Oh man, nach der ersten Woche zuhause im wohlverdienten Urlaub fühl ich mich wie nach drei Wochen Krankschreibung letztes Jahr. Es passiert genauso wenig, das Wetter ist das erste Mal seit Jahren wieder den Jahreszeiten entsprechend und demnach nicht wirklich aktivitätenfördernd; die Wohnung seit letzter Woche quasi auf Erstbezug gereinigt, da dem Beschäftigungsdrang nach gegeben – durchaus aber happy mit dem Ergebnis, da innerhalb der normalen Arbeitswoche doch nicht wirklich an Aufraffen des selben zu denken ist- war das bisherige Highlight die in der letzten Nacht stattfindene Oscar- Verleihung live (!) aus LA. Hab mir früher tatsächlich gerne mal frei genommen am Montag danach oder im schlimmsten Fall Homeoffice eingeläutet, obwohl pandemiefreie Welt vorherrschte und gespannt gelauscht, bzw. geglotzt habe, wer und was in der Kinowelt so -manchmal- endlich mal eine Wertschätzung seines Tuns erhalten hat. Gestern allerdings, in Vorfreude auf das Happening, da keine Termine, leicht einen sitzen, beginnend mit der erstmaligen Verlegung, der doch mittlerweile langwierigen Tradition des Spektakels vom Chinese Theatres ins Dolby Theatre am Union Sqare und der Tatsache, dass nur Nominierte anwesend waren, drapiert an Tischen, wie man es aus Vergas kennt ( außer die Ladies, die im Film „Emma“ mitgewirkt haben und deswegen aussahen wie Scarlett ‚O Hara, ohne verweht zu werden, aber so überladen) und wie auf Abruf einfach nur so da saßen, weil offenbar das Publikum und die damit verbundene wirkliche Aufmerksamkeit fehlten, hat mich ernsthaft in meiner kineastischen Welt erschüttert. Es hat keine offensichtliche Moderation stattgefunden und wenn, dann war die Erwähnung der Nominierten so unauffällig, dass ich durchaus irritiert war, dass es plötzlich eine Verleihung gab. Bekanntlich kommen ja eh erst am Schluss die richtig bedeutenden Rubriken, bester Film, Schauspieler und Schauspielerin. Doch seit ein paar Jahren interessieren mich tatsächlich auch die zahlreichen, vermeintlich zweitrangigen Bereiche dieser abendfüllenden Veranstaltung. Aber irgendwie ist das alles so wischiwaschi abgehandelt worden, dass es echt eigentlich eher traurig war, als dass es Glamour oder sonst irgendwas von Show implizierte, so, wie man es sonst erwartet hätte, zumindest. Man, die Oscars sind mein komprimiertes „was- geht- bei- den- Leuten- ab- die- ich nur- aus- dem-TV/ Film- kenne“- Info- Event, welches ich ansonsten maximal alle 2-3 Monate beim Lesen der GALA oder INSIDE während des Einwirkens meiner Blondierung beim Friseur meines Vertrauens in Erfahrung bringe…und nun dies…keine Infos, keine wirklichen Interviews, außer Frauen in schicken, gesponserten Kleidern, nichts.
Schade um den Schampus gestern. Müde bin ich auch, obwohl der Schlaf noch nicht ausreichend Einzug erhalten hat- eh nicht so wichtig, hab ja Urlaub- kann man ja mal überm Zaun hängen. Glaube, ich werde erstmal ’n Lachsfrühstück einwerfen und dann dem Nichtstun fröhnen, naja und maximal nach dem Film „Father“ suchen, denn Anthony Hopkins hat den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten. Sehenswert, bzw. Prädikat: besonders wertvoll!