Freitag, der 13. /Let’s go to sleep….

Hach, was für ein toller Horrorfilm das damals war! Was mir als Jungspund Jason damals für schlaflose Nächte bereitet hat, wurde nur von Freddy mit seinem messerscharfen Handschuh getoppt, der tatsächlich ja für das sleepless- kill- syndrom bekannt wurde, bzw. dann Jahre später erst durch SAW oder gar The Ring abgelöst wurde, was für den innereigens stattfindenen Thrill gesorgt hat. Jeder Genre- Fan wird mir bestätigen, dass das eigene Hirn für den größtmöglichen Alp verantwortlich ist. Unvergessen- kaum vorstellbar, dass ausgerechnet das Kulturhaus Spandau damals der Ausstrahlungsort des Klassikers “ Blair Witch Project“ sein sollte- so klitzeklein und gleichzu unscheinbar im Werben, um den wochenendlichen Spaßfaktor in diesem zu verbringen, war dies das Lichtfestspiel, dessen Film mir persönlich die sprichwörtlichen Schuhe ausgezogen hat. Meine Mitseherschaft fand diesen Streifen damals geradezu öde; ich hingegen war voll in meinem „das Leben ist durch Schatten- und Waldszenen in der richtigen Kameraeinstellung schon spooky genug- Denke“ voll und ziemlich schnell im Thema. Es gibt Filme, die nicht so offenbar schocken, wie es Jason, Freddy,-selbst subtiler- ein Norman Bates es damals in der Lage war, sondern vom kreativ- flexiblen Grusel der Zuschauerschaft leben. Ich jedenfalls hatte bis zum Ende meinen höchst eigenen Film vom kaputten, vielschichtig bedrohligchem Leben im Kopf und habe das Etablissement auch mit diesem Gedankengut verlassen. Neulich (naja, vielleicht ein paar Monate her) habe ich mir diesen Film bewusst erst wieder rein gezogen- mit dem immergleichen Ergebnis, dass der Film vom Betrachter abhängt und diese ganz besondere Art der Spannung nur im eigenen Kopf abläuft. Hat bei mir zumindestens genauso gut funktioniert, wie damals- wirklich freuen darüber kann ich mich nicht, denn unsere Waldspaziergänge fallen ab und an diesbezüglich- auch Jahre später- für mich manchmal unentspannt aus: sehe ich zu oft Formen und Gebilde, die mich irritieren oder meine Natureuphorie bremsen. Halb so wild, zumindest jetzt und hier.

Heute ist ja Freitag der Dreizehnte. Ich hatte eigentlich immer kein Problem mit diesem Tag- habe damals sogar meinen ersten Ehetermin so gewählt, mit dem Hintergrund (damals noch witzig gemeint), dass wir ja dann einen Grund haben, wenn es nicht funktioniert: Zack! 14 Monate später bin ich ausgezogen; prinzipiell aber eine Glückszahl in meinem Leben- im Jahre 13 haben wir, der Göttergatte und ich uns das Jawort gegeben und auch die Uhrzeit 13 war damals bewusst gewählt…und hat bis heute als nicht greifbares Glückssymbol Bestand. Erst heute erhielt ich einen Anruf vom Allerliebsten genau um 13 Uh, nur um mir zu sagen, dass es jetzt genau 13 Uhr ist am 13. diesen Monats. (Evtl. eine eigendynamische Unterhaltung zwischen zwei Menschen, die diesbezüglich zahlenaffin sind.)

Dieser Tag begann allerdings für mich heute gegen 7:35 Uhr an der roten Ampel Adam-, Ecke Pichelsdorfer Straße eher unschön. Wegen umleitungswährender Bauarbeiten bzgl. des Ausbaus der zukünftigen Flaniermeile Pichelsdorfer Straße, musste ich schließlich links abbiegen und stand halt so da….ein Mann (südlicher Herkunft- ohne Wertung, das muss ich hier eigentlich nicht besonders hervorheben!) ging mit seinem Coffee- to- Go über den Ampelsteig und glotzte mich dabei permanent an. Ich hasse so etwas, habe aber tatsächlich in den Innenspiegel geschaut, um sicher zu gehen, dass alles „gut sitzt“ usw….- schaue dann, alle Fenster incl. Dach, aufgrund von schon morgendlicher Wärme runter gedreht, immer wieder rüber zu dem Glotzkowski, der in sein Taxi einsteigt, um dann folgende Situation zu erleben: er besteigt sein Taxi, schaut immer noch rüber und fährt unter einem Meter Abstand mit herunter gelassenem Fenster an meinem vorbei und trötet mir unverständlich etwas entgegen, was mich gestikgleich an Hannibal Lektor, der die Fo*** von Agent Starling riechen konnte, erinnert an mir vorbei. Mir ist schlecht. Was treibt so etwas in einen an? Mein „Was ist denn?“ hat dieser grinsend ohne Statement im Vorbeifahren ignoriert.

Ich lass mir diesen wunderbar anmutenden- Tag nicht vermiesen, schließlich ist bald Wochenende und es sieht verdammt so aus, als würde es ein schönes werden. Ich bekomme einen Anruf von meinem Kollegen, der nach belegten Brötchen fragt und beschließe spontan, der Niederlassung, bei der wir verabredet sind, zeitgleich eine Himbeertorte zu kredenzen, damit wir nicht alleine, womöglich heimlich, unsere leckerst, frisch belegten Brötchen schnabulieren. Das kommt sehr gut an und als ich den Frauen dort mein Frühstartererlebnis kund tue, bekomme ich auch wirklich mitfühlende Worte und auch der Bezug zum 13. ist nicht ungehört.

Es folgt eine Besichtigung einer Fassade in Falkensee, einer Gräserabladung bei einer Freundin in Schönwalde, die schläft, obwohl sie wach sein wollte…aber eine Spätschicht dazu geführt hat und es in keinster Weise unser (I hate it so!!!) Chi beeinflusst und ein zeitnah darauf folgender Quitsche- Quatsche- Termin bei einer Freundin, die ich nur ab und an treffe, der Zeit geschuldet, sie mir ebenso anders herum viel gibt und wir quasi die Stoppuhr ansetzen, wissentlich, dass ich noch weiter muss.  Wenige Zeit später beschenke ich mich selbst, indem ich beim einzig wahren Plattendealer in der ganzen Mutterstadt meine endlich eingetroffenen Cramps- Platten abhole und schon wieder neuen Shit bestelle und die ein oder andere Minute dem Outta- Work- Flow zum Opfer fällt, um dann wieder voll und ganz dem Jobleben Gehör zu verschaffen, um aber auch hier wiederum festzustellen, dass ein Wochenende mit 30 Grad und mehr allen anderen genauso gut zu Fuße steht, wie mir und deswegen das eigene einleite, so dass ich sogar Rückrufe vergesse.

Es passiert einfach nichts Schlechtes oder gar negativ Behaftetes heute.

Außer in der Politik… Afghanistan, Taliban, etc….pp…. unabhängig von lokalen Nachrichten…wer  will, bekommt was zum 13.geliefert, so viel ist klar…

Ansonsten halte ich es jetzt mit der Aussage der Tochter meiner Freundin:“Mein Schlaf ist mir das Wichtigste im Leben! Daraufhin werde ich später meinen Job wählen.“ Dieses kleine Scheißerlein ist auf dem Weg zum 8. Geburtstag und hat es- for now- begriffen und auch betitelt! Ich weiß nur, dass ich im nächsten Leben meine Wahl definitiv auch darauf begrenzen werde…Schlaf.

One, two: Freddy’s coming for you

Three, four: better lock your door

Five, six: Grab your cruzifix

Seven, eight: Gonna stay up late

Nine, ten: Never sleep again!

Muhahahahaaaaahaaaaa!!!!

Go to sleep! Let’s go to sleep!

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

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