There comes the neighborhood

Schon erstaunlich, was nachbarschaftliche Hilfe so ausmacht. Nur weil man manchmal, noch nichtmals zu regelmäßigen Zeiten offenbar zuhause ist, natürlich- weil man auch nicht jenseits der „warum nicht“- Welt zugange ist, deshalb ein paar Mal nicht „nein, nehme ich nicht an, weil…“ sagt und aber irgendwie heraus findet, dass man als alternitive Adresse hinterlegt ist weil man 2-3 Mal anwesend war und plötzlich ein Gefühl von DHL-/ Hermes- Shop- Dasein bekommt, da man beim Aufschließen der Wohnungstür gefühlt die Tür nicht gewohnt aufbekommt, da durch diverse Pakete versperrt, das normale in den Feierabend gleiten mit Unbehagen behaftet ist, wissend, dass die Neiborhood auf Wochentage scheisst- auf jeden Fall wenn es um abholbare, scheinbar unaufschiebbare Dinge geht- und du weißt, dass es anders herum- vielleicht auch durch erzieherische Denkweisen anerzogen, dir unangenehm wäre, selbiges zu tun, da du weißt, dass ein Sonntag zum Beispiel heilig ist, zumindest sein könnte unter der arbeitenden Bevölkerung, es aber trotz allem passiert und plötzlich um 17:30 Uhr es an der Tür klingelt, das Paket übergeben wird und dir ein schöner Restsonntag gewünscht wird mit einem Lächeln im Gesicht, was die Situation trotz allem nicht wirklich besser macht.

In your face!!!

Am besten kommt allerdings wochenendlich gelagert, wenn man gegen 19 Uhr (!) sogar noch seine Tochter vorschiebt. WTF? Was ist sooooo wichtig, dass es nicht bis Montag Zeit hat? Oder aber anders ausgedrückt: wenn wir, weil nett, an einem Donnerstag ein Paket oder ähnliches in Empfang nehmen, wird dieses erst am Sonntag abgeholt? Bin ich es oder bin ich überempfindlich? Ich glaube nein! Steht nicht jedem ein Wochenende zu ohne im Hinterkopf zu haben, dass Harry Gackson und Harry Schnackson noch irgendwann ihre Ware abholen? Wäre es zudem nicht überaus nett, wenn man ’ne Info darüber bekommt, dass man als Empfängeradresse hinterlegt ist? Ich hatte einmal eine Situation, die mir wirklich unangenehm war; letztendlich musste ich es tun, ist doch unser Hausmeister der Mensch, der zufällig auch über uns wohnt, dessen Pakete wir zu Hauf seit Monden in sicherer Verwahrung nehmen….es begab sich zu sehr weihnachtlicher Zeit, genauer gesagt, um den 2. Weihnachtstag- die Heizung ist am Abend des 1. Feiertags ausgefallen, unser Kachelofen war noch nicht repariert und es war doch recht schattig in unseren großzügigen 4 Wänden. Ich habe lange gehadert, schließlich handelt es sich um einen wohlverdienten Feiertag. Frieren war aber halt auch nicht die Alternative. Also Mut gesammelt und hoch zum Problemlöser- natürlich nicht morgens um 8 Uhr, sondern schon im Tripple- Hoodie, Schal und Handschuhe konnten wir uns noch für später aufheben, obwohl gefühlt diese Kleidungsstücke schon angebracht waren, frühen Vormittag ich den Arsch in der Hose hatte, um Abhilfe zu bitten. Unfassbares Unverständnis schlug mir entgegen, mir wurde gesagt, dass man den Schlauch (Gas betriebene Heizung, die ab und an Wassernaschub verlangt) im Laufe des Tages bei uns abgibt. Fein, denke ich. Irgendwann sagt Erik, dass er glaubt etwas gehört zu haben…siehe da! Ohne zu klopfen oder ein Zeichen von sich zu geben, hing kommentarlos der Schlauch an der Tür. Von einem Mitbewohner habe ich später erfahren, dass es als Unding aufgefasst wurde, dass ich an solch einem Tag nach Hilfe verlangt habe…Aha… hätte mir ja wohl auch vorher einfallen können…nochmals aha….sucht man sich ja auch tatsächlich aus, das Frieren ohne Heizung…Aber selbstverständlich scheint es, sonntags ab 16 Uhr bei uns Pakete abzuholen…nichts kann so wichtig sein, dass es nicht bis Montag warten kann…scheinbar ist die nachbarschaftliche Hilfe hier ein wenig ins Ungleichgewicht geraten.

Er kann froh sein, dass ich noch nie am 1.1. eines Jahres um 8 Uhr geklingelt habe, weil ich seit 2-3 Tagen ’n beschissenes Paket für ihn aufbewahre!

…Bodycount: Here comes the neighborhood…symbolisch… fuck…

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

Hinterlasse einen Kommentar