Jaja, das Wetter kann einen schon bräsig in der Birne machen, zumindest erscheint es aller Orts aktuell so, mein Empfinden auf jeden Fall und kein Ende in Sicht. Von der anfänglichen gut gelaunten Mitbürgerschaft ob dem neu gewonnenen Freiheitsgefühl in fast allen Bereichen ist mit Erreichen der sommerlichen Höchsttemperaturen wohl auch gleich die Aggressivität zurück gekommen, Hand in Hand mit einer Prise leichtsinnigem Verhalten und teilweise offenkundiger Aussetzer des Denkzentrums. Ich bin echt geplättet von all den Verkehrsakrobaten, die mich täglich bis zu 1 1/2 Stunden im gnadenlos von oben brennenden Planeten im Stau stehen lassen und während ich so um mich herum in die umliegenden Autos schaue bekomme ich obendrein ( gut hörbar, weil warm und dadurch alle Fenster herunter gelassen) noch Beziehungsprobleme, Eltern- Kinder- Gekeife und Beschwerden beruflicher Natur über dies und das via Freisprechanlage mit, was nach spätestens 30 Minuten wahrlich noch nichtmals zu meiner kurz vorher noch vorhandenen Belustigung beiträgt und mich glauben lässt, dass die Grundstimmung im Allgemeinen offenbar nicht die beste derzeit ist. Ich befürchte allerdings, dass sich das gar nicht wirklich gravierend geändert hat und auch, bevor Covid19 Einzug erhielt, schon omnipräsent war; es nervt mich ungemein und führt leider unweigerlich dazu, dass ich mich in meinem – von Beginn an vorhandenen, quasi in die Wiege gelegten „Gut- drauf- sein“ – angestachelt fühle, ab sofort besonders freundlich, grinsend und gelassen durch das Leben zu tingeln; sei es nur, um dem massenverbreiteten Muffeltum entgegen zu wirken ( wie bei einer Mission „Momo- gleich“ gegen die grauen Männer) , ein Statement zu setzen in dieser wirklich umgreifenden Schlechtlaunigkeit und Gestresstsein eine Stefka- würdige Daseinsberechtigung zu liefern. Morgens gleich, kurz vor 8 Uhr im Supermarkt- ich denke, dass eine Erfrischung in Form eines Eis eine gute Idee ist, die Kundschaft zudem erfreut- stehe ich also mit 14 Florida- Eis- Packungen an der, für diese Uhrzeit knackig besuchten Supermarktkasse und frage freundlich ( Kühltasche selbstredend dabei), ob ich nicht vorgelassen werden kann; hab ja nur Eis und der Kassenbandbefüller vor mir, niemals endende, aus dem Wagen heraus schaufelnde Lebensmittel, grummelt irgendetwas und nickt mir irgendwann zu, zustimmend, aber mit den Worten “ wenn es denn sein muss“. Ich denke kurz “ bis du dein Zeug fertig auf’s Band gestellt hast, sitze ich schon auf halber Strecke zu meinem “ Sie haben ihr Ziel erreicht“ und bedanke mich trotz des mürrischen Zuspruchs und wünsche noch ein schönes Wochenende. Und so sitze ich kurze Zeit später – genauso wie alle anderen bei 35 Grad- im Auto und versuche all dies um mich herum wertfrei zu betrachten, ohne Voreingenommenheiten oder typisches Schubladendenken ( denn diesen Score hat heute schon der Mann im Supermarkt erfüllt) über die mich umzingelnden Stereotypen; das gelingt bis auf Ausnahmen ganz gut und ich ich grinse bei 10 km/h beim Vorbeifahren in diese fremden Autogesichter, so als ob mich dies alles nicht im geringsten berührt und ich einfach nur – tatsächlich ist das ja auch oftmals so – gut gelaunt bin und mich über das Hier und Jetzt freue. Wahrlich nicht uninteressant. Neue Lieblingsbeschäftigung dadurch bedingt, ist neuerdings die Reaktionen zu analysieren: meistens entgegnet man mir mit einem entnervt drein blickenden Ausdruck, wahrscheinlich der aktuellen Situation im eigenen Gefährt geschuldet, der verwundert wirkt, so ein fröhliches Gesicht zu sehen oder aber es verblüfft tatsächlich, in einem 4 km langen Stau einem so gut gelaunten Menschen zu begegnen, oder aber, das war mir ein sogenanntes inneres Oktoberfest, die lauthalse Stimme eines Mädchens von der beengten (weil drei Kinder hinten) Rückbank, die zur fahrenden Mama sagte: „Guck mal, die Frau da drüben lacht so doll! Geht es der gut? „
Ja, das tut es, mehr denn je. Ich wünschte, ich könnte meinen Teil dazu beitragen, um dies populärer, bzw. der Allgemeinheit zugänglich zu machen, im nächsten Leben vielleicht. Bis dahin ertrage ich einfach die “ bekloppt- im- Kopp“- Menschen um mich herum und hoffe, dass es dabei bleibt…es sich nicht verschlimmert.
Mein Dank gilt hier T.D., mein Obi-Wan quasi…auch ohne Einhörner schaffe ich das, ganz sicher! 🤗