Hass ist so ein schweres Wort. Laut Duden bekanntlich als Abneigung, Verabscheuen von Personen oder Dingen , Feindschaft bis hin zum Ekel definiert aber heutzutage so viel mehr, da es im Gegensatz zu früher viel mehr Kanäle und offizielle Wege gibt, diesen Kund zu tun und die im schlimmsten Fall sogar eine Existenz zerstören können oder aber als Instrument missbraucht werden, um den größtmöglichen Schaden zu zu fügen. Ich kann hier und jetzt gar nicht auf alle Bereiche eingehen, die diesem Gefühl aktuell Raum zur Entfaltung gewähren aber -aus gegebenem Anlass- beschränke ich mich auf Social Media- umfangreich genug, denke ich. Im Gegensatz zu meiner Kindheit/ Jugend/ jungem Erwachsenalter würde ich sogar behaupten, dass das Wort Hass doch tatsächlich eher selten im Alltag vorkam; vielmehr war dies, wenn überhaupt, eher mit Gefühlen von Neid, Ängsten und Verletzungen einhergehend, wahrscheinlich aber nie durchdacht und deshalb als Hass definiert. Hat man “ I hate…“ irgendwo an eine Wand geschmiert gelesen, wusste man eigentlich, dass es sich meist um eine verlassene/ betrogene/ verletzte Person handelt, die ihr Ventil in solch einer Botschaft gefunden hat. Berichtigt mich, aber die wenigsten ( Tendenz eher gen Null) haben auf sich in offiziell krimineller Art an der besagten Person jemals gerächt…auch wenn dieser Gedanke das ein oder andere Mal einem durchaus durch den Kopf schoss. Wobei ich selbst damals echt geschluckt habe, als in einem „Freunde-Heft“, wo jeder diverse Rubriken ausfüllen konnte, unter “ was ich nicht mag“ meinen Namen gefunden habe. War quasi auch schon ein fast öffentliches Mobbing, da es jeder lesen konnte, jetzt wo es mir spontan wieder einfällt. Krass. Verdrängt. ( Alleine deswegen sinniere ich so gerne vor mich hin, denn irgendwas kratzt am Elefantenhirn und das finde ich echt super! Es bleibt halt kaum etwas verborgen, egal wie schlimm damals…toll!) Nun ja, man darf die medialen und viralen Entwicklungen natürlich nicht vergessen, die zu dieser Omnientwicklung beigetragen hat, Facebook zum Beispiel hat wahrscheinlich nicht umsonst noch keinen Dislike- Button eingeführt, der- mal ehrlich- oftmals weniger verursachen würde als die Kommentare, die so offenkundig unzensiert online gestellt werden, als dass man einfach etwas „nur nicht mag“. Heute zumindest (vielleicht gar nicht so wichtig, für mich hat es allerdings gereicht) habe ich einen Artikel kommentiert, in dem von einem Mann berichtet wurde, der seit 4 Monaten im Gefängnis sitzt, weil er seit 25 Jahren keine GEZ- Gebühren bezahlt- ohne jemals ein Empfangsgerät zu besitzen und sich vehement weigert, die geforderte Summe von 1827€ zu entrichten. Mein Kommentar: „Willkommen in Deutschland“ wurde keine 5 Sekunden später durch folgende Antwort kommentiert: „Na wenn es ihnen hier nicht gefällt, die Grenzen stehen jedem offen.“ Ja, es ist kein Hass, der mir entgegen geflutet ist aber ich dachte in diesem Moment nur und das war auch die Antwort: „Hey wow, so jetzt gleich, ja? Hatte erst kurz überlegt, ob ich noch hinzu fügen soll, dass ich trotzdem eigentlich gerne in Deutschland lebe aber dann hätte ich dieses persönliche Schmankerl verpasst.“ Was soll das? Gibt es tatsächlich Leute, die zuhause sitzen, um genau eben solche Kommentare zu dissen oder wenn nicht, aus unfassbar überschwänglichem Zeitkontingent heraus, darauf wartend, dass jemand wie ich es tat, einen Kommentar hinterlässt, wo im gleichen Atemzug- zumindest versucht wird- anzufeiden oder in einfachster Variante ausgedrückt gleichwohl nur pöbeln will. Die Antwort ist ja. Es ist wie ein rudelsuchendes Konglomerat an Gleichgesinnten, die nur auf diesen Moment zu warten scheinen, es denjenigen einfach mal so richtig zu zeigen, bzw. teilweise unqualifizierten Dreck in die sich aktiv austauschende Suppe zu mischen- ich behaupte hier und jetzt, dass dies sich aus rein feindseligen Gründen abspielt…bzw. (erneut) Aufmerksamkeit durch Negativbeiträge in Form von Beleidigungen (im Bestfall) oder gar diskriminierenden Äußerungen erworben werden will/ soll, was weiß ich noch…
Fraglich bei all den Richtlinien (ich bleibe einfach mal bei FB, der Einfachheit halber) empfinde ich, dass der Stichwortkatalog offenbar recht oberflächig gestrickt ist. Ich möchte und werde hier nichts Genaueres ansprechen aber ein Artikel aus unserem Thailandurlaub wurde wegen Fremdenhass bzgl. der Richtlinien gesperrt, ein Ding der Unmöglichkeit- wo hingegen alle sich zu Aufhetzung und Hasstiraden- Berufenen frei austoben können. Zweifelhaft…oder zumindest ein zu vereinfacht gestricktes Stichwortgesuche im weltweit größten Netzwerk. Hat jemals einer versucht eine Person zu melden? Es gleicht einer vermeintlich anonym angedachten Anzeige wegen Sichtung von Verherrlichungen bekannter Zeichen des 2. Weltkriegs: Anzeige gemacht, Sturmtrupp durch die privaten Gemächer folgend inbegriffen und dann heraus gefunden, dass diese durchaus nicht anonym bleiben wird; eine Aufklärung später einem mit geteilt wird, dass es bei Anhörung vor Gericht durchaus zur Gegenüberstellung kommen kann und man seitdem in Todesangst lebt, weil das nächste Klopfen an der Tür auch der besagte, von einem selbst angeklagte, Kahlköpfige von gegenüber sein könnte und nicht das erwartete Paket von Amazon. Tsja, kann halt passieren, musste mit rechnen. Wahrscheinlich wird man nicht direkt an den Pranger gestellt aber es muss ein Fragenkatalog beantwortet werden, der einem kurzzeitig die Frage stellen lässt, wer hier wen anzeigen möchte. Es fehlt eigentlich nur noch, dass wie im Film “ Minority Report“, die FB- Agents an Seilen aus dem Nichts herunter gelassen werden, um den Ort des Geschehens zu sichern- wünschenswert, es wäre so einfach wie eine Nummer zu blockieren und nie wieder belästigt zu werden.
Der vehement negativ durch Texte huschende oder gar Berichte sabotierende Mob bleibt davon leider oftmals unberührt. Schade. Es wird hier -vielleicht ungewollt aber aus eigener Erfahrung ungerecht bewertet- eine Plattform gestärkt für solche, die sich gerne über anderer Gedankengut beschweren, dieses zerreißen oder aber versuchen verletzende Worte (wenn es denn mal dabei bliebe) für alles und jeden zu finden, aus Gründen, die man nur erahnen kann und diese aufzuhalten oberstes Gebot sein sollte. Denn eins ist klar: haters are not welcome! Auch wenn der derzeitige Trend Richtung Influenzer geht- haters are not. Mobbing/ Hass ist ein Ausdruck von Gefühl welches nicht weiter instrumentalisiert werden darf; wenn negative Gefühle nur noch in verletzender und teilweise vernichtender Form Bestand haben, dann lasst uns hoffen, dass die Empfänger mental stark genug sind, um dies an sich abprallen zu lassen oder sogar in den Kampf zu ziehen wagen gegen diese – meist- anonyme Feigheit, dem Netz geschuldet und Unterschlupf bietender virtueller Masse voller Grauzonen (selbst 50 shades wären hier nicht übermäßig viel, sondern leider eher ein Anfang), schlüpfrig wie ein in Vaseline getauchter Stab, den heraus zu ziehen sich schwieriger gestaltet, als das Entfernen von Excalibur seinerzeit.
…und man selbst überdenkt so oft Kommentare zu x- beliebigen Themen, nur um nicht anzuecken oder gar den Eindruck zu erwecken, man würde jemanden zu Nahe treten…
Das kann man, wenn es so sein sollte, unabdingbar quasi, persönlich klären- das ist ehrlich, fair und auch definitiv die anständigste Art, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Ansonsten wird hier nur Feigheit geschult, anonym und beiweite nicht das, was aus uns allen werden soll/ sollte.
…beim Suchen (unwillkürlich) nach einem Song namens „Haters“ war das erste Ergebnis TLC, Haters, von 1992…aktuell wie eh und je…R.I.P. Left Eye