Seit nunmehr 15 Monaten wissen wir es und leben mit der Gewissheit, dass sie jeden aufsuchen kann, diese hinterlistige Corinna, man versucht ja schließlich alles, um dem ungebetenen Gast den Einlass zu verwähren. Ich kenne so viele, die aus unzähligen Gründen, trotzdem von ihr aufgesucht wurden, bei manchen sogar ein Familienmitglied auf die unendliche Reise in ferne Dimensionen mitgerissen hat oder aber dafür gesorgt hat, dass man die Begegnung so schnell nicht vergisst.
Aber so richtig hatten wir noch keine ernsthaften Berührungspunkte; abgeschotteter und auch vorsichtiger kann man auch gar nicht seinen aktuell einseitigen Alltag bestreiten. Und doch klopfte sie gestern bei uns an, bei der Arbeit im Freien, da, wo man es gewiss nicht erwartet hätte. Mein Mann war der sogenannte Erstkontakt der unerwünschten Dame und sitzt aktuell in Quarantäne zuhause, wartend, dass sich das Gesundheitsamt endlich meldet, um durch den ersehnten PCR- Test zu erfahren, dass Corinna nur an ihm vorbei gehuscht ist, ohne wirklich Spuren zu hinterlassen oder gar bleiben zu wollen. Diese Info hat mich erstmal sprichwörtlich aus den Schuhen gehauen; habe mich dadurch tatsächlich meinem allerersten Test unterzogen, sah vorher nicht wirklich eine Notwendigkeit darin, dieser glücklicherweise negativ ausgefallen ist und verspüre seitdem trotzdem eine innere Unruhe, dass doch etwas es in unseren kleinen intimen Familienkreis geschafft hat, vor dem ich – aus gesundheitlicher Vorerkrankungsgeschichte- tatsächlich große Angst habe, denn ich würde diese Begegnung wahrscheinlich nicht überleben. Kaum vorstellbar, was seit gestern zuhause anders läuft, bis Klarheit als Ergebnis quasi Schwarz auf Weiß vorliegt, Ausnahmezustand ist der richtige Begriff, bzw. am treffendsten.
Kein Kontakt in der Wohnung, Desinfektionsgeruch schlägt mir allerorts entgegen, was wirklich höchst unangenehm ist, gibt ja Dinge, an die kann man sich einfach nicht gewöhnen. Ich lebe im Wohnzimmer, er ist ins Schlafzimmer gezogen; ohne TV aber bestens via WLAN versorgt, eine absurdere Situation ist in heimischen Gefilden schlicht undenkbar.
Da ich ab morgen auch zuhause bleibe, da ich ja nicht unnötig Kunden besuchen muss um evtl. unwissentlich Besucherkarten für Corinna zu verteilen, denn die Karenzzeit ist ja erst am Wochenende rum, war ich heute einkaufen, als würden wir wer weiß wie lange im Exil leben- totaler Quatsch eigentlich, aber ich konnte nichts gegen den inneren Versorgungstrieb machen, seltsam. Es ist auf jeden Fall die verrückteste Zeit, nicht nur unseres Lebens, aber auch diese wird hoffentlich- in diesem gesonderten Belang- positiv ausgehen. Wer mag, darf kräftig Daumen drücken. Gebt einfach acht auf euch und checkt genau, wen ihr reinlasst!
Glücklicherweise kenne ich aktuell keine echte Corinna persönlich, würde mir für den gewählten Namen dann doch Leid tun!