vor der Feier letzten Freitag los, als ich anfangs der Woche tatsächlich mal alle Karten genauer ins Visier genommen habe und fest stellen musste, dass genau einen Tag vorher ein von 2020 verschobenes Konzert, genau da statt findet. Ich war nicht nur der 30 Grad in Berlin außer Rand und Band, sondern hatte auch noch ein Tagesevent in Form von Wiedereröffnungsfeier in Luckau von 7- 15 Uhr am Start…Schlafen 1-2 Stunden vor dem Event ging dann aber irgendwie doch nicht, so dass “real-time- Situation“ am Start war: Arbeiten, Essen und los! Kreuzberg aka Auto- jede Minute auf dem Heimweg zählt später; gepriesen ist mein Auswärtskennzeichen (!) , wir haben wirklich abenteuerlich vor dem Festsaal Kreuzberg geparkt, ohne Ticket oder sogar Abschleppen. Grandioses Event!!! Nach maximal 3 Tönen des ersten Songs rastet der ausverkaufte Saal komplett aus!! Vergessen all der Stress vorher und die Tatsache, dass morgen mein persönliches Highlight ansteht! Der Bass zieht mir fast meine Sandalen aus und ich bin froh, dass wir einigermaßen Bewegungsfreiheit haben- alles andere wäre eine Qual gewesen…gefühlte 45 Grad sind im Raum und innerhalb von 5 Minuten bin ich komplett nass geschwitzt- yeah! Endlich wieder back to life!

Dieses Event hat mich auf jeden Fall daraufhin sensibilisiert, dass ich bitterböser Weise fest stellen musste, dass es irgendwie mit meiner “ach-so-beliebten-Planung“ diesmal nicht so hin haut. Ich habe daraufhin erstmal meinen Arbeitskalender mit unserem einzigen Konzerteabgleichs-Kalender an der Badezimmertür verglichen und musste voller Entsetzen fest stellen, dass ich diesen in keinster Weise mit meinem beruflichen Dasein abgeglichen habe…zur Strafe bin ich an insgesamt 3 Abenden im Juni genau einen Tag vorher auf üblen Konzerten und ich bin leider nicht am nächsten Morgen in Berlin unterwegs…Katastrophe!!! Zudem folgen Einladungen über Einladungen, so dass ich in der Woche nach Pfingsten 2 Tage zum Erholen habe, der Rest steht in den Sternen, zumindest bezüglich Meisterung des Ganzen. Müssen denn tatsächlich ALLE Bands innerhalb von 10 Tagen ihre Konzerte nach holen? Offenbar. Hat sich nirgends einer mal Gedanken gemacht, ob des Geschmacks der Leute, dass es hier zu Schwierigkeiten kommen könnte? Oder aber, man geht davon aus, dass Menschen über 40 (hahaha) sowieso nicht zu all den Konzerten gehen und deswegen innerhalb von 10 Tagen 6 (!) Konzerte als Nachholtermin fest legen….ich flippe aus! Ich bin gestresst, wirklich!

Montag fragt mich meine langjährige Freundin, ob ich Bock auf Gästeliste hätte beim Lolla Palooza. Ich so: Wann ist das denn? Ich checke mal das Line-up. Line-up gecheckt und festgestellt, dass es nicht mein Ding ist. Ich bin sowas von ein Gästelistentyp; Dank ihres Sohnes habe ich schon echt viele geile Gigs mit genommen. Aber diesmal muss ich echt passen. Ehrlich gesagt , ist es das erste Jahr in meinem Dasein, dass ich nur unter erschwerten Bedingungen noch zusätzliche Konzerte zu lassen würde. Allein der Juni entpuppte sich als der allerschwerste…8 Konzerte innerhalb von 12 Tagen…WTF??? Gestern werde ich gefragt, ob ich nicht mit in die Zitadelle (Heimspiel) zu NOFX und anderen Punk- Bands will. Ähem, no…ich muss Verneinen. Zu viel, ist zuviel. Genau so verhält es sich in der ersten Juli- Woche. Da sagt Faith No More ab und zeitgleich entdecke ich, dass Jack White am selbigen Tag die Hauptstadt beehrt und schlage zu, schlimm genug, dass ich ihn während der White Stripes nicht live gesehen habe, aber der Kelch geht dann doch manchmal an einem vorüber; umso cooler, dass er jetzt kommt, zumal wir ja gerade eben noch in Nashville in seinem Third Men Record-Store waren. The Chats spielen allerdings am direkten darauf folgendem Dienstag ihr Nachholkonzert im SO36 und am Freitag dieser Woche sind wir in München, um zu erfahren, was Axls derzeitige Meinung zu Michelle und dem Civil War ist…

Zwischendurch habe ich noch Abitreff, zig Grillfeiern- auf die ich mich echt riesig freue, und Geburtstage im Überfluss…habt Nachsicht mit dieser alten Frau, die ihr Freundin nennt, denn ihre Kapazitäten sind (scheinbar) doch nicht unerschöpflich, obwohl es so scheint! “Krasser Zwinkersmiley!“ (noch nicht erfunden)

Ab September ist die Welt wieder in Ordnung, glaube ich zumindest, dann lasst uns 7me gerade sein lassen und vielleicht auch 11e….bis dahin bin ich echt gestresst, zumindest, was gesellschaftliche Dinge betrifft!

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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