Verrückt?!?…wirste gemacht!

Komm mir gerade vor wie Karla Kolumna: schön regelmäßig zum Freitag die Story raus gehauen; mit dem einzigen Hintergrund, der nicht auf KK schliesst,dass kein Elefant die Titelfigur der Geschichte ist und auch im folgenden die Namen der Protagonisten nicht dem Gleichklang folgen, so wie es der wortreiche Erguss es ebenso nicht tut, so hoffe ich. War heute auf einer Hochzeitsfeier- ja, bin auch noch ausser mir vor Freude, dass dies heuer tatsächlich schon wieder statt finden kann/ darf und auch als solche durchgeführt wird/ wurde/ statt fand- mittlerweile wurde, denn es begab sich an einem Freitag des Wochenendes, also schon einen ganzen Tag alt und genauso lange her.Ein Wirrwarr aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten tummelt sich zu dem einzig zusammen kommenden Grund und Anlass, nämlich die Liebe zweier Menschen in allen denkbaren Variationen der Kunst zu zelebrieren, ohne den Fokus auf sich selbst zu richten, sondern selbstlos im Gleichklang des nur positiver Gedanken gleichen Stroms der Liebe zu versinken und dieses auch auszustrahlen. Ich liebe das: man lernt komplett neue Menschen kennen, genauso wie man ewig aus dem aktiven Leben fern gebliebene Leute plötzlich wieder trifft; es ist ein Füllhorn der Überraschungen, jedes Mal auf’s neue…und es wird niemals uninteressanter, schließlich bereichern einen ja genau diese Begegnungen und machen das Leben ja irgendwie auch aus. Man findet zueinander, früher oder später im Verlauf des Abends und stellt vorher ungeahnte Zusammenhänge im hier und jetzt zusammen laufenden Dasein fest, prinzipiell könnte man jetzt sagen: ja klar! Das ist doch der Grund dafür, dass People- XYZ zusammen geladen wurden, gerade weil es eben diese Gemeinsamkeit gibt, nämlich das freundschaftliche Kennen des einen oder des anderen- aber dies allein reicht ja nicht aus, um dass man am Ende auch zueinander findet, finde ich. Ist es nicht ein Glücksspiel bezüglich der Freunde, guten Bekannten, dass man hofft, dass diese- weil es das Paar verbindet- auch diese Verbundenheit auch untereinander schafft?

Diesmal hat es hin gehauen- Ausnahmen gibt es – natürlich- auch hier. Aber ich muss ja schließlich keine Freunde für’s Leben finden, so dass eine illustre Menge an Menschen, denen man seine Aufmerksamkeit schenkt, übrig bleibt und man dadurch einen wirklich gelungenen Abend verbringt und Gedankenaustausche/ Anregungen für jeweilige Situationen, sowie Lebenserfahrungen- egal wie unterschiedlich geartet- austauscht und mit einem echt gutem Gefühl die Location verlässt, mit dem Wissen, dass man vielen der eben kennen gelernten, tollen Personen ohne diese Feierlichkeit niemals begegnet wäre und allein dies den Abend sehr besonders macht, bzw. gemacht hat. Irgendwie hat es mir ja geschmeichelt, zu hören, dass man verrückt sei- offenbar in allem, einfach durch sein Dasein. Es ergab sich sogar ein Aufzählen einiger Gäste mit dem Zusatz: und Stefka. Naja, irgendwie auch nicht uncharmant, denke ich…positiv erscheint mir die Erwähnung meines Namens bezüglich der restlichen Teilnehmerzahl und bin kurzzeitig diesbezüglich auch nicht irritiert, warum auch, will ich ja nicht so sein wie die Allgemeinheit oder die breite Masse, also alles gut, oder? Allerdings schwirrt mir seit Ankunft in unseren heimischen Gefilden (später als gedacht- aber ist es nicht immer so?) beim allerletzten Bier, ein nicht weg denkbarer Gedanke durch den Kopf: warum verrückt? Ich? Was an mir kann vermeintlich anderen gegenüber verrückt wirken, was offenbar (tatsächlich) nicht negativ behaftet zu sein scheint oder aber anders ausgedrückt, unterscheidet mich von anderen?

Mein Ansatz hier ist ein ganz einfacher und ebenso trauriger, falls dem so ist – nämlich dem nach der Grundsätzlichkeit im anscheinend Auffälligen, welches als solches bei mir einfach nicht durch geht und niemals akzeptiert werden wird. Bin ich so anders, gar verrückt, wenn ich einfach so bin, wie es mir beliebt oder ist es schon „sich die Freiheit nehmen“, ohne Gedanken einfach so zu agieren, wie selbstverständlich, dass es anderen als aufdringlich anders, im Mundgebrauch andersartig, seltsam vorkommt? Oder aber- und das wäre noch schlimmer- ist es sogar mein Verhalten als Frau, welches anderen als ungewöhnlich vorkommt? Ist ja nicht so, dass ich wirres Zeug von mir gebe oder gar abnormes Verhalten an den Tag lege; halte mich durchaus für gesellschaftsfähig- alles andere hat ’ne tatkräftige Begründung, so es entgleisen  sollte (aber selbst diese Momente sind passé, ja… doch, sind sie). Ich fände- egal wie- alles gleichermaßen schlimm, denn wie kann es heutzutage sein, dass man mit Verhalten auffällt, welches vermeintlich Usus ist? Ein Mann, dessen Frau einfach nur sie selbst ist, fällt durch ihr Verhalten negativ auf und im schlimmsten Fall flippt dieser sogar genau deswegen aus oder weiß nicht wohin damit oder umzugehen? Super Sache! Genau mein Ding! Vielleicht war ich schon immer emanzipiert ohne jemals öffentlich von Emanzipation zu sprechen- weil es mir niemals in den Sinn gekommen ist, oder wäre, davon bewusst (nach Definition betrachtet) Gebrauch zu machen- da es eh “ gottgegeben“ ist, dass zu tun, was einem beliebt. Oder aber ich bin tatsächlich eine Frau, die allen anderen Frauen entgegen, durch unweibliches Gebahren auffällt…kann ja nichts dafür, dass ich gefühlt mehr Cojones habe, als viele andere Mitbewohner dieses Planeten oder aber einfach nur der Realität ins Auge sehe, da eine „Vogel Strauss- Mentalität“ einfach nicht förderlich ist…hmmm, noch seltsamer dieser Gedanke und auch nicht wirklich infrage kommend. Ich frage mich also, was mich so “ verrückt“ im Gegensatz zu anderen macht. Mut am Tun und Sein? Kann es das sein? Ich bin echt ratlos diesbezüglich… weiß nur, daß mein Mann mich auch für leicht verrückt hält- eine Erklärung ist er mir bis heute schuldig- ich glaube, dass es eher in Richtung meines Gedankens geht, nämlich dass ich halt einfach keine Frau bin, die sich- egal wie- unterordnet und einfach lebt…so, wie es sein sollte…in meiner Welt. Ansonsten nehme ich halt einfach irgendwann an, dass ich verrückt bin…weil ich dazu gemacht wurde und es offenbar keine plausible Erklärung dafür gibt…verrückt, oder?

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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