Beeinflusst mich Werbung?

Ich bin von Hause aus eher keine Naschkatze, wie man so schön sagt, eher so ein Tüte Chips- Wegesser. Aber wenn von einem mir bekannten Produkt etwas Neues auf den Markt kommt, ich es zudem dann doch ab und zu echt gerne esse, muss ich es dann unbedingt haben und testen. Da ich aber nicht wie eine Foodinfluencerin manisch durch die Süßigkeitenregale renne, um ganz nah am Trend zu sein, sondern eher durch meist an den Kassen gezielt platzierte Neuheitenpyramiden oder aber durch TV- Werbung darauf aufmerksam werde, umfasst die jährliche Ausbeute wahrscheinlich nur maximal die Hälfte der eigentlich unerschöpflich wirkenden Zuckerindustrie. Eigentlich fällt mein Interesse tatsächlich sogar eher saisonal aus. Nämlich ist mein Heisshunger auf neue Geschmacksrichtungen eher auf’s Frühjahr und den beginnenden Winter beschränkt. Schon komisch irgendwie. Vielleicht sind der Sommer und Herbst von sich aus schon so abwechslungsreich, dass man gar keine Erweiterung seines Geschmackshorizonts in Erwägung zieht!?

Wie auch immer, ich bin auf jeden Fall fündig geworden und einmal höchst begeistert, sowie einmal komplett enttäuscht worden. Na immerhin 50/50! Ein TV- Spot hat mir durch einen ungemein vielbeschäftigten jungen Mann, der zudem ein Tausendsassa in der Unterhaltung seiner Mitmenschen im familiären und beruflichen Kreise zu sein scheint, einen Riegel ans Herz gelegt, welches ich vorher nur als Schnittchen kannte. Ja, genau, es handelt sich um Hanuta. Ein Klassiker im Regal, seit Jahren. Neulich hat erst Mama wieder zugeschlagen, weil sie das früher auch so gerne gegessen hat. Muss man einfach ab und an im Haus haben finde ich. Der Slogan aber verrät, dass er so vielschichtig wie du bist! Ich denke: vielschichtig bin ich irgendwie auch, also her mit der neuen Variante! Extra morgens noch einen Coffee to Go mitgenommen, schmeckt dann einfach besser finde ich und gleich in den Supermarkt. Völlig euphorisch reisse ich die Verpackung ab und versuche die Vielschichtigkeit zu erfahren…und bin entsetzt aber auch froh, dass sich nicht gleich akute Kariesbeschwerden äußern! Bäh! Purer Zucker und Lichtjahre von dem entfernt, was Hanuta so ausmacht! Ich verschenke die verbleibenden drei Riegel in der nächsten Niederlassung und fahre komplett überzuckert und dadurch auch recht aufgedreht durch den Tag. Menno! Wie kann man nur…ich bin enttäuscht.

Wo hingegen Dr. Oetker mit einer erfreulichen kleinen Kaffee-/ Kuchenidee daher kommt. Ebenfalls durch’s Fernsehen animiert, da dort ein anstrengender Tag mit einem süßen Gebäck in Form eines Minikuchens am Nachmittag belohnt wird, ich diese Situation nachvollziehen kann, wird Tage später auch hier probiert. Es gibt natürlich wieder Kaffee dazu. Oh man! Nach dem ersten Minigugelhupf (Nussgeschmack) frage ich mich, warum nur neun Stück in der Packung sind und esse fast alle hinter einander weg auf. Ups! Naja, sind ja auch wirklich klein diese Küchlein! Dies Produkt erhält auf jeden Fall eine 10 in meiner Neuheitenbewertung und ich beschliesse, noch die ein oder andere Sorte zu checken, es gibt nämlich vier verschiedene.

Mein Mann bringt am späten Nachmittag noch ’ne gewöhnliche Jogurette mit nach Hause, 1-2 Riegel passen irgendwie auch noch rein. Ich beiße ab und sage: Hmm, nee. Nein. Er fragt, was denn nee? Ich sage, dass ich gar nicht das Verlangen verspüre, zu tanzen! Er lacht, denn er weiß, dass das die Mädels in der Werbung immer machen nach ’ner Jogurette.

Veröffentlicht von stefkasays

Ich wollte schon immer schreiben. Über die kleinen Dinge im Leben, die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben können. Über große Dinge, die einfach zum alltäglichen Dasein dazu gehören und die Beachtung finden sollten, um nicht in der Versenkung der Unwichtigkeit zu landen. Dies ist ein persönliches Sammelsurium der Kostbarkeiten, die einen unweigerlich begleiten und die einem tagtäglich vor die Füße fallen.

Hinterlasse einen Kommentar